67 Pilger wanderten von Straelen nach Lüftelberg in der Eifel.

38. Straelener Herbstwallfahrt : Auf dem Weg zur Heiligen Lüfthildis

Pilgern befreit die Seele. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man den ganzen Tag an der frischen Luft ist. Die Wanderführer zeigen den Weg und man muss nur mitgehen. Auf dem Weg singen und beten die Teilnehmer, leben Stille, sprechen über Gott und die Welt und haben oft Spaß.

Hin und wieder wurde eine Pause eingelegt, wie hier auf einer Brücke. Foto: Nieskens

Eine innere Gelassenheit macht sich breit. Die Pilgergemeinschaft ist ein lebensbejahender Trupp. Die 38. Straelener Herbstwallfahrt führte in die Eifel – ausgehend von Kloster Steinfeld in Kall über Blankenheim, Bad Münstereifel, Euskirchen-Flamersheim und Rheinbach nach Meckenheim-Lüftelberg zur Heiligen Lüfthildis. Bei wunderbarem Wanderwetter waren die Strecken relativ problemlos zu meistern. Wanderführer Toni von Pluto und seine Auszubildenden im dritten Lehrjahr, Hermann Brimmers und Christian Gomolka, meisterten ihre Aufgabe souverän. Insgesamt haben 67 Pilger eine Strecke von 84 Kilometern zurückgelegt. Das Organisationsteam ist da selbstverständlich ausgenommen. Viele Leute arbeiten im Hintergrund, um den anderen das Gehen zu ermöglichen. Besonders glücklich waren die Pilger, wieder von „ihrem“ Pilgerpastor Ludwig Verst begleitet worden zu sein. Das Messevorbereitungsteam hat das Thema „Damit niemand vor verschlossenen Türen stehen muss“ als übergreifendes Thema festgelegt und in fünf Tagesabschnitte eingeteilt. Die morgendlichen „anderen“ Messen in den Turn- und Schützenhallen haben die Pilger sehr berührt. Der Tag wurde mit Liedern, Geschichten, Gebeten und Meditationen begrüßt, und so war der Abstand vom Alltag sofort da. Es ist schon ein Luxus, so viele Musikanten dabei zu haben. So kamen Blockflöte, Bass-Klarinette, Trompete, Posaune und Gitarre zum Einsatz. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt hier Christine Schultes. Sie hat – wie in den vergangenen Jahren – ein großes Pilgertuch gestaltet, das allmorgendlich aufgehängt und Tag für Tag um vorgetragene Texte, Lieder und Gebete ergänzt wurde. Dargestellt ist die offene Tür, die ein Jeder durchschreiten kann, das alte Leben hinter sich lassend, um sich zu neuen Wegen aufzumachen. In ein neues Leben, wo mehr Achtsamkeit, Zurückhaltung und mehr Mut zum Anderssein eine bedeutende Rolle spielen kann. Dieses Pilgertuch wird in den kommenden Wochen in den Kirchen in Straelen aushängen. Fünf Tage waren die Pilger unterwegs und haben in Turnhallen übernachtet, mit Schlafsack und Matratze. Chefin und Chef im komplett eingerichteten Küchen-Lkw waren einmal mehr bestens aufgestellt Käthe und Peter Hüpkes, mit den Töchtern Hilde und Christa. Das Essen war wieder sowas von lecker – ganz wie bei Muttern. Am Ziel war nach vielem Händeschütteln, reichlich Beglückwünschen und Umarmungen Zeit für den fröhlichen Schlusspunkt der Wallfahrt, den bunten Abend. Neue Wallfahrtskönigin ist die „Spindelkönigin“ Vera Nellessen. An ihrer Seite agierte souverän Kilian Schulte, der „Luftikus“. Pilgermutter Petra Jacobs war am Ende der Reise glücklich, alle Pilger wohlbehalten zu Hause begrüßen zu können, und ließ die Woche bei der Schlussandacht Revue passieren. Dabei wurden geehrt: für fünf Jahre Sophie und Till Arians sowie Julia Jacobs und Nelli Jansen, für zehn Jahre Gerd Berghs und Hermann Brimmers, für 15 Jahre Niklas Röttges und Johannes (Tüffi) Theunissen, für 20 Jahre Rita Janssen sowie Elisabeth und Josef Theunissen.