Voltigier-Ass aus Rheurdt greift nach den Sternen

Reitsport : Luana Thämmig greift nach Medaille

Die zwölfjährige Schülerin hat beim RVV Rheurdt das Einmaleins des Voltigierens gelernt. Die Akrobatin auf dem Pferderücken nutzt die Sommerferien zur Vorbereitung auf ihre beiden Starts bei der Deutschen Meisterschaft.

(mo) Wenn die Sommerferien vorbei sind, hat Luana Thämmig mehr als 1000 Kilometer zurückgelegt. Die junge Rheurdterin hat allerdings kein begehrtes Reiseziel angesteuert und einen Traumurlaub verbracht. Die Schülerin träumt nämlich von Orten namens Alsfeld und Krumke. Dort finden im August und September die Deutschen Meisterschaften und die Deutschen Jugendmeisterschaften im Voltigieren statt – und das zwölfjährige Nachwuchstalent vom Voltigierzentrum Meerbusch (VZM) hat sich gleich für beide Wettbewerbe qualifiziert.

Darum stammt der einzige Sand, der in diesem Sommer an Luanas Füßen klebt, aus den Reithallen an ihren Trainingsorten in Willich und Issum, zu denen sie sich täglich auf den Weg macht. Im Moment steht das Gruppentraining im Vordergrund, denn das S-Team des VZM hat sich wieder für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, die am Donnerstag, 8. August, im hessischen Alsfeld beginnen. Dort ist Luana Oberfrau und wird gemeinsam mit Rebekka Hänisch, Nina Kamp, Selda Pascha sowie Anne und Ina Schultze um Punkte und Platzierungen kämpfen.

Im vergangenen Jahr hatte das junge Meerbuscher Team völlig überraschend den vierten Platz bei den nationalen Titelkämpfen belegt. Die Akrobatinnen zu Pferde sind auf den Geschmack gekommen und möchten sich zum Saisonfinale erneut von ihrer besten Seite zeigen. Dafür wird intensiv trainiert – nicht nur auf Fuchswallach Dainty Dancer mit Sophie Haselhoff an der Longe. Denn neben Pferde-, Kraft- und Ausdauertraining sorgen die Mädchen mit Schwimmen, Tanzen, Yoga, Inline-Skating und sogar am Boxsack für Spaß und Abwechslung im Trainingslager.

Während die anderen S-Team-Mitglieder nach den nationalen Titelkämpfen endlich ihren verdienten Urlaub genießen können, wird Luana weiter trainieren. Denn bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, die vom 12. bis zum 15. September in Krumke (Sachsen-Anhalt) auf dem Programm stehen, tritt die Rheurdterin erneut an und greift nach den Sternen. Diesmal im Einzel-Voltigieren auf Don Filippo (liebevoll „Fips“ genannt), vorgestellt von der aus Issum stammenden Longenführerin Lisa Borgmann, die selbst auf eine sehr erfolgreiche und lange Voltigier-Karriere verweisen kann.

Dieses Trio hat in diesem Jahr schon eine richtige Erfolgsgeschichte geschrieben. Nach Platz vier auf der ersten Sichtung des Rheinlands musste sich Luana Thämmig beim „Preis der Zukunft“ in Warendorf (Deutsches Olympia-Komitee der Reiterei) gleich mit der bundesdeutschen Konkurrenz messen – und landete auch in diesem renommierten Wettbewerb als Vierte zur Überraschung fast aller Experten direkt neben dem Treppchen.

Bei der Rheinischen Meisterschaft sprang Rang fünf heraus. Selbstverständlich hatte die Rheurdterin damit die Nominierung zur Deutschen Jugend-Meisterschaft in der Tasche. Eine tolle Leistung von Luana, die in ihrem ersten Juniorinnen-Jahr jedes Mal die jüngste Starterin war und neben einer sehr sicheren Pflicht auch ihre mit Schwierigkeiten gespickte Kür stets völlig abgeklärt durchzog.

Diese Entwicklung kommt allerdings nicht von ungefähr. Denn die talentierte Turnerin fing schon vor zehn Jahren damit an, beim Rheurdter Verein RVV Equus das Einmaleins des Voltigierens zu lernen. Mit sechs Jahren sammelte sie dort als Oberfrau des S-Teams schon Turniererfahrung in der höchsten Startklasse. Ihr Talent als Einzelvoltigiererin stellte sie eindrucksvoll unter Beweis, als sie vor zwei Jahren die Rheinische Junior-Trophy gewann. Im selben Jahr wechselte sie dann mir ihrer Schwester Noemi zu Team 1 des Voltigier-Zentrums Meerbusch, was besonders für ihre Mutter Sandra seitdem viel Zeit im Auto bedeutet (vier bis fünf Fahrten wöchentlich zum Training).

Das funktioniert nur, weil die gesamte Familie die Leidenschaft für die Sportart teilt. In den Sommerferien gab’s bislang gerade einmal zwei freie Tage – und diese wurden zu einem Abstecher zur Weltmeisterschaft der Voltigierer in Holland genutzt.

Mehr von RP ONLINE