TV Aldekerk verliert trotz 13 Treffern von Thomas Jentjens gegen Homberg

Torfestival : 36 Treffer reichen ATV nicht zum Sieg

Trotz 13 Toren von Thomas Jentjens verliert der TV Aldekerk in der Handball-Regionalliga ein irres 74-Tore-Match beim VfB Homberg mit 36:38.

Sie wollten es besonders gut machen und sich ein Handballfest bei der Begegnung gegen ihren Ex-Trainer Achim Schürmann bescheren. Für die Regionalliga-Handballer des TV Aldekerk ging der Schuss allerdings kräftig  nach hinten los und endete wegen einer desolaten Abwehrleistung mit einer herben Enttäuschung. Die Duisburger setzten sich mit 38:36 (23:19) durch.

Die Abwehrschwäche des ATV ist nicht erst seit dieser Begegnung in der Liga bekannt, konnte aber im Laufe der Saison durch eine überragende Offensivstärke erfolgreich kompensiert werden. Nicht so in diesem Spiel, in dem die Gastgeber die Schwächen der Gäste deutlich aufdeckten und gnadenlos ausnutzten. Sage und schreibe 36 Treffer erzielten die Schützlinge von ATV-Trainer Nils Wallrath, um anschließend mit leeren Händen und vermutlich jede Menge Frust über die eigene Leistung die Heimreise anzutreten – 38 kassierte Tore sprechen für sich. In der Nachbetrachtung rutschte dem ATV-Trainer die Formulierung „Schießbude der Liga“ heraus.

Der TV Aldekerk schafften es nicht, die Leistungen der letzten Gala-Vorstellungen gegen Essen, Köln und Korschenbroich zu konservieren und in der Glückauf-Sporthalle abzurufen. Kein Spielwitz, Unkonzentriertheit, fehlende Leichtigkeit, fahrige Aktion kennzeichneten das Spiel insbesondere in der ersten Halbzeit. Dazu ein Torwart, der keinen Zugriff auf das Spiel bekam und von seinen Vorderleuten allein gelassen wurde. Zu der schwachen Abwehrleistung gesellte sich eine bisher nicht gekannte Abschlussschwäche.

Anders die Hausherren, die ihren Gästen einen erbitterten Kampf boten, gieriger waren und am Ende für die erhoffte Überraschung sorgten. Die Zuschauer honorierten die Leistung mit stehenden Ovationen.

„Ich bin selber überrascht und habe im Moment keine Erklärung für die tolle Leistung meiner Mannschaft“, sagte Schürmann sichtlich erleichtert, „aber ich glaube nicht, dass wir am Limit gespielt haben, wir können noch mehr.“

Entsprechend enttäuscht äußerte sich Wallrat: „Beim Training am Donnerstag und Freitag habe ich bereits gespürt, dass sich die Mannschaft selber unter Druck gesetzt hat. Das hat man heute ganz deutlich gesehen. Dazu kam, dass einige Vorgaben, zum Beispiel Mirko Krogmann stärken zu bekämpfen, nicht befolgt wurden.“

Zum eigentlichen Spielverlauf: In der ersten Hälfte schaffte es keine Mannschaft, sich entscheidend abzusetzen. Die erste Führung des ATV nach 15 Minuten erzielte Thomas Jentjens, der mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks insgesamt 13 Feldtoren erzielte und seine Mannschaft immer wieder im Spiel hielt. „Du kannst in deinem Bericht schreiben, dass ich meinen Torleuten nicht die Punkte gezeigt haben, wohin er immer wirft“, scherzte Schürmann später. Die Führung hatte nicht lange Bestand. Bei einem Spielstand von 23:19 wurden die Seiten gewechselt.

„Ich habe mich über die Leistungen der Schiedsrichter geärgert. Besonders in der ersten Halbzeit haben die nur gegen uns gepfiffen. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf das Rückspiel“, lautete die versteckte Kampfansage des ATV-Spielführers Jonas Mumme. Zwei verworfene Siebenmeter zu Beginn des zweiten Durchgangs in Folge durch Thomas Plhak, sonst sicherer Schütze an der Siebenmeter-Linie,  spiegelten die Verfassung der Aldekerker an diesem Abend wieder. Homberg zog mit sieben Toren Vorsprung auf 26:19 davon. Die Gäste arbeiteten sich Tor für Tor heran, das Spiel stand in den letzten Minuten auf der Kippe und fand mit der Rekordquote von  74 Toren in einem Spiel und einem Endstand von 38:36 seinen Abschluss.

Für das Defensiverhalten seiner Mannschaft hatte der ATV–Coach keine Antwort parat: „Es ist schon merkwürdig, je mehr wir  das Abwehrverhalten trainieren, desto schlechter verteidigen wir anschließend.“ Es hätte auf Grund der Ausrutscher der Konkurrenz der Spieltag des ATV werden können und Hombergs Trainer Schürmann, der seinen ehemaligen Verein zu den Top-Mannschaften in der Liga zählt, fand sich nach dem Spiel in seiner Behauptung bestätigt, dass am Ende der Saison die Mannschaft ganz oben stehen wird, die die größte Konstanz bewiesen hat.

Nun bleiben zwei Wochen Zeit, intensiv an den Schwächen zu arbeiten. Nächster Gegner werden am 1. Dezember die Wölfe Nordrhein sein.