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Die Firma Bett-Art aus Geldern braucht eine Erweiterungsfläche.

Unternehmen in Geldern : Bett-Art will am Pannofen weiter wachsen

Die Traditionsfirma will etwa ab Sommer 2021 ihre Matrazen am neuen Standort produzieren.

Geschäftiges Treiben herrscht in der Halle. Mit einem Hubwagen wird ein Stapel Kartons bewegt. Matratzen gleiten sanft über Rollen. Wo sie stoppen, kommt ein großes Brett von oben und übt Druck auf sie aus. Überall warten Materialien darauf, weiter verarbeitet zu werden. Manchmal ist es in den Durchgängen ziemlich eng. Und hier liegt das Problem für die Firma Bett-Art: Sie hat zu wenig Platz.

Dabei ist die jüngste Erweiterung noch gar nicht so lange her. Im Frühjahr 2017 wurde die Firmenfläche an der Weseler Straße von 3000 auf 4000 Quadratmeter vergrößert. „Doch jetzt ist alles ausgereizt“, sagt Bruno Maghs, der gemeinsam mit seiner Frau Ursula die Geschäfte führt. „Wir müssen manche Aufträge wegen mangelnder Kapazitäten leider ablehnen“, ergänzt ihr Sohn Stefan, der als Gesellschafter in dem Familienunternehmen tätig ist. Eine Erweiterung sei dringend nötig. Die könnte am Pannofen erfolgen, wie Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Lucas van Stephoudt bei einem Firmenbesuch erläuterten.

Ein schon in der Erschließung befindliches Areal von etwa 20.000 Quadratmeter passt vom Zuschnitt her zwar nicht. Doch die benachbarte Fläche, auf der laut Bürgermeister Kaiser einst Unimicron expandieren wollte, ist geeignet. Eine Gesamtfläche von 19.000 Quadratmetern ist über den virtuellen Gewerbeflächenpool beantragt worden. Das Verfahren läuft über die Bezirksregierung, die für die Anfrage grünes Licht geben muss. Die Familie Maghs hofft ebenso wie die Stadtverwaltung, dass die landesplanerische Anfrage zügig bearbeitet wird. Denn Bett-Art möchte ab Sommer oder Herbst 2021 am Pannofen produzieren. „Eine 6500 Quadratmeter große Halle würden wir dort sofort bauen“, kündigt Stefan Maghs an. Für weitere 3000 Quadratmeter bestünde am neuen Standort eine Option. Das alte Firmengelände an der Weseler Straße würde dann vermietet oder verkauft.

Dort produziert das Unternehmen pro Jahr 100.000 Matratzen und Topper, das sind dünne Matratzen. „Wir verzeichnen in den vergangenen Jahren eine stetige Steigerung“, beschreibt Stefan Maghs die Umsatzentwicklung. „Unsere Prognosen werden regelmäßig übertroffen“, ergänzt sein Vater Bruno. Aus Geldern gehen die Matratzen vor allem an Großkunden und den Fachhandel in alle Welt, bis nach Lettland, Paraguay und Australien. Zehn bis 15 Prozent der Produkte laufen laut Stefan Maghs unter dem eigenen Markennamen, der Rest bekommt Kundenlabel.

Online sind die Maghs’ selbst nicht unterwegs, doch ihre Kunden vertreiben die Bett-Art-Matratzen im Internet, was sich dann wiederum spürbar auf die Produktion in Geldern auswirkt.

Von der größeren Fläche am Pannofen erhofft sich Ursula Maghs die Erfüllung nicht zuletzt dieses Wunsches: „Entspannt produzieren. Nicht ständig Waren umräumen und verschieben, um die Wege freizuhalten.“ Ein vernünftiges Hochregallager soll entstehen, vier Rampen statt bisher einer sollen für eine schnellere Abfertigung der Lieferanten sorgen.

Im Zwei-Schichten-System arbeiten die 30 Beschäftigten von Bett-Art. Von Zeitarbeitsfirmen, die das ganze Jahr über Produktionsspitzen auffangen, wurden sechs Mitarbeiter in die Stammbelegschaft übernommen, einer ist mittlerweile Vorarbeiter in der Kleberei.

Zufrieden ist die Geschäftsführung auch mit den vier Kollegen aus Syrien, von denen einer die Spätschicht leitet. Am neuen Standort am Pannofen, so erwartet Stefan Maghs, könnten in Zukunft nicht nur neue Maschinen, sondern auch mehr Mitarbeiter zum Einsatz kommen.