Union Wetten will diesmal nicht bis zum Ende zittern

Saisonvorschau Kreisliga A : Wetten will diesmal nicht bis zum Ende zittern

Der neue Coach Christian Offermanns hat ein eingespieltes Team vorgefunden und plant einen möglichst frühzeitigen Klassenerhalt.

Wenn im Fußballkreis Kleve/Geldern von einem eingespielten Team die Rede ist, so fällt schnell der Name Union Wetten. Schließlich finden sich im Kader des Dorfvereins noch elf Spieler wieder, die in der Spielzeit 2014/2015 den Aufstieg aus der Kreisliga B in die Kreisliga A geschafft haben. Kein Wunder also, dass Christian Offermanns, neuer Trainer der Union, von einer „eingeschweißten Truppe“ spricht. Offermanns muss es wissen, schließlich hat der 35-Jährige, der seine erste Cheftrainerposition antritt, schon so manchen Verein gesehen. Neben langjährigen Engagements bei der Gocher Viktoria, deren Dress er bis zum Juni noch trug, waren auch der SV Straelen und der 1. FC Kleve seine sportliche Heimat. Seine Trainerkarriere startet der Angreifer jetzt bei einem Verein, der ihm im Vorfeld als sehr familiär und eingeschworen beschrieben wurde. „Bislang bestätigt sich der erste Eindruck einhundertprozentig“, erklärt Offermanns und meint das durchweg positiv.

Bestes Beispiel: Der Wettener Rasenplatz war während der ersten vier Wochen der Vorbereitung durchgehend gesperrt, es blieb nur der Ascheplatz. „Da hatte ich mir bereits Gedanken gemacht, ob wir möglicherweise in die Soccerhalle ausweichen oder alternative Einheiten veranstalten“, gesteht Offermanns. Aber nur bis zum ersten Training. Da fand sich der neue Coach nämlich in Gesellschaft von mehr als 20 willigen Kickern auf dem roten Rasen wieder, die allesamt heiß auf die neue Saison waren – von Jammern keine Spur. Seine Ausweichgedanken konnte Offermanns also getrost ad acta legen, denn von Anfang an zogen alle Akteure aus dem 23-Mann-Kader prächtig mit. „Die ersten drei Wochen der Vorbereitung waren herausragend.“ Das zeigte sich gleich auch im Voba-Supercup, in dem die Union ohne Niederlage eigentlich Gruppenerster wurde, aufgrund eines Missverständnisses wegen einer Spielberechtigung allerdings doch ausschied. „Das war etwas ärgerlich, weil wir spielerisch schon viel Gutes gezeigt haben“, hadert Offermanns. Nach dem Parookaville-Wochenende, das gemeinsam mit einigen Urlaubsausfällen der Vorbereitung einen kleinen Bruch zufügte, hieß es statt Viertelfinale also Testspiele. Sprang beim SV Walbeck II noch ein deutlicher Sieg heraus, so hielt das folgende Wochenende zwei empfindliche Niederlagen bereit: Gegen den ambitionierten B-Ligisten aus Veert zog Wetten ebenso den Kürzeren wie gegen die Sportfreunde Königshardt aus Oberhausen, Favorit auf den Landesliga-Aufstieg in der Bezirksliga-Gruppe 6. Trotz der 1:8-Niederlage war Offermanns aber nicht unglücklich: „Wir konnten auch aus diesem Spiel wertvolle Erkenntnisse ziehen.“

Erkenntnisse, die wichtig sein werden, um das erklärte Saisonziel so früh wie möglich zu erreichen: den Klassenerhalt. Anders als in der vergangenen Saison, als der Verbleib erst im letzten Spiel festgezurrt wurde, sollen in Wetten in dieser Spielzeit weniger graue Haare wachsen. „Das Potenzial dazu ist da“, ist sich Offermanns sicher und betont die Eingespieltheit der Truppe trotz eines Durchschnittsalters von gerade einmal 23,5 Jahren. Zudem wurden mit Jannik Marliani, Thomas Plönes und Mats Wieczorek gleich drei Talente unter 19 Jahren verpflichtet, um den Abgang einiger alter Hasen aufzufangen. Dass sich die Union dennoch nicht zu viele Ausfälle essentieller Spieler erlauben kann, zeigten sowohl die Testspiele gegen Veert und Königshardt als auch das Pokalspiel gegen den FC Aldekerk, in dem es ebenfalls eine deutliche Niederlage setzte.

Nervös wird man im Wettener Umfeld ob dieser Pleiten freilich nicht, zumal ein halbes Dutzend Spieler fehlten, die beim Saisonauftakt wieder dabei sein werden. Das wird dann auch nötig sein, denn die Union startet mit einem Hammerprogramm in die Spielzeit und tritt an den ersten vier Spieltagen gleich gegen Herongen, Sevelen und Pfalzdorf an. Alle drei erzielten in der vergangenen A-Liga-Saison mindestens 65 Tore, sodass auf Wettens Defensivverbund einiges an Arbeit zukommt. Eine Lösung hat Offermanns aber auch schon parat: „Ich bin kein Fan der Viererkette, daher spielen wir mit drei beziehungsweise fünf Verteidigern.“ Und wer schon mal gegen eine gut organisierte Fünferkette gespielt hat, der weiß: An diesem eingeschweißten Wettener Haufen werden sich in der kommenden Saison wohl nicht nur die Titelaspiranten die Zähne ausbeißen.

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