"Verbessert sich ständig weiter"

Gewollt hatte sie es nicht, es ist einfach passiert. Als Marina Scholten zu Besuch bei einer Freundin war, nahm diese sie mit zum Judo-Training beim GSV Geldern. "Ich habe es mir angesehen und bin dann dabei geblieben", erzählt die 18-Jährige. Damals war sie sieben Jahre alt, und "ich habe viele Sportarten angefangen, bin aber nie geblieben". Anders beim Judo: "Es hat mir einfach Spaß gemacht", erinnert sich Marina. So viel, dass sie zudem mit Ju Jutsu anfing und im vergangenen Jahr sogar Europameisterin wurde.

Als Kind waren es noch andere Dinge, die sie beim Judo hielten. "Sich verausgaben und raufen, das war toll." Mit neun Jahren nahm sie an ihrem ersten Wettkampf teil, und in der Folge war sie bei unzähligen Turnieren dabei. "Die Dinge, die wir trainieren, möchte ich bei Wettkämpfen anwenden, wo man auch auf andere Leute trifft", erläutert Marina. Ziel sei es, sich ständig zu verbessern, und "man freut sich auch, wenn man auf Turnieren sieht, dass dies der Fall ist".

So hat sie bis heute nie die Lust verloren. Im Gegenteil: Ihr Können und den Spaß am Judo gibt sie mittlerweile an den Nachwuchs weiter. "Es ist ein vielfältiger Sport", meint sie. Sie hat festgestellt, dass "die Disziplin und die vielen Regeln für die Kinder ganz gut sind. Gerade die mit ADS scheinen sich dadurch bei uns sehr wohl zu fühlen." Über das Training mit den Kleinen kam sie auch auf die Idee, Lehrerin werden zu wollen. "Ans Gymnasium ab Klasse 5", wäre ihr Wunsch.

Da sie in Krefeld zur Schule geht, ist ihr Zeitrahmen etwas begrenzt. Doch zum Training kommt sie regelmäßig, wo sie auch ihren Freund trifft. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Abteilung sind sie freitagabends Stammgäste in einem Döner-Imbiss. "Wir machen als Gruppe sehr viel mehr als in anderen Vereinen", erzählt Marina vom Geschehen abseits der Judo-Matte. Auf die geht es für sie am Sonntag wieder; dann kämpft sie bei den Westdeutschen Meisterschaften in Münster um die Qualifikation zu den nationalen Titelkämpfen.

(RP)