Lokalsport: Verlegung der Tennisplätze: TC Issum lässt nicht locker

Lokalsport: Verlegung der Tennisplätze: TC Issum lässt nicht locker

Thomas Wittenburg, Sprecher der Blau-Weißen, wirft der Politik "fehlenden Gestaltungswillen" vor.

Eine Woche nach der Sitzung des Issumer Sportausschusses sind die Wogen immer noch nicht geglättet. Wie berichtet, war die Politik dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hatte gegen eine Verlegung der Tennisplätze des TC Blau-Weiß Issum und damit auch gegen eine finanzielle Unterstützung des Vorhabens durch die Gemeinde gestimmt.

"Entweder handelt es sich hier um mangelhafte politische Weitsicht und nicht vorhandenen Gestaltungswillen in gravierendem Ausmaß beim Bürgermeister und der Politik. Oder es besteht überhaupt kein Interesse daran, den Vogt-von-Belle-Platz attraktiver zu gestalten", schreibt Thomas Wittenburg, Pressesprecher des TC Blau-Weiß, in einer Stellungnahme. Er prangert an, "dass Bürgermeister und Politik nicht wollen, dass dort neue Arbeitsplätze entstehen und dass sich dort statt des Tennisclubs ein steuerzahlender Betrieb niederlässt."

Zwar hatte es einen Interessenten für das Grundstück auf dem Vogt-von-Belle-Platz gegeben, auf dem aktuell noch die Tennisplätze liegen. Konkrete Verhandlungen gab es aber nicht. Deswegen hatten sich Politik und Verwaltung gegen eine Verlegung der Plätze ausgesprochen. Mit dem Erlös des Grundstücksverkaufs sollte die Gemeinde Issum die Verlegung der Tennisplätze finanzieren, so lautete der Antrag des TC Blau-Weiß. "Ein teures Geschenk der Gemeinde an den Tennisclub" titelte der Bund der Steuerzahler. "Das Geld, das der Tennisclub haben will, kommt immer aus dem Haushalt der Gemeinde - immer. Und dieses teure Geschenk ist keine Zuwendung, die eine soziale Aufgabe erfüllt und keine Investition, die der Gemeinde einen Gewinn oder auch nur einen kleinen Nutzen bringt", kommentiert Wolfgang Davids. Er sitzt als sachkundiger Bürger für die SPD im Ausschuss, der die Entscheidung getroffen hat. "Bis zum Jahr 2029 kann der Tennisclub Blau-Weiß den Pachtvertrag mit den für ihn vorteilhaften Bedingungen nutzen", lautet die Empfehlung von Davids.

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Wittenburg, der Pressesprecher des Tennisvereins, sieht darin ein Spiel auf Zeit, "dass Bürgermeister und Politik darauf spekulieren, dass sich das Problem mit Ablauf und Nichtverlängerung des Pachtvertrags in elf Jahren quasi von alleine löst". Er fordert: "Dann sollten Verwaltung und Rat genau das offen und ehrlich zugeben. Sie sollten wenigstens so aufrichtig sein und den 300 Mitgliedern des TC Blau-Weiß sagen, dass es ihnen egal ist, wenn sie damit dem derzeit erfolgreichsten Sportverein in der Gemeinde Zukunft und Existenz nehmen."

Bürgermeister Clemens Brüx verweist auf die Vorlage, in der die Verwaltung genau begründet, warum sie aktuell eine Verlegung der Tennisplätze ablehnt. "Es gibt keinen Investor und der Entschluss ist von der Politik einstimmig erfolgt. Damit ist alles gesagt."

(RP)
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