Straelens Rat sucht das Gespräch mit dem Kulturring

Politik unterstützt Neuaufstellung : Straelens Rat sucht das Gespräch mit dem Kulturring

Die Stadtverwaltung wurde vom Rat beauftragt, Detailfragen rund um die geplante Neuaufstellung des Vereins zu klären.

Der Kulturring Straelen hat die erste Hürde auf seinem Weg zur Neustrukturierung genommen: Die Stadtverwaltung wurde in der Ratssitzung beauftragt, nun Detailfragen rund um die geplante Neuaufstellung des Kulturrings zu klären. Erste Gespräche mit dem Vorstand des Kulturrings wurden bereits im Vorfeld geführt, hieß es. Aus dem Antrag des Kulturrings gehen acht Punkte zur Umstrukturierung des Vereins, der auch städtische Aufgaben wahrnimmt, hervor. Unter anderem wird gefordert, dass der Kulturring personell und räumlich vom Stadtmarketing losgelöst wird.

Ein eigenes „Straelener Kulturbüro“ im Stadtzentrum wäre aus Sicht des Vereinsvorstandes sinnvoll. Darüber hinaus soll ein hauptamtlicher Leiter die Geschicke des Kulturbüros leiten. Zusätzlich soll eine Vollzeitkraft die Arbeiten des Büros unterstützen. Monatliche Abschlagszahlungen an den Kulturring sollen das Gehalt des Büroleiters sowie die Raumkosten und Aufwendungen für die Büroinfrastruktur decken. Damit der Kulturring auch im Voraus planen kann, soll die geschaffene Struktur für zehn Jahre festgeschrieben werden, lautet es im Antrag.

„Die Verwaltung steht dem Antrag des Kulturrings grundsätzlich positiv gegenüber“, so Bürgermeister Linßen in der Ratssitzung. „Detailfragen müssen noch geklärt werden“, ergänzte er. Der Kulturring würde gerne bereits am 1. Januar 2020 mit der Neustrukturierung beginnen. Ein Antrag der Freien Wähler, das Anliegen des Kulturrings in einen Ausschuss zu vertragen, wurde im Rat mehrheitlich abgelehnt. Eine Mehrheit im Rat befürwortet hingegen die Fortführung der Gespräche zwischen Verwaltung und Kulturring. Es müsse ein konkreter Plan her, um die Folgen für den städtischen Haushalt abzusehen. „Der Kulturring hat für mich eine andere Dimension zum Ehrenamt. Er nimmt auch eine städtische Funktion wahr“, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Annemarie Fleuth.

„Alle Ehrenamtler sind überlastet und fühlen sich nicht wertgeschätzt“, meint Stefan Kemmerling von der GO/Grünen-Fraktion. Hier müsse sich etwas ändern, heißt es. Dass Handlungsbedarf zur Unterstützung der lokalen Vereine besteht, war fraktionsübergreifend Konsens auf der Ratssitzung. „Die Qualität beim Kulturring soll gesichert werden. Ehrenamtler sollen spüren, dass sie wertgeschätzt werden“, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende.

In der Blumenstadt finden in diesem Jahr erstmals beliebte Veranstaltungen wie das seit 2015 durch den Straelener Verkehrsverein organisierte „Couch ´n Concert“ sowie das „Sommerkino“ des Kulturrings (2009 bis 2018) nicht mehr statt.

Die schwarze Null hat im Straelener Haushalt für 2020 oberste Priorität, heißt es auf der Webseite des Straelener Verkehrsvereins, der für das „Couch ´n Concert“-Event 2019 eine einmalige finanzielle Unterstützung von 25.000 Euro bei der Stadt angefragt hatte. Der im November 2018 gestellte Antrag wurde nicht befürwortet. Brechen zukünftig noch weitere durch Vereine organisierte Veranstaltungen in Straelen weg oder ist eine Renaissance ehrenamtlicher Wertschätzung und Unterstützung in Straelen abzusehen? Die Verwaltung wird sich nun jedenfalls laut Aussagen des Bürgermeisters mit einer Neuaufstellung des Kulturrings im Detail auseinandersetzen. Wie diese letztendlich aussieht, das bleibt abzuwarten.

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