Stenden unter die Lupe genommen

Kerken: Stenden unter die Lupe genommen

Der Rheinische Verein für Denkmal- und Landschaftsschutz lud zu einer Exkursion mit Workshop ein. Das Thema lautete „Stenden – ein Dorf an der Kante“. Rund 20 Personen folgten der Einladung und erfuhren viel Interessantes.

Zu einer Exkursion mit Workshop unter dem Titel „Stenden – ein Dorf an der Kante““ lud der Regionalverband Niederrhein des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz am Samstag ein. Rund 20 Interessierte hatten sich im Haus Backes eingefunden, um historisch gewachsene Strukturen in Stenden unter die Lupe zu nehmen und verschiedene Fragen zu beantworten: Wie wurde in der Vergangenheit mit diesen Strukturen umgegangen und wie wird die Zukunft eventuell aussehen?

In einem ersten Schritt informierte Dr. Julia Obladen-Kauder, die den Workshop gemeinsam mit Dr. Christoph Dautermann, Stefan Kronsbein und Walter Schröder leitete, in einer detaillierten Präsentation über die Gegebenheiten und die Entwicklung in Stenden. Stendens Anfänge liegen bereits im Mittelalter. Genau auf der Kante der „Aldekerker Platte“ entstand ein lang gestrecktes Straßendorf. Auf der höher gelegenen Terrasse gab es Lößboden, der sich für den Ackerbau eignete. Die unteren feuchten Wiesen eigneten sich für die Viehhaltung.

Genau zwischen diesen Ebenen verlief die Dorfstraße, an der sich zahlreiche Höfe ansiedelten, hinter denen die eigentliche Kante oft noch gut erkennbar ist, wie Obladen-Kauder verdeutlichte: „Man sieht, dass es da deutlich hoch geht. Die Kante verläuft hinter der Häuserseite.“ Heute sind es nur noch fünf landwirtschaftliche Betriebe. Während früher unbebaute Flächen vorhanden waren, wurden diese in den letzten Jahrzehnten zugebaut, eine Verdichtung der Ortschaft war das Ergebnis.

Nach dieser Einführung zogen die Teilnehmer mit ihrem Gruppenleiter los, um sich einen der alten Höfe genau anzusehen. Obladen-Kauder und ihr Team spazierten daher die Dorfstraße entlang bis zur Nummer 134. Jeder Teilnehmer war mit Hintergrundinfos sowie Katasterkarten und Baupläne verschiedenen Alters sowie Fotos von 1966 und 1981 ausgestattet.

Das als Weyershof bekannte Gebäudeensemble steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Anhand dieser Unterlagen wurde das Gebäude genau und unter Anleitung von Obladen-Kauder unter die Lupe genommen. Fenster wurden ausgetauscht, Rollos angebracht, der Schornstein wanderte von einer Seite zur nächsten. Viele solcher Änderungen fielen den Teilnehmern ins Auge. Untersucht wurden auch bauliche Änderungen am Ensemble.

Als Abschluss trafen alle Gruppen erneut zusammen und stellten ihre Ergebnisse kurz vor. Da einige der Besitzer ebenfalls anwesend waren, konnte bei einem Teil der Häuser ein Blick in die Zukunft gewagt werden.

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. Stefan Kronsbein resümierte gegenüber unserer Redaktion: „Wir sehen das als unsere Aufgabe an. Es war uns wichtig, mal auf diesen Ort exemplarisch für andere Orte einzugehen.“