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Geldern: Sprachpate werden - Flüchtlingen im Alltag helfen

Geldern : Sprachpate werden - Flüchtlingen im Alltag helfen

Kleve Der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kreisverband Kleve, startet das Projekt "Sprachpaten für Flüchtlinge". "Sprache ist der erste und wichtigste Schritt zur Integration", sagt Bettina Trenckmann, Vorsitzende des Kreisverbandes. Das Projekt möchte ehrenamtlichen Helfern Mut machen, den Flüchtlingen und Asylbewerben Deutsch beizubringen. Marion Kurth ist die Fachbereichsleiterin der AWO für Kinder, Jugend und Familie und unterstützt das Projekt: "Der Wille für ehrenamtliche Arbeit ist bei vielen vorhanden. Jetzt wollen wir die Leute dazu ermutigen, dass sie auch ohne eine pädagogische Ausbildung den Flüchtlingen unsere Sprache beibringen können", sagt sie.

Veronica Brückner ist vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen und musste die Sprache neu lernen und sich an Deutschland gewöhnen. Mittlerweile lebt sie in Kevelaer, betreut ehrenamtlich junge, erwachsene Asylbewerber und bringt ihnen die deutsche Sprache bei. Die Jugendlichen sind mit 14 Jahren aus ihrem Land Eritrea geflüchtet. Andernfalls wären sie Kindersoldaten geworden.

Damit ihnen dieses Schicksal erspart blieb, haben die Familien ihre Kinder nach Deutschland geschickt. In ihrem Infofilm zum Flüchtlingsthema sagt Brückner: "Es ist wichtig, dass man die Leute im Alltag an die Hand nimmt. Besonders einfache Wörter und Sprachwendungen für den täglichen Bedarf sind wichtig."

Das ist auch die Intention des Projektes der AWO. Es werden Menschen gesucht, die anderen Menschen bei ihrem Start in ein neues Leben, als ehrenamtliche Paten helfen wollen.

"Viele Helfer denken, dass sie ohne eine pädagogische Ausbildung nicht in der Lage seien, den Flüchtlingen unsere Sprache beizubringen", sagt Trenckmann. Die Helfer bräuchten keine fremdsprachlichen Kenntnisse, es reiche, wenn mit "Händen und Füßen" unterrichtet werde, erklärt sie weiter. Sprachpate zu sein bedeutet also, den Flüchtlingen ein alltagstaugliches Vokabular beizubringen. Dabei sind Grammatik und Rechtschreibung nachrangig. Deshalb kann von jedem unterrichtet werden, der gerne helfen möchte.

Da Sprachkurse nicht öffentlich gefördert werden, will die AWO dies ehrenamtlich durchführen: "Wir möchten mit dem Projekt die Organisationen unterstützen und erweitern. Das heißt, dass wir die Paten für die Sprachkurse schulen und dann den jeweiligen Kommunen anbieten, kostenlose Elementarsprachkurse in geeigneten städtischen Räumlichkeiten über das Familienbildungswerk durchzuführen", so Kurth. Die Schulungen der AWO sind kostenlos und den Helfern werden notwendige Auslagen erstattet. Außerdem erhalten sie einen Versicherungsschutz.

Der erste Schritt ist es, Leute aus verschiedenen Kommunen zu finden und diese zu ermutigen, die Flüchtlinge im Alltag zu unterstützen, in dem sie unsere Sprache lernen. Grammatik und Rechtschreibung sind dabei nachrangig.

Interessierte können sich beim AWO Kreisverband Kleve unter der Telefonnummer 02821 8993930 oder in der AWO Geschäftsstelle in Kleve, Thaerstraße 21 melden.

(RP)