Statt Ferkel treten in Nieukerk Menschen auf Bobbycars an.

Herbstfest : Startklar für Nieukerks neues „Ferkelrennen“

Der Werbering hat sechs rosafarbene Bobbycars im Schweinchen-Design angeschafft. Es gab viel Lob fürs neue Konzept.

In den sozialen Netzwerken ist Harald Giese in den vergangenen Tagen gerne unterwegs gewesen. „Respekt“ und „Hochachtung“, las der Vorsitzende des Nieukerker Werberings dort. „Positiv mit Kritik umgegangen“ sei man, bescheinigten Schreiber aus Oberhausen, Monheim und Mönchengladbach. Es sei zu einer „kreativen Änderung“ gekommen. „Alle Kommentare waren positiv“, zieht Giese Bilanz, nachdem der Werbering nach der Intervention der Tierschutzorganisation PETA auf das traditionelle Ferkelrennen beim Oktoberfest verzichtet hatte. Nur aus dem Ort selber habe es vereinzelt Kritik gegeben, der Werbering sei eingeknickt.

„Wir haben uns einstimmig im Sinne einer weiterhin friedlichen und ungestörten Veranstaltung entschieden“, erläuterte Giese den Beschluss der nach der PETA-Kritik einberufenen Vorstandssitzung. Dort hatten Ulla Strathen und Oliver Preuß die von allen befürwortete Idee eines Bobbycar-Rennens als Ersatz für den Start der Ferkel. Die kleinen Fahrzeuge sind mittlerweile besorgt. Giese: „In Rosa gab es die schon, nur die Schweinchenschnauze musste noch designt werden.“

Die Rennautos für den 13. Oktober sind also startklar. Jetzt werden die Fahrer gesucht. Und die Verantwortlichen des Werberings sind sich sicher, dass es genug Teilnehmer für das Spektakel auf vier kleinen Rädern gibt. So groß wie im vergangenen Jahr, als sich 32 meldeten und auf die Ferkel setzten, sollte das Feld sicherlich wieder werden. Wie bisher dürfen Jugendgruppen aus der Gemeinde Kerken mitmachen. Jede teilnehmende Mannschaft bekommt 25 Euro Startgeld. Im K.O.-System werden dann die Duelle auf der rund 30 Meter langen Strecke gefahren. Die Verlierer des Halbfinales machen den dritten Preis unter sich aus, die Gewinner treffen im Finale aufeinander, wenn es um Rang eins und zwei geht. Um 13.30 Uhr geht es auf der Rennstrecke, die so aufgebaut ist wie in den Vorjahren, los. Gegen 15 Uhr dürfte der Sieger gefunden sein, der dann auf der Bühne an der Krefelder Straße geehrt wird.

Die Bobbycars werden den Vereinen zugelost. Auf eine Altersbeschränkung und -gruppierung wird verzichtet. „Die Kleinen sind auf den Bobbycars nicht im Nachteil“, weiß Giese aus eigener Erfahrung. Er und die anderen Mitglieder des Werberings hatten beim Fototermin am Freitag doch gewisse Probleme, sich mit den langen Beinen auf den kleinen Flitzern optimal zu positionieren.

„Das soll eine Riesen-Gaudi werden“, wünschen sich die Organisatoren des Werberings. Sie betonten bei der Präsentation der Bobbycars noch einmal, dass in den vergangenen mehr als 15 Jahren des Ferkelrennens der Tierschutz stets beachtet worden sei. Auch das Kreisveterinäramt habe die Veranstaltung nicht untersagt, allerdings nach der PETA-Forderung auf Verzicht eine Neuüberlegung empfohlen.

Der breite Applaus für das neue Konzept lässt die Nieukerker jetzt auf neue Besucher für das Oktoberfest hoffen. Entsprechende Ankündigungen hat es im Netz im Verbund mit anerkennenden Worten jedenfalls schon gegeben.

Die neuen Gäste, die dann zum Teil von weit her kämen, erleben laut Giese ein unverändertes Rahmenprogramm. Musik erklingt auf der Bühne an der Krefelder Straße, auf der unter anderem auch die Gewinner der Aktion „Heimatshoppen“ gewürdigt werden.

Es gibt einen Trödlermarkt für Erwachsene, für den KLG unter Telefon 0170 9471612 Anmeldungen entgegen nimmt. Auch ein Kindertrödelmarkt wird organisiert. Hierfür sind Anmeldungen bei Kindermode „Känguru“, Telefon 02833 3061, möglich. Ein Handwerkermarkt wird aufgebaut, und auch diverse Fachhandwerker machen die Besucher auf ihre Betriebe aufmerksam.

Nicht zuletzt sorgt die Nieukerker Gastronomie dafür, dass Hunger und Durst keine Chance haben. Zu den Delikatessen zählen Flammlachs und Gegrilltes.

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