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Stefan Welberts, Landratskandidat von SPD, Grünen und Freie Wählern

Gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und Freien Wählern : Stefan Welberts will Landrat werden

Stellvertretender Landrat ist der SPD-Politiker aus Rindern schon, nun bewirbt der 40-jährige Bezirksschornsteinfeger sich um die Position des Chefs in der Kreisverwaltung. SPD, Grüne und Freie Wähler tragen gemeinsam die Kandidatur.

Einen Teil des Amtes kennt Stefan Welberts schon. Als stellvertretender Landrat nahm er schon für Silke Gorißen repräsentative Termine wahr und ist seit ihrem Wechsel ins Ministerinnenamt besonders gefordert. Nun möchte er auch hauptberuflich Landrat werden. Er wird, wie berichtet, als gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und Freien Wählern am ersten Advent antreten, um Chef in der Kreisverwaltung zu werden. Am Freitag stellte er sich mit den Parteien, die seine Kandidatur tragen, in Kevelaer vor.

Wer ist der Kandidat? Back to the Roots, zurück zu den Wurzeln, könnte man sagen, falls Stefan Welberts gewählt wird. Denn seine berufliche Laufbahn begann im Jahr 200 als Auszubildender in der Kreisverwaltung. Vom Kaufmann für Bürokommunikation wurde er dann zum Schornsteinfeger, machte 2012 die Meisterprüfung und studierte zudem Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Niederrhein. Heute ist er Geschäftsführender Gesellschafter der Kehrprofis GbR und Bezirksschornsteinfeger im Kreis Kleve. „Kommunale Wirtschaftsförderung“ war eines seiner Schwerpunktthemen. Welberts lebt in Kleve-Rindern, ist Jahrgang 1982, verheiratet und Vater eines Sohnes. Seine politische Laufbahn begann er im Rat der Stadt Kleve. Seit 2003 ist er SPD-Mitglied, 2020 wurde er in den Kreistag gewählt und auch zum stellvertretenden Landrat. Er engagiert sich unter anderem bei der Feuerwehr, in der Innung und in der Handwerkskammer sowie in Heimat- und Kulturvereinen.

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Warum möchte er Landrat werden? Er sieht sich als personelle Alternative zu den bisher bekannten Mitbewerbern. Die Kandidatur passe zu seinem Leben und Engagement. Er möchte die Erfahrung aus den Ehrenämtern einbringen und Verantwortung übernehmen, erklärte er am Freitag: „Ich will nicht verwalten, sondern gestalten.“

Was sind seine zentralen Themen? Als Unternehmer und Handwerker stellt er die Fachkräftesicherung in jedem Sektor sowie die Unternehmensnachfolge vorne an. Klimaschutz ist der zweite Punkt, der Kreis soll klimaneutral werden. Und er sieht große Herausforderungen für den Kreis in Sachen Katastrophen- und Zivilschutz.

Was macht seine Kandidatur besonders? Peter Driessen war von SPD, Grünen, FDP und den Wählergemeinschaften unterstützt worden. Stefan Welberts wird dagegen der Kandidat der drei Parteien sein. Das heißt, es wird gemeinsame Werbemittel geben, auf dem Wahlzettel wird er nicht als unabhängiger Kandidat, sondern als Bewerber der drei Parteien geführt werden.

Was sagen die Parteien? Die Vorsitzenden berichteten am Freitag von einem intensiven Auswahlverfahren. Es habe mehrere Bewerber gegeben, gut 40 Leute seien an der Entscheidung beteiligt gewesen. Für die Grünen sagte Bruno Jöbkes, man sei von Welberts und seinem Einsatz für den Klimaschutz voll überzeugt. Patricia Gerlings-Hellmanns von den Freien Wählern erklärte, man kenne Welberts aus dem Kreistag gut und halte ihn für den richtigen Kandidaten. Und auch Thorsten Rupp gab sich für die SPD zuversichtlich, mit Welberts die Wahl gewinnen zu können. Er sei engagiert, motiviert und zuverlässig.

Was bedeutet für die Listenverbindung im Kreistag, dass die FDP die Kandidatur nicht mitträgt? Die drei Vorsitzenden wiegelten ab und sehen in der Entscheidung keine Belastung der Zusammenarbeit. Man habe gemeinsam und vertrauensvoll das Verfahren durchführt, es sei immer klar gewesen, dass möglicherweise eine oder mehrere Parteien am Ende einen anderen Weg gehen könnten.