Viele Menschen bei Erinnerung an Reichspogromnacht

Gedenken : Erinnerung an die Reichspogromnacht

„Die Mahnwache ist mittlerweile zum gesellschaftlichen Ereignis der Stadt Geldern geworden. Das wird auch durch die Anwesenheit des Bürgermeisters deutlich.“ Mit diesen Worten bedankte sich Bernd Bianchi vom Gelderner Ortsverband der Grünen bei den etwa 60 Teilnehmern, die zu der Gedenkveranstaltung gekommen waren, die an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 erinnerte.

Man traf sich am Nordwall 39, dort, wo vor 80 Jahren noch die Synagoge und die jüdische Schule gestanden hatten. Der Eigentümer des Grundstücks hat die Möglichkeit eröffnet, das Rolltor zum Gelände aufzuschließen. Sonst hätte man auch nicht genug Platz auf dem Gehweg gehabt. Bianchi las den Brief von Nils Bunse und Tobias Schmidt vor, der am gleichen Tag noch in der Rheinischen Post abgedruckt war. Damit machte er darauf aufmerksam, dass man diese Mahnwache vor allem für die Jugend abhalte, damit die Schrecken des Nationalsozialismus mit Intoleranz und Hass auch in Zukunft nie vergessen würden. Die Teilnehmer der Mahnwache gedachten schweigend der jüdischen Opfer aus Geldern. Sie erinnerten an deren Schicksal und auch an das von Paul Holla, der als SPD-Ratsmitglied an den Folgen von Misshandlungen in sogenannter „Schutzhaft“ und der Verschleppung ins Konzentrationslager Esterwegen starb.

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