Mahnwache: Schweigemarsch und stilles Gedenken

Mahnwache : Schweigemarsch und stilles Gedenken

„So groß war die Beteiligung noch nie“, stellten die Mitglieder der Grünen fest, als sich der Platz am Nordwall 37 mit nahezu 100 Gelderner Bürgern füllte. Zum stillen Gedenken an die Geschehnisse und die Opfer der Reichspogromnacht am 9. November 1938 fand die jahrelang von Bernd Bianchi, Gründungsmitglied der Gelderner Grünen, am Leben gehaltene Mahnwache statt.

Zuvor trafen sich Anwohner aus dem Wohngebiet Havelring, die gemeinsam einen Schweigemarsch zum Standort der ehemaligen Synagoge antraten. Initiiert wurde dieser Marsch von Gerry de Raef, den die politische Situation dazu bewogen hat, die Nachbarschaft als Zeichen für eine freie Demokratie zur Teilnahme aufzurufen. „Demokratie ist kein Selbstläufer“, so de Raef. Außerdem werde ihm gewisse politische Gruppierungen zu laut. Nach kurzer Ansprache zu seinen Beweggründen machten sich über 20 Nachbarn auf den Weg zur Veranstaltungsstätte. Auch Vertreter aller Parteien waren zahlreich erschienen. Nachdem Bürgermeister Sven Kaiser ein paar Begrüßungsworte anstelle des im Mai verstorbenen Ratsmitglieds Bianchi an die Anwesenden gerichtet hatte, wurde in aller Stille an die Verfolgung und Ermordung der Juden sowie an die Opfer des aktuell aufkeimenden Fremdenhasses gedacht.

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