Handball : TV Aldekerk trifft zu selten das Tor

Handball-Regionalliga Nordrhein: TV Aldekerk – MTV Dinslaken 29:32 (18:19). Die Zuschauer in der Vogteihalle bekommen ein gutes Spiel geboten. Doch die Grün-Weißen scheitern an ihrer unterirdischen Chancenverwertung.

Früher haben sich Sportler nach getaner Arbeit mit ihren Anhängern ganz einfach noch in der Vereinskneipe nebenan auf ein Bierchen getroffen. Inzwischen heißt so etwas auch in Kerken „Meet and Greet“. Die Stimmung hätte bei dieser Gelegenheit allerdings besser sein können. Denn die kühlen Getränke dienten nicht dazu, um auf einen Sieg anzustoßen, sondern mussten herhalten, um den Frust herunterzuspülen.

In einer abwechslungsreichen und emotional geführten Begegnung hatte der TV Aldekerk mit einer 29:32 (18:19)-Niederlage gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken nach 60 Spielminuten das Nachsehen.

Entsprechend enttäuscht nahm ATV-Trainer Nils Wallrath zum Spielgeschehen Stellung: „In der eigenen Halle bin ich schon davon ausgegangen, dass Dinslaken zu schlagen ist. Aber das klappt nun einmal nur, wenn alle Spieler und alle Mannschaftsteile funktionieren.“ Wallrath hatte vor der Partie von der erfolgreichen 6:0-Deckung, die in den ersten beiden Spielen insgesamt nur 45 Gegentreffer zugelassen hatte, auf eine 5:1-Formation umgestellt. Das Ergebnis: 19 Gegentore bis zum Halbzeitpfiff.

Nach dem Wechsel stellte er die Deckung auf die bewährte Variante um und die Mannschaft kassierte „nur noch“ 13 Treffer. Das größte Manko im Spiel der Grün-Weißen war allerdings die indiskutable Trefferquote. Mit einem Wert von etwas mehr als 50 Prozent ist in der Regionalliga kein Blumentopf zu gewinnen.

Dazu gesellten sich zahlreiche Ballverluste nach technischen Fehler. Ganz zu schweigen von den unzähligen vergebenen hundertprozentigen Chancen – die beiden Dinslakener Keeper durften sich nach dem Spiel als Helden feiern lassen. „Unsere Torleute haben nicht schlecht gehalten. Aber die beiden auf der anderen Seite haben es überragend gemacht. Und das war heute mitentscheidend“, formulierte Wallrath.

Zum eigentlichen Geschehen auf dem Parkett der Vogteihalle: Die Zuschauer bekamen von Beginn an eine Tempojagd mit großartigen Momenten geboten. Nach einem anfänglichen 5:5 erspielten sich die Gäste mit einem 4:0-Lauf eine erste klare Führung. Die Hausherren kamen ganz einfach viel zu selten zu den einfachen Toren, die sie im Vorfeld angekündigt hatten. Oftmals hatte es den Eindruck, als quälten sich die Grün-Weißen in der Offensive. Die ersten 30 Minuten boten den Zuschauern dennoch großartigen Sport. Zur Pause stand es 18:19. Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde. Nach drei Minuten zeigten die Schiedsrichter dem ATV-Rechtsaußen Thomas ­Plhak die Rote Karte. Bei einem Abwehrversuch geriet seine Hand ins Gesicht des Gegenspielers. Der amtierende Regionalliga-Meister aus Dinslaken zog mit fünf Toren Differenz davon. Das Schiedsrichtergespann geizte auch in der Folgezeit nicht mit Karten und schickte nach 47 Minuten den Dinslakener Funkturm Marko Krogmann mit Rot vom Feld.

Sämtliche Bemühungen der Gastgeber, das Spiel noch zu kippen, scheiterten insbesondere an „Not-Keeper“ Dominik Köller, seines Zeichens Torwarttrainer bei den Gästen, der im letzten Drittel für den 18-Jährigen Luca Steffel im Tor stand und seine Bude scheinbar vernagelt hatte. „Die vergebenen glasklaren Chancen haben uns heute den Nacken gebrochen“, meinte der erfahrene Außenstürmer Plhak nach dem Spiel. „Dadurch sind wir einfach nicht in den Spielfluss gekommen, den wir dringend benötigt hätten.“

Harald Jakobs, Trainer des MTV Dinslaken, führte den ersten Saisonsieg darauf zurück, dass sich seine Mannschaft nicht aus dem Konzept bringen ließ, lobte die Leistung seiner Torhüter und erwähnte Florian Körner, der mit seinen Treffern das Team im Spiel gehalten habe.

Für den TV Aldekerk könnte es jetzt etwas ungemütlich werden. Am Samstag geht’s über den Rhein zum ungeschlagenen Tabellenführer TuS Opladen.