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Straelen: Straelen: Streit um neue Aral-Tankstelle

Straelen : Straelen: Streit um neue Aral-Tankstelle

Freie Wähler sind gegen einen Standort in Herongen. Die Stadtverwaltung verweist auf das Ende des Pachtvertrags für die Tankstelle an der Annastraße. Auch habe Aral sich für einen Neubau im Niederdorfer Feld entschieden.

Noch bis Ende dieses Jahres können Autofahrer bei der Aral-Tankstelle an der Annastraße Kraftstoff nachfüllen. Dann läuft der Pachtvertrag aus. "Der Eigentümer des Grundstücks hat ihn gekündigt", berichtet Straelens Wirtschaftsförderer Uwe Bons. Und es gibt auch schon neue Pläne für dieses Innenstadt-Areal, wie Bürgermeister Hans-Josef Linßen anführt: "Dort soll ein Seniorenheim entstehen." Dafür soll nicht nur die Tankstelle weichen, sondern auch angrenzende Hallen und benachbarte Häuser müssen weg.

Der Aral-Konzern hat inzwischen einen neuen Standort innerhalb der Straelener Stadtgrenzen ins Auge gefasst. Er will im Niederdorfer Feld, direkt an der Abfahrt der Autobahn 40, auf einem insgesamt 12 000 Quadratmeter großen Grundstück eine neue Tankstelle bauen. Sie soll 8000 Quadratmeter beanspruchen. Weitere 3800 Quadratmeter sind für ein angrenzendes Fast-Food-Restaurant vorgesehen. "Der Beschluss zum Verkauf ist da", sagt Linßen. Die Freien Wähler jedoch stimmten dagegen.

Sie kritisieren das Vorhaben, weisen darauf hin, dass die Gewerbegrundstücke in Herongen für landwirtschaftlich affine Firmen geschaffen worden seien, wozu eine Tankstelle und ein Fast-Food-Restaurant definitiv nicht gehörten. Zehn Lkw-Stellplätze seien vorgesehen, doch vermutet Fraktionsmitglied Stephan Heintze, dass die Brummi-Fahrer von dem Restaurant angezogen würden wie Mücken vom Licht. Mit mehr Verkehr sei auch durch Jugendliche zu rechnen, gerade am Wochenende. Auch habe es eine offizielle Vorlage über diesen Standort zur Beratung mit einem ordentlichen Beschluss im Fachausschuss nicht gegeben, bemängelt Michael Traurig, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.

Einig ist sich Bürgermeister Linßen mit den Freien Wählern, dass für den Tankstellenbau der Bebauungsplan geändert werden muss. Deren gegen ihn und die CDU geäußerten Vorwurf der Kurzsichtigkeit weist er jedoch zurück. "Wir schaffen gute Rahmenbedingungen, doch der Unternehmer entscheidet darüber, wo er seine Millionen investiert." Und da habe Aral, fügt Bons hinzu, Flächen in der Innenstadt, an der B 221 und im Gewerbegebiet Hetzert wegen fehlender Rentabilität letztlich ausgeschlossen. So habe man mit der Mineralölgesellschaft den Schritt nach Herongen gemacht.

Laut Bons will Aral die Lücke zwischen Tankstellenabriss an der Annastraße und dem Bau in Herongen so klein wie möglich halten. Noch liege nur eine Willensbekundung vor, aber noch kein Bauantrag. Auch führe Aral noch Gespräche, welche Fast-Food-Kette zum Zuge komme. Sollte es zu einer Änderung des Bebauungsplans kommen, betonte Bürgermeister Linßen, würden die Bedenken der Freien Wähler in diesem Verfahren ebenso behandelt wie sonstige Bürgeranregungen.

(RP)