Handball : TV Aldekerk verzaubert die Vogteihalle

Regionalliga Nordrhein: Die Grün-Weißen bieten den Zuschauern eine wahre Handball-Show und schlagen den Tabellennachbarn BTB Aachen verdient mit 37:29 (21:14). Die Mannschaft geht als Sechster in die Winterpause.

Unmittelbar vor dem Anpfiff verteilten die Aldekerker Handballer Schoko-Nikoläuse an die Zuschauer – das war’s dann aber auch mit den Geschenken. Zumindest für Gegner BTB Aachen, der in der Vogteihalle nichts zu bestellen hatte.

In einem begeisternden Spiel behielt der ATV deutlich mit 37:29-Toren gegen den Tabellennachbarn aus Aachen die Oberhand – und der Sieg war auch in dieser Höhe mehr als verdient. Zum ersten Mal in dieser Saison konnten die Spieler von ATV-Trainer Nils Wallrath eindrucksvoll ihr vorhandenes Potenzial über die gesamte Spielzeit abrufen und die Zuschauer mit einer Demonstration ihrer Fähigkeiten überzeugen.

Bereitschaft, Einsatz, Kampf, Willen, Disziplin – Tugenden für ein erfolgreiches Spiel, die der ATV in den zurückliegenden Spielen häufiger vermissen ließ, wurden in dieser Partie gebündelt und sorgten für eine vorweihnachtliche Bescherung. Nicht zu Unrecht sprach Wallrath nach dem Spiel von der besten Saisonleistung seiner Mannschaft. Der offensichtlich noch mit Glückshormonen überschüttete Spielführer Jonas Mumme wies eindringlich darauf hin, dass es nicht das letzte Spiel in diesem Jahr, sondern in diesem Jahrzehnt gewesen sei – und dafür hätten seine Jungs es doch ganz gut gemacht.

Das Spiel nahm sofort volle Fahrt auf. Der TV Aldekerk fackelte gleich zu Beginn ein wahres Feuerwerk ab und schien die Gäste aus dem Dreiländereck förmlich überrennen zu wollen. 6:1 lautete nach zehn Minuten der Spielstand. Aachens Trainer Martin Becker sah sich zu diesem frühen Zeitpunkt bereits gezwungen, eine erste Auszeit zu nehmen. Die Gäste kamen zwar auf zwei Tore heran, doch der ATV zeigte sich davon unbeeindruckt. Mit einer angemessenen Führung von 21:14-Toren wurden die Seiten gewechselt. Der Schlüssel zum Erfolg lag sicher darin, dass der gefürchtete Aachener Rückraum um Simon Breuer-Herzog durch beherztes und entschlossenes Abwehrverhalten entschärft werden konnte und der überragende ATV-Keeper Joscha Schoemackers für zusätzliche Sicherheit sorgte.

Kaum angepfiffen, ging das muntere Torewerfen auf Aldekerker Seite weiter. Der Turnverein war an diesem Abend einfach eine Nummer zu groß für die Aachener Gäste – die Partie wurde beim Spielstand von 37:29 abgepfiffen. Ohne die verschwenderische Chancenverwertung speziell Mitte der zweiten Halbzeit hätte der Sieg durchaus noch höher ausfallen können. Gäste-Trainer Martin Becker war nach der Begegnung mehr als bedient und fasste sich kurz: „Ja, was soll ich sagen. Ohne Abwehr kann man kein Spiel gewinnen. Aber die Aldekerker haben auch eine starke Partie abgeliefert.“

Für Wallrath war es in seiner achtjährigen Trainerzeit beim ATV der erste Sieg unmittelbar vor Weihnachten und er brachte die Gründe für den Erfolg auf den Punkt: „Meine Abwehr hat wesentlich besser gedeckt, Aachen hat kaum Zugriff auf unsere Offensive bekommen. Und heute hat auch das Positionsspiel geklappt. Unser Rückzugverhalten war wesentlich besser als sonst. Wir hatten mit wesentlich mehr Dynamik den Zug zum Tor und kaum Lustwürfe im Spiel.“

Mit soliden 13:9-Punkten überwintert der TV Aldekerk als Tabellensechster im oberen Tabellendrittel. Am 11. Januar werden die Karten im Heimspiel gegen TuSEM Essen II neu gemischt. ATV-Torwart Benedikt Köß bekam vor der Partie Blumen überreicht. Nach eineinhalb Jahren war es für ihn das letzte Spiel im Aldekerker Trikot.

Bleibt festzuhalten: Der ATV kann erfolgreich Handball spielen – wenn er will. Einzelne Spieler besonders hervorzuheben, wäre unfair gegenüber über den Mannschaftskollegen. Es war ein Sieg der Mentalität und der ganzen Mannschaft.