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Uwe Wassen - ein Kämpfertyp in Sachen Jugendfußball

Fußball : Der Jugendobmann mit Kämpferherz

Für sein unermüdliches Engagement beim Kevelaerer SV ist Uwe Wassen jetzt mit der Ehrenamts-Urkunde vom Deutschen Fußball-Bund belohnt worden. In seiner Heimatstadt vermisst er mitunter etwas die Lobby für den Sport.

Wenn’s einer verdient hat, dann er. Ralf Hermens, Geschäftsführer des Kevelaerer SV, und seine Vorstandskollegen hatten gute Argumente auf Lager, als sie beim Fußball-Verband Niederrhein vorstellig wurden und den Namen Uwe Wassen ins Spiel brachten. Die positive Antwort und das entsprechende Dankeschön ließen nicht lange auf sich warten. Der inzwischen 52-jährige Jugendobmann der Blau-Gelben, der einst zu glorreichen Kevelaerer Landesliga-Zeiten mit seinem Bruder Volker auf dem Spielfeld eine gefürchtete Achse bildete, staunte nicht schlecht. Auf der jüngsten Jugendleiter-Versammlung des Fußball-Kreises Kleve-Geldern wurde Uwe Wassen plötzlich nach vorne gerufen. Und bekam die Ehrenamts-Urkunde des Deutschen Fußball-Bundes ausgehändigt. Offizielle Begründung: „Vorbildliche ehrenamtliche Leistungen im Fußballsport“. Obendrauf gab’s noch eine edle Armbanduhr. Schwarzes Zifferblatt mit dem DFB-Logo auf der 12. Das Prachtexemplar befindet sich noch im schwarzen Geschenkkarton. „Die ist nur für sonntags“, bemerkt Uwe Wassen mit einem Augenzwinkern.

„Seinem“ Kevelaerer SV ist der zweifache Familienvater ein Leben lang treu geblieben. Abgesehen von einem kurzen Engagement als Spielertrainer bei Viktoria Winnekendonk – aber so etwas fällt in der Marienstadt unter Nachbarschaftshilfe. Zunächst als Jugendspieler. Dann als umsichtiger Abwehrchef der fast schon legendären KSV-Elf um Trainer Horst „Pille“ Gecks. Später als Jugendtrainer, der etliche Talente hervorgebracht hat. Und seit fast zehn Jahren als Jugendobmann.

Das „Phänomen Kevelaer“ trägt ohne Zweifel auch die Handschrift von Uwe Wassen. Während fast alle Vereine landauf, landab seit vielen Jahren über Nachwuchsmangel klagen und Spielgemeinschaften mit ellenlangen Bandwurm-Namen bilden müssen, rennen die Kinder dem KSV die Sportanlage Scholten ein. In der vergangenen Saison schickte der Verein sage und schreibe 21 Nachwuchsmannschaften ins Rennen um die Meisterschaft. Speziell in Sachen „Pampers-Liga“ ist der Andrang so groß, dass die Verantwortlichen immer mal wieder auch Wartelisten führen müssen.

„So richtig erklären kann ich mir das riesige Interesse zwar auch nicht. Aber in der Stadt hat sich natürlich herumgesprochen, dass die Kinder und Jugendlichen bei uns gut aufgehoben sind. Und mittlerweile können sie ihrem Hobby praktisch 365 Tage nachgehen“, sagt der frischgebackene Ehrenamts-Preisträger.

Für das „Ganz-Jahres-Abo“ in Sachen Fußball ist selbstverständlich auch Uwe Wassen verantwortlich. Der Jugendobmann hat nämlich nicht locker gelassen, bis der Kevelaerer SV bei Scholten endlich seinen Kunstrasenplatz bekam, der im vergangenen Jahr eröffnet wurde. „Das ist sein Kind“, meint sein langjähriger Weggefährte Ralf Hermens anerkennend.

Und so jemand darf es sich auch leisten, gelegentlich die eine oder andere kritische Anmerkung fallen zu lassen. „Wenn ich mir die Situation in einigen Nachbarstädten wie beispielsweise Geldern anschaue, vermisse ich etwas die politische Lobby für den Sport in Kevelaer. Allein in unserer Jugendabteilung leisten Betreuer und Übungsleiter bis zu 14.000 Stunden im Jahr ehrenamtlich. Da könnten ruhig einmal die Zuschüsse etwas höher ausfallen“, erklärt Uwe Wassen.

Wenn der Nachwuchs des Kevelaerer SV jubelt, weiß Uwe Wassen, dass er alles richtig gemacht hat. Foto: Kevelaerer SV

Der gute Mann denkt noch lange nicht ans Aufhören, zumal er die Rückendeckung seiner Familie genießt. „Meine Frau Andrea ist ganz froh, wenn ich in meiner Freizeit was zu tun habe“, sagt der Jugendobmann. Und seine beiden Kinder wandeln längst auf den Spuren des Seniors und sind die nächsten Anwärter auf einen Ehrenamtspreis. Der 17-jährige Jona ist DFB-Junior-Coach und engagiert sich bereits als Betreuer und Trainer im Nachwuchsbereich, die 21-jährige Jil ist Übungsleiterin in der Turnabteilung. Da darf der Papa die Uhr ruhig auch mal werktags anziehen.