Volleyball: Zwei Schwestern, drei Feier-Gründe

Volleyball: Zwei Schwestern, drei Feier-Gründe

Die Kevelaererinnen Melanie und Lena Verheyen, einst für den VC Eintracht aktiv, haben mit Bayer Leverkusen den Sprung in die Erstklassigkeit geschafft. Daneben gab es die Zweitliga-Meisterschaft und Lenas Geburtstag zu feiern. Schwester Alina spielt bereits erfolgreich in der Jugend.

Viele Spielerinnen haben in den vergangenen Jahren die Mannschaft des einstigen Volleyball-Regionalligisten VC Eintracht Geldern verlassen und anderswo ihr Glück und neue sportliche Herausforderungen gesucht. Zwei kleine Mädchen aus Kevelaer, die beim VCE das Volleyball-ABC erlernten und vor zehn Jahren im Münsteraner Volleydrom beim Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zwischen Münster und Schwerin erstmals Bundesliga-Luft schnupperten, sind nun selbst in der ersten Liga angekommen.

Zu Halbprofis gewachsen

Heute lachen Melanie und Lena Verheyen, wenn sie die alten Fotos von 2001 sehen, auf denen die damals zehnjährige Lena etwas verlegen den Deutschen Pokal in Händen hält und die zwei Jahre ältere Melanie die Meisterschale präsentiert. Nächste Saison spielt das Kevelaerer Angreifer-Duo in der Mannschaft von Erstliga-Aufsteiger Bayer Leverkusen nun selbst um beide Trophäen. Die Fans von damals sind nun selbst Erstliga-Spielerinnen. Aus den Kindern sind junge Frauen geworden. Bei der Frage, ob sie wie die unter Jupp Heynckes trainierenden Bayer-Fußballer nun hoch bezahlte Profis werden würden oder weiter eher Amateur-Status hätten, überlegen beide. "Wir sind keine Amateure. Halbprofis ist wohl der bessere Begriff", sagt Lena Verheyen, die schon 2008 – ein Jahr vor ihrer Schwester Melanie – nach Leverkusen wechselte. Nur der Volleyball allein bestimmt nicht den Alltag der Schwestern, die in einer WG kurz bei der Heimspiel-Halle wohnen. Die 22-jährige Melanie Verheyen absolviert eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Die 20-jährige Lena, die auf einer Elite-Schule des Sports in Leverkusen ihr Abitur machte, hat eine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen. Dazu bestimmten fünf Trainingseinheiten pro Woche, ein zusätzliches Training vor Heimspielen und bislang die Spiele in der zweiten Bundesliga den Tagesablauf der früheren Gelderner Spielerinnen, deren Wochenenden sich im Herbst völlig neu gestalten. Schwerin statt Stralsund, Münsters Volleydrom statt der Halle in Qythe, dazu auch Stuttgart und Dresden.

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Anders orientieren muss sich das Angreifer-Duo dann auch sportlich. In den vergangenen beiden Zweitliga-Spielzeiten gab es nur zwei Saison-Niederlagen. Das werde sich in Liga eins mächtig ändern, sind sich beide Schwestern einig, die bei Bayer auch schon sportlich harte Zeiten erlebt haben. Mit einer Knieverletzung verpasste Melanie Verheyen ihre erste Zweitliga-Saison komplett, die zudem für die Schwestern kein schönes Ende nahm. Voriges Jahr durfte das Bayer-Team trotz des Gewinns des Meistertitels nicht aufsteigen, weil Sponsoren und Geld fehlten.

Dieses Mal fand die Saison eine perfektes Ende. Das Bayer-Team hatte nach dem 3:0-Sieg im letzten Zweitliga-Heimspiel gegen den TV Werne dreifach Grund zu feiern: Meisterschaft, Erstliga-Aufstieg und den Geburtstag von Lena Veheyen.

(RP)
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