Volleyball-Regionalliga der Frauen Ausrutscher mitten im Abstiegskampf

Geldern · VC Eintracht Geldern verliert mit 2:3 beim Schlusslicht und Absteiger SC Hennen. Dennoch stehen die Chancen auf den Klassenerhalt nicht schlecht. Das Restprogramm spricht für die Mannschaft.

Mittelblockerin Anja Schoofs war nach kurzer Verletzungspause wieder dabei, wirkte aber noch nicht hundertprozentig fit.

Mittelblockerin Anja Schoofs war nach kurzer Verletzungspause wieder dabei, wirkte aber noch nicht hundertprozentig fit.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

„Wir haben eine große Chance verpasst“, sagt Ille van Meegen. Mit einem eingeplanten Dreier beim Tabellenletzten und Absteiger SC Hennen hätten die Verantwortlichen des VC Eintracht Geldern allmählich schon mit den Planungen für eine weitere Saison in der Volleyball-Regionalliga der Frauen beginnen können. Doch die Mannschaft hatte mit 2:3 (25:20, 21:25, 21:25, 25:23, 12:15) das Nachsehen und ist somit nur mit einem Punkt aus Iserlohn an den Niederrhein zurückgekehrt.

Und der erfahrene Trainer weiß ganz genau, dass drei Spieltage vor Saisonende im packenden Rennen um den Klassenerhalt der Rechenschieber ausgepackt werden muss. Immerhin traf am Samstagabend unmittelbar nach der enttäuschenden Niederlage auch eine gute Nachricht im Gelderner Lager ein. Verfolger VTV Freier Grund Neunkirchen hatte parallel eine 1:3-Heimniederlage gegen den Vorletzten MTV Köln kassiert, der zwar noch eine rechnerische Mini-Chance hat, aber ebenso wie der SC Hennen in der kommenden Saison in der Oberliga aufschlagen wird. Damit steht der VC Eintracht Geldern weiterhin dort, wo er schon die ganze Saison gestanden hat: auf einem Nichtabstiegsplatz.

Aufmunternder Beifall: Ille van Meegen muss die Mannschaft mental auf das Spiel beim Verfolger VTV Freier Grund vorbereiten.

Aufmunternder Beifall: Ille van Meegen muss die Mannschaft mental auf das Spiel beim Verfolger VTV Freier Grund vorbereiten.

Foto: Norbert Prümen

Zum Rechenschieber: Das wird auch am nächsten Spieltag so bleiben, wenn die Eintracht beim VTV Freier Grund gefordert ist und mindestens einen Punkt aus dem Siegerland entführt. So paradox es klingen mag, aber tatsächlich könnte eine 2:3-Niederlage am kommenden Samstag im Idealfall bereits die Rettung bedeuten. Denn der aktuell noch punktgleiche TuS Herten hat das mit Abstand schwerste Restprogramm jener vier Kandidaten, die für den dritten Abstiegsplatz in Frage kommen. Der Gelderner Rivale aus dem Ruhrgebiet muss am Samstag zunächst beim Tabellenzweiten Düsseldorfer SC 99 antreten, der sich unbedingt für die Aufstiegsrunde zur Dritten Liga qualifizieren möchte. Anschließend geht’s in der Knappenhalle gegen Meister SV Blau-Weiß Aasee, am letzten Spieltag ist Herten beim heimstarken Tabellenvierten SG Langenfeld gefordert. Und Ille van Meegen kennt noch einen weiteren Grund, weshalb es für den aktuellen Tabellensiebten ganz eng werden könnte: „Die beiden Hertener Außenangreiferinnen fallen für den Rest der Saison verletzt aus. Das ist ein großes Handicap.“

Zurück zum Gelderner Auftritt in der Iserlohner Ortlohn-Halle: Für den VC Eintracht schien beim Absteiger zunächst alles nach Plan zu laufen. Die Mannschaft gab im ersten Satz den Ton an und lag von Anfang an verdient in Führung. In der Endphase glich der Gastgeber zwar zum 20:20 aus, doch die Eintracht machte konzentriert den Sack mit einem 25:20 zu. Aber anschließend nahm das Unheil seinen Lauf. Die Gäste, die mit einigen angeschlagenen Spielerinnen angetreten waren, gestalteten das Geschehen in den Sätzen zwei und drei bis zu den Spielständen von 18:18 und 17:17 offen, verloren aber jeweils mit 21:25. Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können. Den vierten Durchgang entschied die Eintracht nach einem 21:23-Rückstand mit 25:23 für sich und hatte damit wenigstens einen Punkt in der Tasche. Der Tiebreak verlief bis zum 12:12 ausgeglichen – die letzten drei Punkte des Spiels gingen an den Absteiger.

„Auf der einen Seite muss man sagen, dass der SC Hennen richtig gut gespielt hat. Wäre die Mannschaft immer so aufgetreten, stünde sie jetzt noch nicht als Absteiger fest. Bei uns hat sich gezeigt, dass die eine oder andere Spielerin nicht richtig fit war. Wir stehen auf einem Nichtabstiegsplatz, das soll auch so bleiben“, so van Meegen.

VC Eintracht Geldern: Schoofs, Patzke, van Meegen, Kallweit, Giesen, Antoniazzi, Kolmans, Behl, Fingskes, Thissen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort