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Volleyball: VCE Geldern ist bei der Jugendarbeit auf einem guten Weg

Volleyball : VCE Geldern geht bei der Jugendarbeit neue Wege

Leonard Merz hat beim Volleyball-Verein sein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Er profitierte wie der VCE davon, bei dem rund 80 Kinder aktiv sind.

Der VCE Geldern genießt in der Volleyball-Szene einen hervorragenden Ruf, der nicht zuletzt auf eine äußerst erfolgreiche Jugendarbeit zurückzuführen ist. Um die Zukunft des Klubs nachhaltig zu sichern, hat sich die Vereinsführung um Hartmut Harmsen zu einem Weg entschieden, der als einfallsreich bezeichnet werden kann.

Zum einen ist der Verein eine Kooperation mit dem Kindergarten Am Rodenbusch, der anerkannter Bewegungskindergarten ist, eingegangen. Zum anderen bietet er jungen Leuten die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Verein abzuleisten. Nach Leonie van Well ist Leonard Merz der zweite FSJler, den der VCE beschäftigte. Die nackten Zahlen der jugendlichen Mitglieder belegen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist.

Der 18-jährige Leonard Merz wohnt in Kevelaer und hat dort 2019 auf dem Kardinal-van-Gaalen-Gymnasium das Abitur gemacht. Als aktiver Fußballer kickt er beim KSV Kevelaer in der Leistungsklasse. Über seine berufliche Zukunft war er sich unschlüssig, studieren wollte er auf jeden Fall nicht. Im Internet wurde er auf das Angebot aufmerksam, beim VCE ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten zu können. Er nahm Kontakt mit dem Verein auf – und nahm am 1. September seinen Job auf.

„Natürlich hatte ich auch im Hinterkopf, Jugendtrainer beim Kevelaerer SV zu werden. Den Junior-Coach-Schein hatte ich schon in der Schule gemacht“, sagt Leonard Merz. Und im Rahmen seines FSJ machte er gleich zu Beginn die Trainer-C-Lizenz für Breitensport. „Leonard musste 39 Stunden pro Woche arbeiten“, sagt Vorsitzender Hartmut Harmsen. „Die Zeit können wir mit reiner Vereinsarbeit nicht füllen. Deshalb hat er die restliche Stunden in unserem Kooperationskindergarten verbracht.“

Schnell war Leonard Merz in der Lage, das gewonnene Wissen für die Praxis umzusetzen. Er entwarf Trainingspläne, die ineinander aufbauten und die motorischen Fähigen seiner Schützlinge steigern sollten. Der Erfolg stellte sich schnell ein – Verbesserungen wurden deutlich spür- und sichtbar.

Für den VCE betreute er zwei Ballspielgruppen mit Kindern im Alter ab sechs Jahren. Das Training dauerte jeweils eine Stunde. Abends ging es für ihn zudem als Co-Trainer von VCE-Coach Thomas Cöhnen zu den Übungseinheiten für den Nachwuchs „Die Zwölf- bis 14-Jährigen hatten schon richtig was drauf. Und von Thomas Cöhnen konnte ich jede Menge lernen“, sagt Leonard Merz.

Da auf Grund der Corona-Krise die Turnhallen und Kitas geschlossen wurden, entschied er sich dazu, das FSJ abzubrechen. Für ihn war nichts mehr zu tun. Das FSJ ist auch als Berufsfindungsphase gedacht – und tatsächlich hat der junge Mann während dieser Zeit eine Ausbildungsstelle als Kaminbauer gefunden.

Sein Fazit nach einem halben Jahr als FSJler fällt nur positiv aus: „Ich habe absolut die richtige Entscheidung getroffen. Meinem Plan, Jugend-Trainer zu werden, bin ich einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Ich weiß, wie man ein Kindertraining vorbereitet und durchführt. Ich habe ganz neue Erfahrungen gemacht im Umgang mit Kindern und konnte ins Berufsleben reinschnuppern. Mein Dank gilt ganz besonders der Leiterin der Kita, Martina Geritzen, und natürlich Hartmut Harmsen vom VCE. Sie haben mich ganz toll bei meiner Arbeit unterstützt“, sagt Merz.

In seiner Jugend-Abteilung bewegt und trainiert der VCE in fünf nach Alter gestaffelten Gruppen rund 80 Kinder. Eine stolze Zahl. Von dem FDJ-Konzept möchte der Vorsitzender auf keinen Fall abweichen. „Alle profitieren von dieser Sache. Wir als Verein, der Kindergarten und seine Kinder und natürlich der FSJler. Denn ich stelle immer wieder fest, wie die jungen Leute in der kurzen Zeit reifen“, sagt Harmsen. Und die nächste FSJlerin steht bereits in den Startlöchern. Es ist Katrin Baumann, die in der Landesliga für den Verein erfolgreich aufschlägt.