Straelen: Straelen diskutiert über das Aus für die Frühjahrskirmes

Straelen : Straelen diskutiert über das Aus für die Frühjahrskirmes

Werbering-Vorsitzender Wolfgang Pohle bezeichnet die Veranstaltung als "völlig uninteressant" und "für das Image unserer Stadt eher sehr negativ".

Seit Jahrzehnten gibt es in Straelen eine Herbst- und eine Frühjahrskirmes. Doch bereits seit einigen Jahren geht die Resonanz der Bevölkerung in der Blumenstadt zurück und "muss als kläglich bezeichnet werden". So heißt es in einer Stellungnahme seitens der Stadt. Sie hat deswegen in diesem Jahr besondere Maßnahmen ergriffen, um die Frühjahrskirmes attraktiv zu gestalten. So wurde der Standort in die Innenstadt auf den Parkplatz Klosterstraße und auf die Klosterstraße verlegt und "zielgruppenorientierte Werbung" verteilt, heißt es in der Begründung. Doch trotz dieser Bemühungen sieht es nun so aus, als könnte die traditionelle Frühjahrskirmes bald Geschichte sein.

Der Werbering sieht keine Zukunft für die Frühjahrskirmes. Als einen Grund dafür gibt er an, dass die "Geschäftswelt in Straelen" die Kirmes ärgere, gerade weil sie in die Innenstadt verlegt wurde. Doch auch eine Verlegung auf den alten Standort, den Ostwallparkplatz, würde die Straelener Kirmes nicht retten, so der Werbering. Ferner heißt es in dem vom Werbering-Vorsitzenden Wolfgang Pohle unterzeichneten Schreiben an die Verwaltung, dass die Kirmes nicht nur "völlig uninteressant", sondern sogar "für das Image unserer Stadt eher sehr negativ" sei.

Auch wirtschaftlich lohne sich die Kirmes nicht. Demnach sei auch die Sperrung der Innenstadt für den Autoverkehr nicht gerechtfertigt. Deswegen will der Werbering, dass die Frühjahrskirmes ab 2018 ersatzlos gestrichen wird.

Dem widerspricht der Krefelder Schaustellerverband: Er sieht den Grund für die Umsatzeinbußen von 15 Prozent in den hohen Temperaturen von 30 Grad, die zur Zeit der Kirmes geherrscht haben. Auch die Tatsache, dass die Kirmes Ende des Monats stattgefunden hat, sei ein Grund dafür, dass die Besucher nicht so viel Geld wie üblich ausgegeben. Dass die Straelener Kirmes zeitgleich mit der in Kevelaer stattfindet, hält der Schaustellerverband auch nicht für ausschlaggebend, da er es für wichtig hält "gerade für einkommensschwache Familien" eine Kirmes zu ermöglichen. Darüber hinaus gebe es viele Menschen, die sich auf Großveranstaltungen nicht wohlfühlten. Für diese sei die Straelener Kirmes eine Alternative, so der Schaustellerverband.

Ob die Kirmes weiterhin stattfindet oder gestrichen wird, wird am Donnerstag, 14. September, ab 18 Uhr diskutiert. Dort lädt der Ausschuss für Bürgerdienste in den großen Sitzungssaal ein, um über die Zukunft der Straelener Kirmes zu diskutieren.

(RP)