Lokalsport: Umbau: Grüne Wand in der Vogteihalle

Lokalsport : Umbau: Grüne Wand in der Vogteihalle

Heute Abend fällt in der restlos ausverkauften Vogteihalle die Entscheidung um den Aufstieg in die 3. Liga. Das erste Spiel verlor der ATV beim Longericher SV mit 21:26. Mit dem Publikum im Rücken will er den Bock noch umstoßen.

Das erste Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga entschied der Longericher SC gegen den TV Aldekerk mit 26:21 für sich. Das Spiel war gerade einmal ein paar Minuten zu Ende, da begann für Aldekerks Trainer Achim Schürmann bereits die Vorbereitung auf das Rückspiel (Anpfiff heute um 19.30 Uhr). Nachdem sich die Spieler beider Mannschaften abgeklatscht hatten und damit die zuvor stattgefundenen Duelle mit einer sportlich fairen Geste zu den Akten gelegt hatten, bildeten die Aldekerker Spieler einen Kreis, steckten die Köpfe eng zusammen und lauschten den Worten ihres Trainers.

Schürmann machte seinen Jungs klar, dass trotz der Niederlage mit fünf Toren kein Grund bestünde, die Köpfe in den Sand zu stecken. "Wir dürfen jetzt einen Tag oder meinetwegen auch zwei enttäuscht sein, weil wir nur eine Halbzeit lang das gezeigt haben, was wir können. Aber dann muss es auch gut sein und die Konzentration dem Rückspiel gelten", sagte der Aldekerker Trainer noch unter dem Eindruck der 25 verkorksten Minuten im zweiten Durchgang. "Wir können von Glück reden, dass es uns in der Schlussphase noch gelungen ist, den zwischenzeitlichen Rückstand von acht Toren um drei Tore zu verringern", meinte Schürmann.

Bei der ersten Trainingseinheit nach der Longericher Niederlage war dann auch in der Vogteihalle von "Totenstimmung" (O-Ton Schürmann) nichts zu spüren. Auf Seiten des ATV schüttelte man sich gemeinschaftlich noch einmal kurz und schaltete anschließend in den Angriffsmodus um. Ohne dabei vor der Wirklichkeit die Augen zu verschließen. "Und die besagt nunmal, dass wir mit 0:5 in das Rückspiel gehen und deshalb nicht der Favorit sind", schilderte der Aldekerker Trainer die Ausgangslage. Anschließend machte er sich auf die Suche nach vielen kleinen und größeren Strohhalmen, die in der Summe ausreichen könnten, um den Rückstand doch noch zu egalisieren. Im Übrigen sei es auch ein Stück der Wahrheit, erklärte der ATV-Coach, dass man wohl sechs Tore erzielen müsse, um am Ende den Drittliga-Aufstieg feiern zu können. Schürmann sei davon überzeugt, dass Longerich heute Abend in der Vogteihalle mehr als 21 Tore erzielen werde. Diese Prognose drängt sich jedenfalls auf, wenn man die Longericher vor einer Woche mit ihrer sehr ausgeglichen besetzten und bärenstarken ersten Sieben (spielerisch wie körperlich) erlebt hat.

Doch zurück zu den Mutmachern auf Aldekerker Seite, um den Bock doch noch umzustoßen. Aussage des Trainers: "Thomas Jentjens, Christoph Kleinelützum und Fabian Schneider sind während der Saison in jedem Spiel für durchschnittlich 15 Treffer gut gewesen. In Longerich gelang nur einer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein zweites Mal bei nur einem Tor bleibt." Wobei man berücksichtigen muss, dass in Longerich Schneider noch nicht einsatzfähig war. Er saß zwar auf der Bank, doch Schürmann hatte selbst in den quälend langen kopflosen Minuten seiner Mannschaft nicht eine Sekunde lang daran gedacht, seinen erfahrenen Außenmann auf die Platte zu schicken. Gestern jedoch sagte der Aldekerker Trainer: "Ein Spiel wird 'Schrauber' auf jeden Fall durchhalten. Und das ist heute Abend." Und je nach Fitnessstand Schneiders könnte sich im Vergleich zum Hinspiel dann eine in Teilen andere Aldekerker Mannschaft präsentieren.

Ein gutes Gefühl hat Schürmann auch hinsichtlich eines anderen Punktes. Es werde kaum noch einmal passieren, dass die Leitwölfe auf der Platte in der Mehrzahl die jungen Spieler aus der Aldekerker Mannschaft sein werden. "Wir wollen gewinnen, und dazu brauchen wir ausnahmslos jeden. Egal, ob jung oder alt", betonte Schürmann, der nach einer kurzen Pause dann noch auf einen weiteren Verbündeten am heutigen Abend hoffte: das Publikum. "Das wäre eine Riesennummer, wenn die Aldekerker Anhänger wie eine grüne Wand hinter ihrer Mannschaft stehen und den Spielern in schwierigen Momenten helfen würden."

Der Aldekerker Trainer nimmt in diesem Zusammenhang Bezug auf eine Initiative seitens des Vereins, der auch optisch die grüne Wand entstehen lassen möchte. "Jeder sollte ein grünes Shirt, einen grünen Pullover, ein grünes Trikot oder eine grüne Jacke anziehen, um zu zeigen, dass er Aldekerker ist." Mit der grünen Wand im Rücken soll der Erfolg leichter fallen.

(RP)
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