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VC Eintracht Geldern kassiert im Geisterspiel erste Saisonniederlage

Volleyball : Siegesserie reißt vor leeren Rängen

Volleyball-Regionalliga der Frauen: Wegen der steigenden Infektionszahlen trug der VC Eintracht Geldern das Spitzenspiel gegen TuS Herten kurzfristig ohne Zuschauer aus. Trotz guter Leistung gab’s die erste Saisonniederlage.

(mahei) Hinter dem VC Eintracht Geldern liegt eine bewegte Woche. Wegen der aktuellen Corona-Fallzahlen sahen sich die Regionalliga-Volleyballerinnen gezwungen, in Absprache mit dem Vorstand Entscheidungen treffen zu müssen. Am Ende herrschte Einigkeit, das Topspiel gegen den TuS Herten unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber bei den aktuellen Corona-Infektionszahlen wollten wir kein Risiko eingehen. Die Gesundheit steht an erster Stelle“, sagte Eintracht-Vorsitzender Hartmut Harmsen. Die Mannschaft hatte zuvor sogar mit dem Gedanken gespielt, überhaupt nicht anzutreten. Die Spielerinnen, die sich einem unnötigen Risiko ausgesetzt sehen, fanden jedoch kein Gehör bei offiziellen Stellen. Trotz verschärfter Regelungen sah der Volleyball-Verband noch keinen Handlungsbedarf, so dass die Partie über die Bühne gehen musste.

Dabei musste die Eintracht gleich auf fünf Spielerinnen verzichten, darunter zwei Volleyballerinnen, die sich zurzeit in Quarantäne befinden. Besonders erfreulich war unter diesen Umständen, dass Marie Müser zurückkehrte, um ihr Team noch einmal zu unterstützen.

Die Voraussetzungen hätten unterschiedlicher nicht sein können: Während der TuS Herten auf einen vollständigen 14er-Kader zurückgreifen konnte, hatte die Eintracht nur eine Wechseloption. „Die Spielerinnen waren trotz allem hoch motiviert und wollten zeigen, dass sie den Widrigkeiten trotzen und schönen Volleyball bieten können“, sagte Trainer Eung-Zoll Chung nach der Partie, die letztlich mit 1:3 (25:23, 21:25, 15:25, 20:25) endete und damit der Eintracht die erste Saisonniederlage einbrachte.

Die junge Gelderner Mannschaft legte zu Beginn der Begegnung viel Courage an den Tag. Ohne Angst vor Fehlern schlugen die Spielerinnen um Abwehrchefin Nicole Gey auf. Das Zusammenspiel mit Marie Müser harmonierte gut, weil die Zuspielerin trotz fehlenden Trainings eine überzeugende Leistung zeigte. Der Titelaspirant aus Herten hatte sichtlich Probleme, ins Spiel zu finden. Der Favorit zeigte sich beeindruckt und musste den ersten Satz abgeben.

Aber die Schwächephase der Gäste war nicht von langer Dauer, zumal sich in die Aktionen der Eintracht vermehrt Fehler einschlichen. Die letzte Konsequenz in Block und Angriff fehlte. Dennoch kämpften sich die Geldernerinnen immer wieder heran und setzten den Gegner zunehmend unter Druck. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die folgenden Durchgänge gingen zwar an die Gäste, die mit dem 3:1 den Anschluss an die Spitzengruppe herstellten.

Dennoch bedeutete das Spiel für die junge Eintracht-Auswahl einen wichtigen Entwicklungsschritt. „Wir sind ohne große Erwartungen in das Spiel gegangen. Wir haben gezeigt, dass Spielerinnen, die in vergangenen Jahren weniger Einsatzzeiten bekommen haben, in der Lage sind, einem Titelaspiranten die Stirn zu bieten. Daraus kann meine Mannschaft großes Selbstbewusstsein für die kommenden Aufgaben schöpfen“, sagte Eung-Zoll Chung nach dem spannenden Duell, das als Geisterspiel in die Vereinsgeschichte eingeht.