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Geldern: Stadt schleppt "Schrott-Räder" vom Bahnhof ab

Geldern : Stadt schleppt "Schrott-Räder" vom Bahnhof ab

Es sah nach drastischen Maßnahmen aus, was Mitarbeiter des Gelderner Ordnungsamtes gestern taten. Sie musterten am Bahnhof die Fahrräder, die am Geländer der Rollstuhl-Rampe zu den Gleisen angekettet waren. Dann legten sie den Bolzenschneider an, durchtrennten Schlösser und luden Räder in einen Transporter, um sie wegzubringen.

Beobachter hielten das Ganze für ein hartes Durchgreifen gegen "Falschparker": Es ist nämlich verboten, Räder am Geländer anzuketten. Tatsächlich hatte die Aktion aber andere Gründe, erklärt Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt auf RP-Anfrage. Man habe 16 zumeist schrottreife Fahrräder abgeholt, die lange nicht mehr bewegt worden waren und die vermutlich niemand mehr wegbringen wolle.

Zur Vorbereitung hatte das Ordnungsamt die Räder am 30. März fotografiert. Wenn sie nun gestern genau so dastanden - verglichen wurden Position, Ventilstände, Anbringung der Schlösser und dergleichen - wurden sie weggenommen.

"Alle Räder sind selbstverständlich wohlbehalten auf dem Bauhof angekommen", betont van Stephoudt. "Sie werden behandelt wie Fundräder." Das heißt: Wer sein Rad wiederhaben will, muss sich im Bürgerbüro melden. Ein halbes Jahr ist dafür Zeit. Die Stadt vermutet aber, dass alte Räder zur "Entsorgung" am Bahnhof abgestellt werden. Warum sich jemand diese Mühe machen sollte, bleibt offen.

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Einfach "nur" regelwidrig abgestellte Fahrräder werden vom Ordnungsamt nicht auf diese Weise abgeschleppt. Von Zeit zu Zeit, wenn das Fehlverhalten mal wieder überhand nehme, hefte man Mahn-Zettel an die Räder, erklärt der Stadt-Sprecher: "Meistens hilft das auch" - zumindest für eine Weile. Auch Bußgelder wären möglich, darauf hat die Stadt aber noch nicht zurückgegriffen.

Die falsch parkenden Fahrräder am Geländer der Rampe sind tatsächlich ein Problem. Wenn es zu viele werden, und das auch noch auf beiden Seiten des Geländers, kommen Menschen mit Rollatoren, Kinderwagen oder Rollstühlen nicht mehr durch. Und die, die ein Geländer zum Festhalten brauchen, zum Beispiel, weil sie nicht gut zu Fuß sind, können es nicht mehr nutzen. Es gebe deshalb immer wieder Beschwerden, betont van Stephoudt: "Diese Rampe dient behinderten Menschen dazu, überhaupt auf den Bahnsteig zu kommen."

(szf)