Straelen: Straelen will zweiten Energiepreis

Straelen: Straelen will zweiten Energiepreis

Die Blumenstadt hat sich ein "Energiepolitisches Arbeitsprogramm" gegeben. Im Februar steht die nächste Überprüfung für den "European Energy Award" an. Die Maßnahmen reichen von Raumordnung über Mobilität bis Kommunikation.

Einen Titel hat sich Straelen schon geholt. 2014 wurde ihm der "European Energy Award" (EEA) zuerkannt. Die Chancen, diesen Klimaschutzpreis ein zweites Mal zu holen, stehen gut. Damals reichten 56 Prozent der Höchstpunktzahl zu dieser Auszeichnung.

Im vergangenen Jahr wurden bereits 64 Prozent erzielt, berichtete Sabine Lohoff von der Essener Firma Gertec GmbH, die das Bemühen der Blumenstadt um Energieeinsparung begleitet, in der letzten Ratssitzung 2017. Damit in Sachen Klimaschutz alles noch besser wird, beschloss der Rat einstimmig ein "Energiepolitisches Arbeitsprogramm".

Seit Oktober 2010 nimmt Straelen am Klimaschutzmanagement- und Zertifizierungsverfahren des EEA teil. Die bisherigen Maßnahmen und auch das neue Arbeitsprogramm sind dabei als fortlaufende Prozesse zu begreifen. Auf sechs Handlungsfeldern werden Bewertungen vorgenommen: Entwicklungsplanung/Raumordnung, kommunale Gebäude/Anlagen, Versorgung/Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation/Kooperation. Bei einer konsequenten Umsetzung der geplanten Maßnahmen sagt Gertec der Stadt eine Verbesserung um mindestens weitere zwei Prozent voraus.

Die größten Stärken hat Gertec bei der Mobilität und der internen Organisation ausgemacht. Die größten Potenziale hingegen liegen in der Entwicklungsplanung/Raumordnung.

Durch das Energiepolitische Arbeitsprogramm sollen viele Anforderungen erfüllt werden. Im Bebauungsplan seien energetische Festsetzungen kaum möglich, schreibt Gertec. Daher solle ein städtebaulicher Kriterienkatalog entwickelt und vom Rat als Grundanforderung bei allen Bebauungsplanverfahren beschlossen werden. Ziel ist dabei, den Niedrigstenergiehausstandard zu erreichen.

Der Gartenbau soll durch Geothermie mit Wärme versorgt werden. Der Geographische Dienst hat eine Erstuntersuchung durchgeführt, erste Gespräche hat es gegeben. Moderne Energiestandards und die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes sollen beim neuen Baugebiet Großmarktstraße Berücksichtigung finden. Eine Klimaschutzsiedlung schwebt als verbindlicher Bestandteil der Auslobung vor.

Standards für den Neubau öffentlicher Gebäude gehören ebenfalls zum Programm. Mehr Strom und Wärme soll dabei durch Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbare Energien erzeugt werden. Im Schulzentrum wird eine Energiezentrale zur Wärme- und Stromerzeugung geprüft. Bei der Wasserversorgung kommt die Effizienz der Pumpen auf den Prüfstand. Die Straßenbeleuchtung wird nach und nach weiter auf LED umgestellt.

Im städtischen Fuhrpark wird in diesem Jahr ein Diesel- durch ein E-Fahrzeug ersetzt. Die Elektromobilität sei durch den Ausbau der Lade-Infrastruktur zu fördern. Die Umgestaltung der Wälle spielt ebenfalls in das Arbeitsprogramm hinein. Tempo 20 wird als Mittel zur Förderung des Radverkehrs gesehen; außerdem fließe der Verkehr dadurch besser.

Ohne Kooperationspartner geht es in dem Programm nicht. Die Sparkasse will man ins Boot holen bei der Umsetzung des energetischen Sanierungskonzepts in der "Vogelsiedlung" und bei der Beratungsoffensive. Und gemeinsam mit der Genossenschaft "Bürgerenergie Straelen" geht es um die Fortführung der jährlichen Energietage.

Das von Thomas Linßen geleitete Energieteam der Stadt soll, so der Auftrag des Rates, die Umsetzung der von Gertec vorgeschlagenen Maßnahmen nach und nach vorbereiten. Die Beschlüsse trifft dann jeweils der Rat. Bei der Frage, ob Straelen zum zweiten Mal den Energiepreis erhalten kann, wird es schon eher spannend. In diesem Monat steht die nächste turnusgemäße Auditierung an.

(RP)