Straelen: Straelen: Ausstellung über Partnerschaft mit Bayon

Straelen: Straelen: Ausstellung über Partnerschaft mit Bayon

Bereits seit 55 Jahren existiert die Städtepartnerschaft zwischen Straelen und der kleinen französischen Stadt Bayon in Lothringen. Aus diesem Anlass eröffnete der Partnerschaftsverein "Freunde von Bayon" am Sonntag eine Ausstellung im zweiten Stock des Rathauses. Anwesend waren neben Monika Lemmen als stellvertretender Bürgermeisterin, Claudia Kurfürst, Leiterin des Stadtarchivs, und zahlreichen Straelener Bayon-Freunden auch 54 Kinder zwischen elf und 15 Jahren und neun Erwachsene aus Bayon. Verantwortlich für die Ausstellung war der stellvertretende Vereinsvorsitzende Joachim Bever, der freimütig zugab, die Arbeit etwas unterschätzt zu haben: "Wir haben sehr viel Material im Stadtarchiv gefunden. Es gibt einige Regalmeter Akten."

Entstanden sind so fünf großformatige Schautafeln, die mit Fotos, Dokumenten und informativen Texten die Freundschaft zwischen Straelen und Bayon nachzeichnen. Der Straelener Josef Engh gehörte während des 2. Weltkrieges zu einem Arbeitskommando, das aus einem Kriegsgefangenenlager nach Bayon geschickt wurde. Dr. Pierre Pierron, seit 1937 Bürgermeister von Bayon, holte ihn aus seiner Baracke und ließ ihn im Garten der Gemeinde arbeiten. Die beiden freundeten sich an und hielten auch nach dem Krieg Kontakt: "Engh konnte nicht voraussehen, dass 15 Jahre später aus seiner Freundschaft (...) eine offizielle Partnerschaft (...) werden würde."

Von dieser Geschichte handeln die ersten beiden Ausstellungstafeln, während sich die dritte dem eigentlichen Kern der Städtepartnerschaft, dem Kinder- und Jugendaustausch, den es mit kurzen Unterbrechungen seit 1966 gibt, widmet. Die vierte Tafel konzentriert sich auf die großen Veranstaltungen wie das Mirabellen-Fest. Die fünfte schließlich gibt Beispiele gemeinsamer Aktivitäten und der verschiedenen gegenseitigen Besuche.

Viele der Anwesenden entdeckten sich auf den Fotos wieder. Monika Grebbin aus Herongen und vom Vorstand des Vereins, wies ihre Söhne Fynn (zehn Jahre), Lasse (acht Jahre) und Gastsohn Jules (elf Jahre) auf besonders interessante Bilder hin: "Meine Schwester und ich waren ziemlich genau vor 30 Jahren zum ersten Mal in Bayon und haben immer den Kontakt zu unserer Gastfamilie gehalten. Mittlerweile in dritter Generation. Der Fynn freut sich schon darauf, demnächst Französisch in der Schule zu lernen, um sich besser verständigen zu können." Beim Austausch wird er im nächsten Jahr dabei sein.

Bever gab den Besuchern noch mit auf den Weg: "Wir hoffen, dass diese Ausstellung dazu anregen wird, sich stärker für die deutsch-französische Freundschaft zu engagieren, indem man aktiv im Verein und im Komitee an der Partnerschaft mitarbeitet."

Für die französischen Gäste stand im Anschluss an die Ausstellungseröffnung die Heimreise an. Laurence Villeger, Präsidentin des Freundschaftskomitees in Bayon, tröstete: "In einem Jahr treffen wir uns Ende Mai in Bayon. Wir hoffen, dass das Wetter genauso mitspielt wie dieses Mal in Straelen."

(ym)