1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Straelen: Straelen setzt auf Schulentwicklungsplan

Straelen : Straelen setzt auf Schulentwicklungsplan

Ausschuss für Bürgerdienste beauftragt Büro aus Bonn. Erst Überlegungen mit Wachtendonk. Auch Nachbarkommunen sollen beteiligt werden. Bei Frage nach Scheitern der Sekundarschule: Vorwürfe Richtung Gymnasium Straelen.

Angesichts der unbefriedigenden Situation der Sekundarschule Straelen/Wachtendonk, die am Standort Wachtendonk bekanntlich zu geringe Anmeldezahlen verzeichnet, will Straelen die Schulpolitik auf eine breitere Basis stellen. Der Ausschuss für Bürgerdienste beschloss einstimmig, das Büro Biregio aus Bonn mit einer Schulentwicklungsplanung (SEP) für die weiterführenden Schulen zu beauftragen. Wie umfangreich dieser Auftrag werden soll, ist von einem noch zu bildenden Arbeitskreis Schule festzulegen.

Bevor Georg Heller von Biregio dem Ausschuss erläuterte, welche Leistungen das Büro erbringen kann, überbrachte Dezernent Christian Hinkelmann die neuesten Nachrichten aus Geldern. Die Bezirksregierung hatte den Start der Gesamtschule dort mit sechs Zügen erlaubt. "Unter Auflagen, die wohl die künftige Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen betreffen", ergänzte er. "Diese Auflagen werden wir uns genau anschauen", betonte Dirk Steiner (FDP).

CDU-Fraktionsvorsitzende Annemarie Fleuth äußerte die Hoffnung, dass es wieder zu einer regionalen Zusammenarbeit komme wie bei der SEP 2011. Diese war nach dem Dafürhalten der Verantwortlichen aus Straelen und Wachtendonk von Geldern und Kerken verlassen worden.

Steiner betonte, dass das Schulgesetz für die jetzt angestrebte SEP die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen zwingend vorschreibe. Hinkelmann berichtete in diesem Zusammenhang von Gesprächen des Straelener Bürgermeisters mit allen Bürgermeistern aus den Südkreiskommunen. "Vom Grundsatz her sind alle bereit, sich zu beteiligen. Auch Geldern."

Laut Heller wird Biregio voraussichtlich mit einem Dreier-Team das Projekt SEP steuern. Zu dessen Aufgaben gehört unter anderem die Analyse der Bevölkerungsentwicklung und der Wohnbauentwicklung der vergangenen 20 Jahre sowie des Schulwahlverhaltens. Eine Elternbefragung der Klassen eins bis drei ist möglich. Aus den Zahlen leitet Biregio ein Raumprogramm ab, gegebenenfalls mit Optimierungen des Bestands, und empfiehlt Szenarien beziehungsweise Alternativen. Erste Ergebnisse könnten im Juli vorliegen, die Präsentation des fertigen Plans erfolge nach den Sommerferien.

Der Arbeitskreis Schule, der nach den Vorstellungen des Ausschusses im Wesentlichen wie der Zweckverband Sekundarschule besetzt sein soll, soll sich Gedanken über den Umfang der Biregio-Arbeit machen. "Erst mal Straelen und Wachtendonk jeder für sich", so Ausschuss-Vorsitzender Stefan Kemmerling (GO/Grüne). Dann soll es ein gemeinsames Treffen geben, danach die Erweiterung um Nachbarkommunen.

Die Freien Wähler stellten Fragen nach den Gründen für den zu geringen Zuspruch bei der Sekundarschule Straelen/Wachtendonk. Ein Qualitätsbericht liege zwar vor, so Dezernent Hinkelmann. "Über dessen Veröffentlichung entscheidet aber die Schulkonferenz."

Vermutungen über die Gründe des Scheiterns äußerte gegenüber der Rheinischen Post Patricia Gerlings-Hellmanns, die wie einige andere Eltern aus Kerken die Sitzung im Straelener Rathaus verfolgte. Es habe seitens des Straelener Gymnasiums keinerlei Kooperation gegeben. "Laut der Schulleitung der Sekundarschule sind Bemühungen seitens des Gymnasiums immer wieder boykottiert worden." Schade, dass die Sekundarschule Straelen/Wachtendonk anscheinend gescheitert sei. "Ich hoffe das die Kommunen im Südkreis eine gute Lösung finden, damit wir nächstes Jahr nicht vor demselben Problem stehen."

(RP)