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TV Aldekerk ist neuer Tabellenführer der Handball-Regionalliga

Handball-Regionalliga : TV Aldekerk erobert die Tabellenspitze

Handball-Regionalliga: Die Freude über den 27:20-Erfolg bei der HSG Siebengebirge hält sich in Grenzen. ATV-Kreisläufer Marcel Görden zog sich eine schwere Knieverletzung zu. Trainer Nils Wallrath hört zum Saisonende auf.

Der TV Aldekerk muss den zumindest vorläufigen Sprung auf Platz eins der Handball-Regionalliga teuer bezahlen. Die Mannschaft löste mit einem ungefährdeten 27:20 (13:6)-Erfolg bei der HSG Siebengebirge den bisherigen Spitzenreiter HC Gelpe/Stromberg ab, der beim Verfolger TV Korschenbroich mit 25:27 unterlag. Außerdem wurde die Partie des Tabellenzweiten BTB Aachen beim HC Weiden abgesagt.

Doch die Freude über den Auswärtssieg hielt sich bei den Grün-Weißen in Grenzen. Der Grund: Gerade einmal sieben Minuten waren gespielt, als Marcel Görden verletzt auf dem Hallenboden liegen blieb und nach kurzer Behandlung mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung aus der Halle getragen werden musste. Nach Spielmacher Tim Gentges, der in dieser Woche am Meniskus operiert wird, ist Görden der zweite prominente Ausfall innerhalb kürzester Zeit. Ohne diese beiden Leistungsträger dürfte es der ATV schwer haben, die bisher gezeigten Leistungen bestätigen zu können. Für die Verantwortlichen besteht Handlungsbedarf, wenn die Mannschaft weiterhin in der Spitzengruppe mitmischen soll. Außerdem muss sich der Vorstand ab sofort mit der Trainersuche beschäftigen. Nils Wallrath hat die sportliche Leitung und seine Mannschaft darüber informiert, dass er zum Saisonende aus beruflichen Gründen aufhört.

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Zum Geschehen auf dem Parkett: HSG-Trainer Lars Degenhardt überraschte mit einer offensiven Deckungsvariante, die anfangs durchaus die erhoffte Wirkung hatte. Die Aldekerker Torfabrik lief zunächst nicht auf Hochtouren, weil die gewohnten Abläufe im Angriff erheblich gestört wurden. Die Anfangsminuten waren von hektischen Aktionen geprägt, wobei sich ATV-Keeper Paul Keutmann das eine oder andere Mal auszeichnen durfte. Nach dem Treffer zum 4:3 (8.) durch Julian Mumme gönnte sich die Partie eine sechsminütige Pause, in der auf beiden Seiten kein einziges Tor fiel.

Wallrath reagierte auf die Taktik der Gastgeber und setzte vermehrt einen siebten Feldspieler ein. „Wegen der offensiven Deckung hatten meine Spieler mehr Raum. Und mit dem siebten Mann wollte ich ein Übergewicht im Angriff schaffen“, erklärte der ATV-Coach die Maßnahme, die ihre Wirkung nicht verfehlen sollte. Der Turnverein spielte sich eine vorentscheidende 8:3-Führung heraus. Und spätestens beim Halbzeitstand von 13:6 war klar, wer am Ende als Sieger die Halle verlassen würde.

Die zweite Hälfte begann mit einem verwandelten Strafwurf von Thomas Plhak und setzte sich mit einem 4:0-Lauf der Hausherren zum 14:10 (40.) fort. Doch der neue Tabellenführer aus Aldekerk hatte noch genug Pfeile im Köcher und stellte nach 46 Minuten bei einem Spielstand von 19:12 den Vorsprung von sieben Toren wieder her, der auch beim Abpfiff nach 60 Minuten noch Bestand hatte. Bemerkenswert war das Verhalten des Publikums, das jeden Treffer des Gastgebers trotz des hoffnungslosen Rückstands frenetisch bejubelte.

„Uns ist es gelungen, die Aldekerker Tormaschine ins Stottern zu bringen. Und mit 27 Gegentreffern gegen solch eine Top-Mannschaft bin ich trotz der Niederlage durchaus zufrieden“, meinte Degenhard nach dem Spiel. Eine These, die Nils Wallrath schlagfertig konterte: „Wenn wir im jedem Spiel nur noch 20 Stück kassieren, steigen wir am Saisonende auf.“

Die gute Nachricht für den TV Aldekerk: Nach überstandener Innenband-Verletzung feierte Rückraumspieler Can Greven ein gelungenes Comeback und trug sich dreimal in die Torschützen-Liste ein.

TV Aldekerk: Keutmann, Schoemackers – Tebyl (8), Jonas Mumme (5), Plhak (5/1), Greven (3), Jentjens (3), Julian Mumme (2), Küsters (1), Görden, Grützner, Upietz, Herholz, Linden.