Straelen Straelener Stadtbund wird 90

Straelen · Die Jubiläumsfeier findet am morgigen Samstag statt. Neuer Schützenbaum auf dem Klosterplatz wird eingesegnet.

 Die Vertreter des Stadtbundes Straelen (von links): Norbert Thiesen, Heinrich Brimmers, Vorsitzender Winfried Schoenmackers, Florian Friedrichs, Peter Seyen, Matthias Ebus, Frank Wienen und Hubert Laumann.

Die Vertreter des Stadtbundes Straelen (von links): Norbert Thiesen, Heinrich Brimmers, Vorsitzender Winfried Schoenmackers, Florian Friedrichs, Peter Seyen, Matthias Ebus, Frank Wienen und Hubert Laumann.

Foto: Dielen

Der Stadtbund Straelen hat Grund zum Feiern. Im Juli besteht er seit 90 Jahren. Anlass, in die Vergangenheit zu blicken. Und den runden Geburtstag würdig zu begehen.

Nachdem am 27. Februar 1928 der erste und langjährige Generalpräses der Bruderschaften, Dr. Peter Louis, in Köln zur Gründung der Historischen Deutschen Bruderschaften aufgerufen hatte, machten sich in Straelen mehrere Präsidenten der Bruderschaften ebenfalls Gedanken über einen Zusammenschluss aller Bruderschaften. Zur Begründung wurde angeführt, dass man durch den Zusammenschluss eine bessere Unterstützung innerhalb und eine größere Resonanz nach außen haben werde. So könnte man die Schützenfeste mit den großen Umzügen mit eigenen Bruderschaften gestalten und eine wirtschaftliche Sicherheit für die festgebende Bruderschaft sicherstellen.

Diesem Gedanken schlossen sich die zehn Bruderschaften der Stadt Straelen, die Schützenfeste feierten, an, und der Stadtbund Straelen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurde am 29. Juli 1928 im Lokal des Schützenbruders Josef Heghmann auf der Venloer Landstraße gegründet. Zum ersten Stadtbundmeister wählte man Rudolf Bongen. Nachfolger waren Gottfried Berghs, Ludwig Gehr, Johannes Terkatz, Hans van Megen und Winfried Schönmackers.

1933 bis 1946 wurden die Arbeiten und Aufgaben der christlichen Bruderschaften und somit auch des Stadtbundes stark beschnitten. Schlusspunkt der Offensive gegen die Bruderschaften war die Auflösung der Zentralstelle der Bruderschaften in Leverkusen am 6. März 1936 durch die Gestapo. Auch in Straelen kam man dem Drängen der NS-Machthaber, die katholischen Bruderschaften aufzulösen, schweren Herzens nach. 1937 wurde der Stadtbund Straelen in "Schützenregiment Lützow" mit acht Kompanien umbenannt und dem Deutschen Schützenbund angeschlossen. Regimentsführer wurde Rudolf Bongen, der bisher Stadtbundmeister war. In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 ruhten die Aktivitäten des Stadtbundes.

In den ersten Nachkriegsjahren bestand die Hauptaufgabe darin, die Bruderschaften neu zu aktivieren und die Festlichkeiten zu koordinieren. Seit 1948 wurden wieder Schützenfeste gefeiert. Auch die Organisation von Einkehrtagen, Fahrten zu Landes-, Bundes- und Europaschützenfesten gehören zu den Aufgaben des Stadtbundes. Jährlich wird die Kirche von Schützenbrüdern gereinigt. Auch die einzelnen Bruderschaften übernehmen ehrenamtliche Aufgaben, wie zum Beispiel die Pflege des Kalvarienbergs oder der heiligen Häuschen der Schutzpatrone. Bei den jährlichen Hauptversammlungen der Bruderschaften werden Sammlungen durchgeführt und das Geld für karikative Zwecke, wie zum Beispiel Sauerlandlager, Messdiener, Tafel, Kindergärten oder die Karunai-Kinder-Hilfe in Indien gespendet.

Waren die Bruderschaften in den Gründungsjahren notwendig, um Dörfer und Gemeinden vor Banditen und Eindringlingen zu schützen, so sehen sie sich heute in der Rolle, um Werte, Glaube, Sitte und Heimat zu schützen. Gerade in der heutigen Zeit, die geprägt ist von Egoismus, Habgier und Intoleranz, zeigen die Bruderschaften nach Ansicht des Stadtbundes für ihr gegenseitiges füreinander Einstehen, durch Respekt vor Andersdenkenden und deren Meinung, durch die Verbundenheit zur katholischen Kirche und nicht zuletzt durch die Pflege des Brauchtums wie Vogelschießen und Schützenfeste, wie wertvoll sie auch heute noch sind. Sie tragen dadurch maßgeblich zum guten Zusammenleben, gerade in Straelen, bei.

Am kommenden Samstag, 9. Juni, findet eine große Jubiläumsfeier statt. Beginn ist mit einer heiligen Messe um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Im Anschluss daran findet ein kleiner Umzug zum Klosterplatz statt. Hier wird ein eigens für dieses Jubiläum gefertigter Schützenbaum enthüllt und eingesegnet. Nach einem Fahnenschwenken und kurzen Festreden geht es zum gemütlichen Teil über. Die gesamte Bevölkerung ist willkommen.

(RP)
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