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Straelen: Straelener Schüler als Auto-Tüftler

Straelen : Straelener Schüler als Auto-Tüftler

In einem Technik-Kursus des Gymnasiums haben 20 Jugendliche selbstfahrende Vehikel gebaut. Mit diesem Zusatzangebot soll das Interesse für die Welt der Ingenieure geweckt werden. Es ist an eine Dauereinrichtung gedacht.

"Schröder" rührt sich nicht vom Fleck. Das macht Sophie Linnenberg und Leah Goumans traurig. Die beiden Schülerinnen haben "Schröder" gebaut, ein kleines Auto. Es sollte sich an einer schwarzen Papplinie entlang über die weiße Papierfläche bewegen. "Wir brauchen einen Lötkolben, ein Kabel hat sich gelöst", ruft Sophie Linnenberg. Besser läuft es bei "Merkel", dem Fahrzeug mit silbernem Lochblechaufbau von Steffen Linßen und Kilian Schulte. Erst ruckt es ein wenig, dann bewegt es sich selbstständig die Linie entlang. "Wir haben sogar eine Hupe eingebaut", sagen die Erbauer stolz. Und mit einer alten Helikopter-Fernbedienung können sie ein rot-blaues Polizeiblinklicht aktivieren.

"Schröder", "Merkel" und noch einige andere Mini-Vehikel sind die Ergebnisse eines besonderen Projekts am Straelener Gymnasium. Seit den Herbstferien haben 20 Jugendliche der Jahrgangsstufen acht und neun in einem Kursus zusätzlich zum normalen Unterricht fahrerlose Transportfahrzeuge konstruiert. Betreut wurden sie durch den Lehrer Stefano Roffia.

"Wir wollen die Schüler für die Naturwissenschaften begeistern, vor allem für die Technik", erklärt Schulleiterin Heike Hoßbach den Hintergrund des Angebots. MINT-BO ist das Kürzel dafür. Was sich wie eine asiatische Kampfsportart anhört, steht für eine "berufsorientierende Maßnahme in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik". Seinen eh schon starken Technik-Zweig will das Gymnasium Straelen damit weiter ausbauen. Nicht umsonst ist es seit Herbst die südliche Außenstelle bei der Initiative "Zukunft durch Innovation" (zdi) der Hochschule Rhein-Waal. "Die Jugendlichen sollen die Welt der Ingenieurswissenschaften kennenlernen", erläutert Heike Hoßbach. Zum einen durch die Besichtigung von Unternehmen. Aber dann eben auch durch solche handlungsorientierten Unterrichte wie im Technikraum der Schule.

Das Autobauen hat bei einigen Schülern zu einem Umdenken beim Berufswunsch geführt. "Ich wollte vorher was mit Maschinenbau machen, jetzt neige ich eher zu Informatik", sagt der 15-jährige Steffen Linßen. Kilian Schulte hingegen fühlt sich in seinem Hang zur Automatisierungstechnik bestärkt.

Noch einige Nachjustierungen sind nötig. Doch letztlich funktioniren alle Autos der Gymnasiasten und fahren den halbkreisförmigen Parcours die schwarze Linie entlang. "Und jetzt demontieren wir die Autos für die nächste Gruppe", kündigt Lehrer Roffia an. Denn dieser Technik-Kursus soll auf Dauer angeboten werden. "Wir wollen ihn auch für Schüler anderer Schulformen und aus anderen Orten öffnen", betont Direktorin Heike Hoßbach. Dafür sei allerdings eine stärkere finanzielle Unterstützung nötig. "Bisher haben wir die Sparkasse Straelen als Sponsor", sagt die Schulleiterin. Gemeinsam mit dem Förderverein und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft sollen weitere Sponsoren gefunden werden.

(RP)