Lokalsport: Verdiente Nullnummer im Velberter Kühlhaus

Lokalsport: Verdiente Nullnummer im Velberter Kühlhaus

Fußball-Oberliga: SV Straelen überzeugt bei der SSVg. Velbert in der Defensive. Vorne fehlt ohne Aram Abdelkarim die nötige Kreativität.

SSVg. Velbert - SV Straelen 0:0. Fußball-Oberligist SV Straelen darf mit dem Start ins neue Jahr zufrieden sein. Kein Gegentor gegen einen Gegner, der immerhin mit dem früheren Bundesliga-Angreifer Moses Lamidi aufläuft - das kann sich schon einmal sehen lassen. In der Offensive haben die Grün-Gelben sicherlich schon bessere Tage erwischt. Doch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf einem Kunstrasen, der von einer zuckrigen Schneeschicht bedeckt ist, darf man auch keine Wunderdinge erwarten. Zumal dann nicht, wenn der stärkste Kreativspieler ausfällt. Regisseur Aram Abdelkarim, der schon im alten Jahr gelegentlich über Rückenbeschwerden geklagt hatte, wurde gestern vorsichtshalber geschont. Sein Stellvertreter Ajdin Mehinovic fasste sich zu allem Überfluss nach einer halben Stunde an den Oberschenkel und musste wegen einer Zerrung ausgewechselt werden. In diesem Moment entschied sich Straelens Trainer Dietmar Schacht für die sichere Variante. Linksverteidiger Jannik Stevens, der zunächst wegen einer leichten Blessur nur auf der Bank gesessen hatte, durfte als Spielmacher ran - wahrscheinlich zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben.

Vor rund 150 Zuschauern, darunter auch SVS-Präsident Hermann Tecklenburg, deutete sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt eine Nullnummer an. SVS-Kapitän Marian Gbur, der nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback im Tor feierte, bekam so gut wie nichts zu tun. Die Straelener Viererkette, in der Winter-Neuzugang Barkin Cömert auf der linken Seite überzeugte, agierte fehlerfrei. Davor kümmerten sich Fabio Ribeiro, Kevin Weggen und eine Stunde lang Jannik Stevens gekonnt darum, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.

Dies gelang dem SV Straelen nahezu in Perfektion - die SSVg. Velbert verzeichnete auch nach dem Seitenwechsel keinen einzigen Hochkaräter. Das galt allerdings auch auf der anderen Seite. Ohne Abdelkarim fehlten die zündenden Ideen, um beispielsweise Linksaußen Drilon Istrefi oder Torjäger Randy Grens in aussichtsreiche Position bringen zu können. Und so verfolgten die Zuschauer im Velberter Kühlhaus eine Partie Kunstrasen-Schach. In der festen Gewissheit, dass auch wieder wärmere Fußball-Feiertage kommen - mit Torraumszenen auf beiden Seiten.

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Folgerichtig schickte Schiedsrichter Benjamin Keck die Kicker nach 90 Minuten beim Endstand von 0:0 in die warmen Kabinen. Ein Ergebnis, mit dem der Tabellenzweite SV Straelen wesentlich besser leben kann als der Gegner, der noch einmal in Richtung Tabellenspitze angreifen möchte. "Der Punkt geht in Ordnung. In Velbert werden in der Rückrunde noch einige Mannschaft als Verlierer den Platz verlassen", meinte Straelens sportlicher Leiter Kato Sürün.

Zur Situation an der Tabellenspitze: Der SV Straelen hat jetzt zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Sportfreunde Baumberg, der gestern den VfB Homberg mit 2:1 bezwang. Punktgleich folgen mit jeweils 35 Zählern der TV Jahn Hiesfeld (4:0 gegen den VfB Hilden) und die Spielvereinigung Schonnebeck (2:0 beim SC Düsseldorf-West) auf den Rängen drei und vier.

Am kommenden Samstag fordert der SV Straelen ab 15 Uhr an der Römerstraße den Cronenberger SC heraus, der sich gestern mit einem 1:0 im Derby gegen den FSV Vohwinkel im Abstiegskampf zurückmeldete. Schon jetzt die Prognose: Eine weitere Nullnummer gibt's mit Sicherheit nicht. Zumal Aram Abdelkarim in den Startlöchern steht.

(RP)