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TV Aldekerk verpflichtet Torwart Paul Keutmann

Handball : Ein Zweitliga-Hexer für den TV Aldekerk

Handball-Regionalligist sendet mit der Verpflichtung des Torhüters von der HSG Krefeld Grüße an die Konkurrenz.

Die Verantwortlichen des Handball-Regionalligisten TV Aldekerk um Trainer Nils Wallrath und Teammanager Christian Welzel haben in der Winterpause Nägel mit Köpfen gemacht. Der Verein hat in Paul Keutmann einen Torwart der Extraklasse verpflichtet, der vom Zweitligisten HSG Krefeld kommt.

Wer ist der neue Torwart? Paul Keutmann erblickte vor 25 Jahren in Kempen das Licht der Welt und wuchs bei seinen Eltern in Oedt auf. Nach der Schulzeit machte er sich als Vertriebler selbstständig, um seine Ausbildung zum Physiotherapeuten, mit der er Anfang 2021 fertig ist, finanzieren zu können. Keutmann lebt mit seiner Freundin in Düsseldorf. Wenn es die Zeit erlaubt, segelt er mit einem Freund auf dem Ijsselmeer. Bei einer Körpergröße von 1,95 Metern bringt er 104 Kilogramm auf die Waage.

Welchen sportlichen Werdegang hat Paul Keutmann absolviert? In der C-, B- und A-Jugend spielte er mit kurzen Unterbrechungen in der Handball-Oberliga für die HSG Düsseldorf. Als B-Jugendlicher stand er für ein halbes Jahr beim TV Aldekerk im Tor. Das letzte Jahr als A-Jugendlicher bestritt er in der Jugend-Bundesliga für die SG Ratingen. Danach erfolgte der Wechsel zum TV Korschenbroich. Dort hütete er drei Jahre in der dritten Liga das Tor. Weil er mehr Zeit für seine Ausbildung benötigte, trat er kürzer und lief in der Oberliga für Adler Königshof auf. 2018 wurde er von der HSG Krefeld verpflichtet. In der Seidenstadt trug er maßgeblich zum Aufstieg in die Zweite Liga bei.

Weshalb verlässt er die Zweite Bundesliga? Unter dem isländischen Trainer Arnar Gunnarsson fand er als dritter Torwart kaum Berücksichtigung. Das Verhältnis zu ihm war nicht besonders gut. Zudem zog er sich eine Meniskusverletzung zu und fiel aus. „Ich habe da keine Perspektive mehr für mich gesehen und um eine Vertragsauflösung gebeten“, fasst er zusammen.

Wer hat den Wechsel zum TV Aldekerk eingefädelt? Maxi Tobae spielte als Vermittler eine entscheidende Rolle. Der Kreisläufer der Grün-Weißen kennt den Fangkünstler aus der gemeinsamen Zeit bei Adler Königshof. „Er hat den Kontakt zu Teammanager Christian Welzel hergestellt. Bereits nach dem ersten Gespräch waren wir uns einig“, sagr Keutmann.

Hatte er andere Optionen? Die hatte er in jedem Fall, sogar finanziell sehr attraktive Angebote. Die Wahl fiel auf den TV Aldekerk, weil er den Traditionsverein mit seinen klaren Strukturen kennt und schätzt. Die Regionalliga ist sportlich reizvoll, wobei der geringere Trainingsaufwand ihm mehr Zeit für die Ausbildung lässt.

Kennt er seine neuen Mannschaftskollegen? Ja, zumindest die meisten. Er trifft auf viele alte Bekannte, die er durch den Handball oder im privaten Bereich kennengelernt hat.

Wie lange wird die Integration dauern ? Der neue Mann sieht da überhaupt keine Probleme. „Ich bin flexibel und kann mich schnell anpassen.“

Welche Erwartungen stellt Paul Keutmann an seinen neuen Verein? Der 25-Jährige bringt die nötige Portion Ehrgeiz und Selbstvertrauen mit in die Vogteihalle. Seine Einschätzung: „Ich weiß, dass der TV Aldekerk durchaus noch Schwächen in der Abwehr hat. Ich hoffe, die Mannschaft durch meine Leistung in der Tabelle weiter nach oben bringen zu können. Vielleicht können wir der Liga in der nächsten Saison den Kampf ansagen.“

Willkommen in der Vogteihalle: Der Torhüter stellte sich am Donnerstag seiner neuen Mannschaft vor, konnte aber wegen einer Blessur noch nicht am Training teilnehmen. Foto: Heinz Spütz

Steht der neue „Hexer“ des ATV bereits zum Rückrundenstart am kommenden Samstag gegen TuSEM Essen zwischen den Pfosten? Das ist nicht sicher. Die Spielberechtigung vom Verband liegt vor. Allerdings hat Keutmann nach einer Meniskusverletzung noch etwas Trainingsrückstand. Am Donnerstag stellte er sich der Mannschaft vor, konnte jedoch noch nicht an der Einheit teilnehmen. Dennoch hofft der prominente Neuzugang, seine Premiere im Aldekerker Trikot schon gegen Essen feiern zu können.