Geldern : Mahnende Worte von Eva Weyl

KEVELAER In dem Klassenraum ist es so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, während Eva Weyl ihre Geschichte erzählt.

KEVELAER In dem Klassenraum ist es so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, während Eva Weyl ihre Geschichte erzählt.

Die Schüler der Jahrgangsstufe 9 und andere Interessierte verfolgen gebannt den Vortrag von Eva Weyl, Überlebende des Durchgangslagers / Konzentrationslager Westerbork (Niederlande), die bereits zum fünften Mal am KvGG zu Besuch ist. Unter Bezugnahme auf persönliche Fotos und historische Dokumente erzählt die 82-jährige Eva Weyl, die als eine der wenigen niederländischen Juden den Holocaust überlebte, ihre Geschichte. Für ihr besonderes Engagement erhielt sie im Januar auf Vorschlag der Landesregierung NRW das Verdienstkreuz am Bande. Die Schüler fanden es bewundernswert, dass sie ihren Frieden mit Deutschland gemacht hat und immer wieder ihre Erlebnisse erzählt, um die Menschen über diese Zeit aufzuklären und vor einer Wiederholung zu warnen. Ihr Appell an die Schüler: "Ihr habt keine Schuld an der Vergangenheit, aber eine große Verantwortung für die Zukunft. Lasst euch nicht von den Menschen das Gehirn vernebeln, sondern denkt nach, erinnert euch an mich und an dieses Treffen." Auf die Frage einer Schülerin, ob sie Angst vor dem aufsteigenden Antisemitismus in Deutschland habe, antwortete Eva Weyl, dass sie keine Angst mehr habe und auch weiterhin offen als Jüdin lebt.

(RP)
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