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Geldern: Schüler schreiben 600 Briefe für Amnesty International

Friedrich-Spee-Gymnasium : Mehr als 600 Briefe für Menschenrechte

Jedes Jahr setzen sich die Schüler vom Friedrich-Spee-Gymnasium an ihre Tische, nehmen ihre Stifte in die Hand und schreiben Briefe für die Freiheit. Beim Briefmarathon der Menschenrechtsorganisation Amnesty International machen sie mit, um gegen Menschenrechtsverletzungen in der ganzen Welt vorzugehen.

Allein am FSG kamen so mehr als 600 Briefe zusammen.

Dafür haben sich die Schüler zunächst mit den Schicksale der unterdrückten Menschen beschäftigt: Da ist zum Beispiel Magai Matiop Ngong, ein 17-Jähriger, der im Südsudan aufgrund eines tödlichen Unfalls zum Tode verurteilt wurde. Da sind die Jugendlichen, welche die kanadische Regierung dazu auffordern, die giftigen Altlasten in ihrem Gebiet zu beseitigen, da dieser Giftmüll die indigene Bevölkerungsgruppe bedroht. Oder: Ibrahim Ezz El-Din, der in Ägypten aufgrund seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit festgenommen und inhaftiert wurde. Er arbeitet für die „Egyptian Commission for Rights and Freedoms“. Er ist bereits die fünfte Person dieser Organisation, die verschwunden ist und inhaftiert wurde.

Yasaman Aryani hat gewaltlos gegen die Kleiderordnung in Iran protestiert, doch der Staat duldet keine Kritik an den frauenfeindlichen Gesetzen. Die junge Frau wurde zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Emil Ostrovko ist ein minderjähriger Schüler aus Minsk. Er hatte bereits einen Studienplatz, als er durch seinen Nebenjob als Kurier ohne sein Wissen in Drogengeschäfte verwickelt wurde. Ein Gericht hat den damals 17-jährigen Emil trotzdem zu acht Jahren Haft verurteilt.

Da ist der 14-jährige Maya José Adrián, der von der mexikanischen Polizei schwer misshandelt wurde. Laut Polizeibericht wurde er wegen Vandalismus und Beschädigung des Polizeiwagens festgenommen, obwohl er unschuldig ist. Er wurde bei der Festnahme gegen den Polizeiwagen geschleudert und von den Polizisten verletzt.

In China werden Angehörige der uigurischen Minderheit unterdrückt und sogar im Ausland verfolgt, wie bei dem Fall von Yiliyasijiang Reheman, der in Ägypten festgenommen wurde. Man weiß nicht, wo er ist, möglich ist, dass man ihn in ein Umerziehungslager gesteckt hat.

Nasu Abdulaziz ist obdachlos, Fußballfan und in seiner Freizeit gern mit seinem Fahrrad unterwegs. Seine Siedlung wurde nach Anweisung nigerianischer Behörden gewaltsam geräumt und zerstört, doch Nasu Abdulaziz kämpft um sein Recht auf Wohnen.

Seit ein schlimmer Taifun ihr Dorf Matarinao zerstörte, setzt sich die junge Aktivistin Marinel Sumook Ubaldo für Klimaschutz ein und fordert Umdenken auf den Philippinen, aber auch weltweit.

Aufgrund ihres Einsatzes für eine Flüchtlingshilfsorganisation auf Lesbos drohen Sarah Mardini und Seán Binder bis zu 25 Jahre Haft, da die griechischen Behörden die engagierten Menschen nicht unterstützen, sondern kriminalisieren.

In den Briefen drückten die Schüler ihre Solidarität mit Menschen aus, deren Rechte verletzt werden, und appellieren an Regierungen, die Menschenrechte zu achten. Mithilfe der Briefen soll Druck auf die Regierungen ausgeübt werden. Doch sie helfen auch den betroffenen Angehörigen, da man ihnen zeigt, dass sie nicht alleine gegen die Menschenrechtsverletzungen kämpfen.

Die Aktion am Gymnasium fasste Carolin Gores zusammen.