Aktionstag mit der Polizei an Gelderns Realschule An der Fleuth

Realschule An der Fleuth : Erster Einblick in den Polizeiberuf

Fragt man Schüler nach ihren beruflichen Vorstellungen, so nimmt der Polizeiberuf im Ranking der Traumberufe mit Sicherheit einen der ersten Plätze ein. Streifendienst, Verkehrskontrollen, Ermittlungen oder Zeugenbefragungen versprechen einen abwechslungsreichen Berufsalltag.

Dazu kommt der Wunsch, Menschen helfen zu wollen und zugleich Ansehen und Respekt zu genießen. Die Darstellung in spannenden Kriminalserien wirken verstärkend, blenden aber auch die weniger interessanten Arbeiten im Polizeidienst, wie etwa das Erledigen von Papierkram, aus. Umso wichtiger ist es, einen realistischen Einblick zu erhalten. Diese Möglichkeit hatten 13 Schüler der Jahrgangsstufe zehn der Realschule An der Fleuth unter fachlicher Leitung des Polizeihauptkommissars Rüdiger Reusch.

Zu Beginn galt es zu klären, was eigentlich Teamfähigkeit ist. Im nachfolgenden Planspiel mussten sich die Teilnehmer in ein Team von Polizeianwärtern versetzen, das aufgrund einer personellen Notlage die Sicherheit einer mittleren Stadt von etwa 90.000 Einwohnern übernehmen musste. Zu diesem Zweck galt es, auf dem ausliegenden Stadtplan eine Polizeiwache so zu positionieren, dass unter Berücksichtigung der Verkehrssituation Problemviertel mit hoher Kriminalitätsrate, Drogenmilieus, Vergnügungsviertel überwacht werden konnten. Zudem musste geklärt werden, welche Funktion die Polizei im Rahmen der inneren Sicherheit hat, welche Polizeikräfte zur Verfügung stehen und welche speziellen Aufgaben und mit welchen Einsatzmitteln zu bewältigen sind. Ausgehend von Erfahrungen der Schüler wurden auch die Einsatzmöglichkeiten privater Sicherheitsdienste und deren Befugnisse thematisiert und verdeutlicht, dass nur die Polizei Staatsgewalt ausüben darf.

Überraschend für die Schüler war die Erkenntnis, dass im Zeitalter der Digitalisierung immer noch der Kugelschreiber das wichtigste Einsatzmittel eines Polizisten ist. Deutlich gemacht wurde auch, dass trotz der Einstellung von 2500 Polizeianwärtern pro Jahr die Polizei nicht überall gleichzeitig sein kann. Infolgedessen verschieben sich je nach aktueller Situation die Prioritäten verstärkter Polizeipräsenz. Rollenspiele zur Stärkung der Handlungskompetenz bildeten den Abschluss des Projekttages.

Sicher ist: Aufgrund des hohen Interesses wird im kommenden Halbjahr ein weiterer Projekttag angeboten.

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