TV Aldekerk überzeugt beim Titelaspiranten TV Korschenbroich

Handball : ATV verliert trotz starker Leistung

Handball-Regionalliga: Ein begeisterndes Spiel vor Rekordkulisse lieferten sich die Turnvereine aus Korschenbroich und Aldekerk, das der Titelfavorit aus dem Kreis Neuss letztlich mit 31:26 (16:13) für sich entscheiden konnte.

Die Begegnung zwischen dem TV Korschenbroich und TV Aldekerk hielt, was sie im Vorfeld versprochen hatte: Tempohandball von zwei Mannschaften, die alles gegeben haben, Tore am Fließband, Handball auf hohem Niveau mit viel Leidenschaft und Kampf. Kurzum – ein Duell mit Unterhaltungswert.

ATV-Trainer Nils Wallrath und sein Korschenbroicher Kollege Dirk Wolf waren sich anschließend einig, vor der Rekordkulisse von 480 Zuschauern dem begeisterungsfähigen Publikum einen tollen Handballabend zelebriert zu haben. Und Einigkeit herrschte auch darüber, dass der Sieg der Heimmannschaft zwar in Ordnung ging, die Gäste aber dem Tabellenzweiten und Titelaspiranten alles abverlangt hatten.

Das Spiel nahm von Beginn an Fahrt auf, die Kontrahenten verzichteten auf vorsichtiges Abtasten. Die Angriffsreihen fackelten nicht lange und suchten schnell den Abschluss – Tore im „Dauerfeuer-Modus“ waren die Folge. Nach acht Minuten lagen die Hausherren mit 8:6 in Führung, ohne die Gäste richtig abschütteln zu können. Das lag vor allem an ATV-Spielmacher Julian Mumme, der gegen seinen Ex-Verein besonders motiviert und zielsicher auftrat und fast nach Belieben die kleine Kugel ins gegnerische Gehäuse nagelte.

Beim Rückstand von 9:11 verwarf „Mister Zuverlässigkeit“, Thomas Plhak, einen Strafwurf. Das Spiel der Wallrath-Truppe wurde nun insbesondere bei den Abschlüssen fehlerhafter, leichte Ballverluste schlichen sich ein. Eine Situation, die von den Hausherren hemmungslos ausgenutzt wurde. Sie zogen auf 14:9 davon. Die Aldekerker durften sich bei ihrem Torwart Joscha Schoemackers bedanken, dass der Titelfavorit nicht schon vorzeitig auf die Siegerstraße abbiegen konnte. Mit seinen Paraden hielt das 19-jährige Torwarttalent seine Mannschaft im Spiel. Die Seiten wurden mit einem 13:16-Rückstand aus ATV-Sicht gewechselt.

Die zweite Halbzeit begann ebenso rasant wie die erste. Wobei die Grün-Weißen den wesentlich besseren Start erwischten, Tore von allen Positionen erzielten und nach 40 Minuten auf 21:22 herangekommen waren. TVK-Trainer Dirk Wolf reagierte und stellte die Defensive um. Seine Abwehr agierte von nun an noch aggressiver und kompakter – eine Maßnahme, die sich auszahlen sollte. Der ATV biss sich an der Defensive die Zähne aus, leistete sich wiederum zu viele Ballverluste, die die Gastgeber mit einem 4:0-Lauf bestraften.

Auch ATV-Trainer Wallrath handelte noch einmal und brachte einen siebten Feldspieler. Drei Minuten vor Schluss waren seine Männer bis auf zwei Tore herangekommen. Zu mehr reichte es nicht mehr. Dass die Niederlage am Ende zwei, drei Tore zu hoch ausfiel, spielte keine Rolle mehr. In der Pressekonferenz zeigte sich Dirk Wolf merklich erleichtert, dass sich seine Mannschaft gegen den erwartet starken Gegner für die Niederlage in Aachen rehabilitieren konnte. Aber auch ATV-Trainer Wallrath war alles andere als unzufrieden: „Es ist schade, dass wir zwei kurze Schwächephasen hatten, die entscheidend waren.“

Bleibt festzuhalten: Der TV Aldekerk hat gegen eine Mannschaft verloren, die im Kampf um den Aufstieg ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird. Die Niederlage war alles andere als ein Rückschritt, verstecken müssen sich die Wallrath-Schützlinge in dieser Form auf keinen Fall. Mit der gezeigten Mentalität, dem vorhandenen Potenzial und trotz der noch fehlenden Stabilität befinden sich die Aldekerker Handballer auf dem richtigen Weg und können zuversichtlich in die Zukunft blicken.