Voleyball: Von Geldern in die Bundesliga

Voleyball: Von Geldern in die Bundesliga

Lena und Melanie Verheyen haben das Volleyballspielen beim VC Eintracht erlernt. Inzwischen pritschen, baggern und schmettern sie erfolgreich beim Zweitligisten Leverkusen.

Noch vor drei Jahren spielten Lena und Melanie Verheyen gegen Teams aus Hünxe und Kamp-Lintfort, heute heißen ihre Gegner Hamburg und Berlin. Die beiden Schwestern, die beim VC Eintracht Geldern mit dem Volleyball begannen, sind inzwischen in der zweiten Bundesliga beim TSV Bayer Leverkusen angekommen.

Lenas Talent wurde bei den Westdeutschen Jugendmeisterschaften 2008 entdeckt, wo sie noch für Geldern spielte und vom Trainer des TSV Bayer das Angebot zum Wechsel bekam. "Meine erste Reaktion war: nein", erinnert sich Verheyen. "Ich sah zunächst einmal nur den Schulwechsel, den damit verbundenen Umzug, meine Freunde und Familie, die ich hätte zurücklassen müssen." Nach dem Probetraining und einigen schlaflosen Nächten entschied sich die damals 17-Jährige dann allerdings doch für den sportlich großen Schritt.

Besuch in Eliteschule des Sports

Lena wechselte vom Kevelaerer Gymnasium in die Eliteschule des Sports nach Leverkusen, verließ ihr Elternhaus, zog in eine Wohngemeinschaft und trainierte von da an fünfmal in der Woche. "Mit meiner Mitbewohnerin und gleichzeitigen Teamkameradin habe ich dort eine sehr gute Freundin gefunden. Sie kam damals auch von außerhalb, und der Schulwechsel sowie der Auszug von Zuhause stellten für uns beide die gleiche neue und fremde Situation dar", sagt die inzwischen 19-Jährige.

Nach einer Abschiedsfete mit den Freunden trat bei ihr nach dem weinenden Auge aber schnell auch das lachende zum Vorschein. Lena wurde von ihrer neuen Mannschaft super aufgenommen und bekam in der Schule noch dazu eine besondere Förderung für Leistungssportler.

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Diese ermöglicht es der Volleyballerin, sich intensiv auf den Sport konzentrieren und ihre Qualitäten in der zweiten Liga optimal ausspielen zu können. "Ich bin sehr froh, diesen Schritt getan zu haben, es war eine große Chance, die ich nutzen konnte", sagt die Gelderländerin. "Ich bin selbstständiger geworden, habe mich sportlich um einiges weiterentwickelt. Das ist eine wichtige Lebenserfahrung."

Ihre Schwester Melanie folgte ihr im vergangenen Jahr. Zu diesem Zeitpunkt spielte die ältere der Beiden bereits acht Jahre beim VCE und war längst zu einer wichtigen Führungsperson beim damaligen Regionalligisten avanciert. "Das Angebot von Bayer war für mich eine große Ehre", sagt Melanie heute.

"Ich bin froh, dass meine ehemalige Mannschaft, mein Freund und meine Familie beim Wechsel hinter mir standen." Die 21-Jährige suchte sich daraufhin eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester im Raum Köln und lebt und spielt seit dem vergangenen Jahr mit ihrer Schwester zusammen.

Beide betreiben Leistungssport auf höchstem Niveau und mit großem Aufwand. Sie trainieren und spielen insgesamt sechs Mal pro Woche — und insbesondere das Reisen zu den Auswärtsspielen war und ist für beide eine ganz neue Erfahrung.

"Aber", so erklärt Lena, "es ist toll, dadurch so viel herum zu kommen." "Und hier in Leverkusen läuft man schnell mal einem Prominenten aus der Leichtathletik oder auch Nationaltorwart René Adler über den Weg", fügt Melanie an. Die Schwestern bereuen ihre Entscheidung nicht. Und wenn man ihnen so zuhört, mag man ihnen das gerne glauben.

(RP)
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