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TV Aldekerk will den Erfolgskurs fortsetzen​

Handball : TV Aldekerk will den Kurs fortsetzen

Der Klub ist im Handball eine Top-Adresse. Viele Teams spielen in hochklassigen Ligen. Das soll auch künftig so sein, sagt der Sportliche Leiter Carsten Hilsemer. Der ATV möchte aber ein Familienverein bleiben. Ein Blick auf die neue Saison.

Freunde des Handballsports werden sich noch an die verwegene Aufholjagd des TV Aldekerk in der Regionalliga der Männer erinnern. Die Mannschaft von Trainer Nils Wallrath schien die Grenzen des Machbaren neu definieren zu wollen, gewann neun Spiele in Folge und spielte dabei acht Partien innerhalb von 20 Tagen. Am Donnerstag, 19. Mai, fand in der Vogteihalle das finale Spiel um die Meisterschaft gegen das Star-Ensemble aus Ratingen statt. In einem begeisternden Spiel machte der ATV mit einem 36:34-Sieg den Aufstieg klar.

Spätestens, als der ATV auf Meisterkurs lag, machte immer wieder das Gerücht die Runde, die Mannschaft dürfte seitens der Vereinsführung nicht in die Dritte Liga aufsteigen. Was viele nicht wussten, war, dass die Mannschaft bei einem Aufstieg auseinandergebrochen wäre, weil nicht jeder Spieler Sport und Beruf unter einem Hut bekommen hätte. Deshalb war das ausgegebene Ziel der Mannschaft der Gewinn der Meisterschaft, aber nicht der damit verbundene Aufstieg. Erst wenige Tage vor dem Saisonschluss setzte ein Umdenken ein und die Schützlinge von Nils Wallrath waren nun wild entschlossen, gemeinsam eine Liga höher spielen zu wollen. Eine sogenannte „Stallorder“ hatte es nie gegeben.

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„Natürlich haben wir den Saisonverlauf verfolgt und uns frühzeitig mit der Thematik Aufstieg auseinandergesetzt“, sagt Carsten Hilsemer, Sportlicher Leiter des TV Aldekerk. „Wir haben finanzielle, organisatorische und strukturelle Dinge geprüft und klar kommuniziert, dass einem Aufstieg nichts im Wege stünde.“ Profitiert hat die Vorstandsriege dabei aus den Erfahrungen, die im vergangenen Jahr beim Aufstieg der Frauenmannschaft von der Dritten Liga in die Zweite Bundesliga gemacht wurden. „Da muss man klar sagen, dass das eine ganz andere Herausforderung war. Organisatorisch bringt der Aufstieg der Männer kaum Veränderungen mit sich, und die Auflagen sind gut zu bewältigen.

Neu wird sein, dass Vereine der Dritten Liga verpflichtet sind, die Spiele über „Sportdeutschland TV“ live zu streamen. Die technischen Voraussetzungen sind in der Vogteihalle gegeben, weil diese Regelung in der jüngeren Vergangenheit sowohl bei den Zweitliga-Partien der Frauen, als auch bei den Bundesliga-Spielen der A-Juniorinnen eingehalten wurde. „Die Liga unterstützt diese Streaming-Pflicht organisatorisch und finanziell“, sagt Hilsemer, der noch nicht genau weiß, ob die Übertragungen aus der Halle kostenfrei sind oder für einen kleinen Betrag verfolgt werden können. Ebenso ungeklärt sind die Eintrittsgelder für die Spiele der ATV-Männer. Es sei damit zu rechnen, dass die Preise leicht nach oben, aber in einem sehr verträglichen Rahmen korrigiert werden.

Der Plan der Vereinsführung ist es, zu den Auswärtsspielen vermehrt Busse einzusetzen, um den Anhängern die Möglichkeit zu geben, gemeinsam mit der Mannschaft anzureisen und ihre Lieblinge in fremden Hallen anzufeuern.

Die Trikots wurden neu aufgelegt, weil zusätzliche Werbepartner gewonnen werden konnten. Der Sportliche Leiter hofft auf einen Mehrgewinn durch zahlreiche Zuschauer, die sich vom Handball in der Dritten Liga begeistern lassen möchten. „Unterm Strich muss man sagen, dass wir als Verein aus sportlicher Sicht sehr gut aufgestellt sind“, sagt Carsten Hilsemer. „Wir haben zwei Mannschaften in der Dritten Liga, das zweite Frauen-Team spielt in der Regionalliga und wäre aufgestiegen, wenn die erste Frauen-Mannschaft die Zweite Liga gehalten hätte. Und unsere A-Juniorinnen haben sich in der Bundesliga etabliert, in der zurückliegenden Saison das „Final Four“ erreicht und den dritten Platz belegt.“

Und dabei betont er, dass der ATV ein familienfreundlicher Dorfverein sei, der nach wie vor ehrenamtlich geführt werde, aber von der Struktur her so professionell aufgestellt sei, das zu jeder Zeit Zweitliga-Handball gespielt werden könne.

Die Frage, ob der aktuelle Kader der Männer stark genug ist, um in der Liga zu bestehen, kann Hilsemer, der als aktiver Spieler in der Regionalliga unterwegs war, noch nicht beantworten. „Falls der Zeitpunkt erreicht ist, dass der Kader nachgebessert werden muss, werden wir uns mit den Verantwortlichen zusammensetzen und reden. Aber das Credo des Vereins ist nach wie vor, sich als Familienverein mit leistungssportlichem Anspruch nicht finanziell zu übernehmen.“