Straelen: Erstmals gibt es ein Dreigestirn

Straelen hat ein Dreigestirn : In Straelen regiert Prinz mit eigenem Paradies

Erstmals gibt es ein Dreigestirn: Norbert Schreurs regiert mit Bauer Schurti (Stefan Schurter) und Jungfrau Lombi (Lambert Brimmers).

Das hat es im Straelener Karneval noch nie gegeben! Und damit hat sich die Große Karnevalsgesellschaft „Narrenschiff“ (GKG) einen besonderen Platz in der Stadtgeschichte gesichert. Zum ersten Mal seit Bestehen des Straelener Karnevals gibt es ein Dreigestirn: Prinz, Bauer, Jungfrau.

Bei der festlichen Prinzenproklamation am Samstag in der ausverkauften Bofrost-Halle herrschte beste Feierlaune. Die Mitglieder der Großen Karnevalsgesellschaft „Narrenschiff“ erschienen im Ornat. Präsident Uwe Grimm begrüßte und moderierte locker und flockig das Programm.

Besonders freute er sich über einen neuen „Premium-Partner“. In diesem Jahr werden die Veranstaltungen und der Karnevalszug von seinem Schulkameraden Günther Gellen, von REWE-Gellen, seit September in Straelen am Ostwall, unterstützt. Langer Beifall honorierte dieses Zugeständnis an seine Heimatstadt.

Dann wurde es emotional, aber nicht tränenfeucht. Prinz Hanjo I. und seine „Garde in Grün“ verabschiedeten sich. „Ich bin dankbar für zwei tolle Jahre. Besonders bedanke ich mich bei meiner Familie und meinen Kindern, die das alles mitgetragen haben. Die Zeit war ein einmaliges Erlebnis“, sagte der scheidende Prinz. Nach diesen Worten gab es minutenlang stehende Ovationen für den Prinzen und seine sympathischen Garde. Von der Vorsitzenden des Prinzenrates, Prinzessin Birgit I. wurde er feierlich in den Kreis der „Altprinzen“ aufgenommen.

Szenenwechsel: Zu Gast war Mr. Matombo (Dave Davis) als „Fachkraft für Sanitärdienste“ mit eindeutigem Migrationshintergrund. Seine dunkle Hautfarbe nutzt er, um im kölschen Dialekt ganz feine rhetorische Spitzen zu setzen. Er nennt sich selbst „De kölsche Jong met de black Föös“. Diese Rolle spielt er ganz hervorragend und nur wer gut zuhörte, bekam die Spitzen gegen die Politik und die Angst über den Aufschwung mancher politischer Gruppierung mit.

Dramatische Dinge kündigten sich an. Mit Blitz und Donner führte der Straelener Hans-Otto Weber als „Märchenonkel“ das Publikum ins Paradies. Das war das „Zauberwort“. Sollte das etwa ein Fingerzeig auf den neuen Prinzen sein? Das Publikum rätselte.

Das „Unheil“ kam in Form einer Schlange, die unheimlich viele Beine hatte. Verbargen sich etwa die Gardisten darunter? Das Geheimnis wurde alsbald gelüftet.

Hinter einer Papierwand konnte man bereits schemenhaft die Umrisse des dahinter verborgenen Prinzen erkennen. Dann sprang er mit einem lauten „Helau“ dem Publikum entgegen: Norbert Schreurs, Gastwirt vom „ Paradies“ in Auwel-Holt, ehemaliger Gardist und Tanzmariechen in der Garde von Prinz Dirk I. Seine Freude war ihm anzusehen. Er strahlte. Sein Outfit: traditionell in Rot und Weiß. Der Umhang, die weiße Strumpfhose und rote Schuhe, wie sie nur der Papst oder Prinz tragen (dürfen). Doch damit nicht genug. Ihm zur Seite steht nicht nur die stramme Garde, sondern auch noch Bauer Schurti (Stefan Schurter) und Jungfrau Lombi (Lambert Brimmers). Damit hat der Straelener Karneval einen historischen Schritt getan. Das gab es noch nie!

Die Herren und die Dame ließen sich auch nicht lange bitten, um legten eine „flotte Sohle“ aufs Parkett. Da merkte man, dass einige „Tänzer“ der „Security Steps“ und der „Eukalyptus-Bonbons“ in den Reihen der Garde stehen. Eine anspruchsvolle Darbietung, voller Rhythmus und mit Hebefiguren, bei denen der neue Prinz durch die Luft flog. Das macht er normalerweise nur bei seinem Hobby, dem Fallschirmspringen. Doch beim Karneval macht er diesen Spaß gerne mit.

Danach war die Stimmung auf dem Höhepunkt und es sollte „nur noch“ gefeiert werden. Die „Kölsche Fraktion“ sorgte mit ihren eigenen, allen bekannten Liedern, für das passende Potential bevor „Hondervel“, eine Männerband aus dem benachbarten Limburg, ihre total verrückte Performance präsentierten.

Ein perfekter Auftakt für die Session mit dem Straelener Dreigestirn.

Mehr von RP ONLINE