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TV Aldekerk zelebriert in der Eugen-Haas-Halle Handball der Extraklasse

Handball-Regionalliga : TV Aldekerk zaubert in Gummersbach

Handball-Regionalliga: Elf Tore betrug zeitweise der Vorsprung beim HC Gelpe/Strombach für die Mannschaft um Trainer Nils Wallrath. Am Ende leuchtete ein ungefährdeter 34:30-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel.

Nach der durchschnittlichen Leistung zum Saisonauftakt beim 33:33 gegen den TSV Bonn rrh. hatte sich Regionalligist TV Aldekerk für seinen Auftritt in Gummersbach beim HC Gelpe/Strombach scheinbar einiges vorgenommen.

Von Beginn an legten die Aldekerker los, als wollten sie die Gastgeber förmlich durch die Wand schießen. Blitzschnell lagen die Grün-Weißen mit 9:4 vorne – HC-Trainer Michiel Lochtenbergh sah sich bereits nach neun Minuten gezwungen, mit einer Auszeit einen Redebedarf mit seiner Mannschaft anzumelden. Diese taktische Maßnahme konnte den Spielfluss der Gäste allerdings nicht hemmen.

Im Angriff wurden kaum Fehler gemacht, die Abwehr um Neuzugang Marcel Görden packte ordentlich zu. Und wenn mal was durchkam, war ATV-Keeper Paul Keutmann zur Stelle, der zeitweise seinen Kasten abgeschlossen hatte und den gegnerischen Angreifern mit Monster-Paraden den Nerv raubte. Die Wallrath-Schützlinge trafen aus allen Lagen und hatten sich nach 20 Minuten einen mehr als komfortablen Acht-Tore-Vorsprung erspielt. Beim Spielstand von 16:9 für den ATV wurden die Seiten gewechselt – Flüchtigkeitsfehler bei Tempogegenstößen und Strafwürfen hatten eine noch deutlichere Führung verhindert. „Was meine Männer in der ersten Halbzeit geboten haben, war schon aller Ehren wert“, meinte Wallrath, „Ich glaube, da hat die Mannschaft so ziemlich das Maximale ihres Leistungsvermögens erreicht.“

  • Thomas Jentjens (links) glänzte beim 33:33
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Die Gäste schalteten im zweiten Durchgang keineswegs einen Gang runter. Der TV Aldekerk blieb im Turbo-Modus und baute die Führung nach gerade einmal fünf gespielten Minuten auf bemerkenswerte elf Tore aus. Lochtenbergh versuchte alles, den Gegner etwas zu bremsen, doch es half nicht. Die Grün-Weißen boten schlichtweg Handball der Extraklasse.

Erst Mitte der zweiten Halbzeit fanden die Hausherren besser zu ihrem Spiel, schlichen sich immer näher heran und mit Unterstützung der gut 100 Zuschauer verkürzten sie den Abstand auf vier Tore. „Irgendwann ist auch mal die Spannung raus. Und dann wird der Gegner automatisch stärker“, sagte Wallrath.

Einen weiteren Glanzpunkt nach 55 Minuten setzte der „unheimliche Paul“ von seinem Tor aus: Als jeder mit einem Anspiel zu einem Mitspieler am eigenen Kreis rechnete, pfefferte er den kleinen Lederball wie an einem Strich gezogen an Freund und Feind vorbei in das verwaiste Tor der Gastgeber zum 30:25. Bei der Aktion verletzte sich der Gäste-Keeper, weil er beim Rettungsversuch aus vollem Lauf gegen den Pfosten prallte.

Der TV Aldekerk ließ sich durch den geschmolzenen Vorsprung und die Anfeuerung der Zuschauer nicht beirren und schaukelte den 34:30-Sieg souverän über die Zeit. „Wir haben von Anfang an überhaupt nicht in den Spielmodus gefunden. Wenn wir heute mit 10 Toren Unterschied verloren hätten, wäre das auch in Ordnung gewesen“, sagte Lochtenbergh nach dem Spiel. „Aber immerhin haben wir in der zweiten Hälfte gezeigt, dass auch wir Handball spielen können.“ Zum „Mitarbeiter des Tages“ wurde Rückraum-Shooter Julian Mumme gewählt, der bemerkenswerte 14 Treffer zum Auswärtssieg beisteuerte. Heimliche Kritik gab es nach dem Abpfiff an den Schiedsrichtern, die in einer fairen Begegnung 19 Strafwürfe und zehn Zeitstrafen verhängt hatten. Der Verband hat die Unparteiischen offenbar aufgefordert, bei bestimmten Vergehen konsequenter und härter vorzugehen. Die neuen Richtlinien dürften in Zukunft noch für Gesprächsstoff sorgen.

TV Aldekerk: Keutmann (1), Schoemackers – Julian Mumme (14/7), Jentjens (5), Küsters (5), Tebyl (4), Gentges (3), Jonas Mumme (2), Görden, Grützner, Upietz, Linden.