Was macht eigentlich...?: Sportlerin mit Leib und Seele

Was macht eigentlich...?: Sportlerin mit Leib und Seele

Sechs Jahre in der Nationalmannschaft, Bauingenieurin und Weltenbummlerin: Bei Anne van Bonn ist immer Action angesagt, selbst wenn sie nicht für ihren aktuellen Verein auf dem Feld steht. Zurzeit spielt sie beim Erstligisten SC Sand.

"Ich mache einfach unglaublich gerne Sport und mag es mich zu bewegen", erklärte Anne van Bonn, die über die Weihnachtstage zurück in die Drachenstadt kam. Sie war in 30 Spielen der U 19- bis U 23-Nationalmannschaft von 2002 bis 2008 dabei, doch es zieht sie jedes Jahr wieder heimwärts nach Geldern. Hier wurde sie am 12. Oktober 1985 geboren "und hier mache ich dieses Jahr ganz viel mit meinen Nichten und Neffen". Denn wenn es nämlich eine Sache gibt, die man definitiv über die Power-Frau Anne van Bonn wissen muss, dann die, dass sie eigentlich immer in Action ist.

Seit sie sechs Jahre alt war, steht sie auf dem Fußballplatz. Nach dem GSV Geldern stand sie ab 2001 beim FCR Duisburg unter Vertrag, ab 2011 kickte sie für den 1. FC Lokomotive Leipzig und spielte kurz danach für ein Jahr beim FSV Gütersloh. Eine turbulente Reise, doch im Anschluss fand sie so 2013 ihre Heimat beim baden-württembergischen Sportclub Sand. "So bin ich vom Abstiegs- zum Aufstiegskandidaten gewechselt", erinnerte sich van Bonn. "Ich hatte mir damals vorgenommen: Ich mache es als Spielerin ein Jahr, und wenn wir nicht aufsteigen, gehe ich weg." Doch das Experiment gelang und der SC Sand schnellte von der zweiten in die erste Liga.

"Seitdem läuft es gut, und wir haben bereits zwei Mal, 2016 und 2017, das Pokalfinale erreicht." Hat sie aber auch schon einmal über den Ruhestand nachgedacht? Die 32 Jährige antworte ganz klar: "Ich mache so lange weiter, wie mein Körper mitmacht. Sonst würde mir einfach was fehlen!"

Anne van Bonn hat aber noch viel mehr Talente als den Fußball. Nach ihrem Abitur auf dem Friedrich-Spee-Gymnasium 2005 interessierte sie sich für die Architektur. Sie ist seit 2013 Bauingenieurin und hat bereits Zusatzqualifikationen in den Bereichen Wasserbau und Umwelt, denn diese Aspekte liegen ihr sehr am Herzen: "Das ist die Zukunft! Nicht nur finde ich diese Gebiete interessant, sondern die Welt wird leider immer mehr zugemüllt, so dass man einfach mehr auf die Natur achten muss. So kann man dazu beitragen, dass es der Erde wieder besser geht."

Parallel zu ihrer sportlichen Anstellung funktioniert das Ganze aber nicht. "Ich habe sogar kurzzeitig versucht so als Teilzeitjob als Bauingenieurin zu arbeiten", verriet sie. "Doch das geht einfach nicht und ist auch nicht vereinbar mit dem Zeitaufwand des Leistungsfußballs, den ich betreibe." Denn was Anne van Bonn macht, das macht sie zu 100 Prozent. Dies ist eine Tatsache, die sich auch auf ihre freien Tage erstreckt, wenn sie sich denn mal welche gönnt.

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Gemeinsam mit ihrer Freundin Claudia von Lanken, die sie seit 2011 kennt und die aktuell als Geschäftsstellenleiterin des SC Sand tätig ist, reist sie unglaublich gerne. "Und nie in das gleiche Land zwei Mal", gaben beide zu bedenken. "Denn wir wollen so viel wie möglich sehen!" Besonders am Herz liegt ihnen ein "Doppelprogramm aus Strandurlaub und Kultur". Dabei gibt es eine Sache, die immer mit im Gepäck ist: "Im Sommer gehe ich ohne Tennisschläger nirgendwo hin."

Wird Tennis eine zweite Karriere? "Nein, nein", meinte van Bonn lachend. "Ich mag einfach diesen Sport und viele andere auch." Squash, Badminton und Krafttraining sind einige Beispiele. Van Bonn dachte weiter nach, aber hielt dann inne: "Aber manchmal, da mache ich mir dann auch einen ganz faulen Tag und bleibe einfach im Bett liegen, so etwas gibt es natürlich auch. Danach will ich dann aber wieder trainieren." Claudia von Lanken erklärte schmunzelnd, "dass ich gerne mit ihr trainiere, aber sie übertreibt es auch manchmal." Van Bonn fühlte sich ertappt und meinte abschließend verschmitzt: "Ich bin halt nicht auszustehen, wenn ich keinen Sport mache."

Während ihrer Reisen hatten sie sogar einmal absolutes Glück: "Wir waren auf der letzten kompletten Tour der Costa Concordia", erinnerte sich Claudia von Lanken. "Wir sind nur drei Tage, bevor das Schiff im Januar 2012 untergegangen ist, von Bord gegangen."

"Was macht eigentlich...?" ist eine Aktion der Rheinischen Post und der Stadtwerke Geldern.

(cnk)
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