Handball : TV Aldekerk kassiert die Höchststrafe

Handball-Regionalliga: Die Grün-Weißen besitzen im Verfolgerduell beim TuS Opladen keine Chance und verlieren auch in der Höhe verdient mit 30:41 (15:19). ATV-Coach Nils Wallrath: „Meine Mannschaft ist noch nicht soweit.“

Wenn der Tabellendritte auf den Tabellenvierten trifft und beide Mannschaften nach elf Spieltagen nur zwei Punkte Abstand auf Rang eins haben, darf man getrost von einem Spitzenspiel sprechen. Beim drittplatzierten TuS 82 Opladen wurde der TV Aldekerk den Ansprüchen eines Spitzenteams aber keinesfalls gerecht. Vollkommen chancenlos gingen die Grün-Weißen in der Bielert-Halle mit 30:41 (15:19) unter. ATV-Trainer Nils Wallrath sprach nach dem Spiel von einem Sieg der Hausherren, der auch in dieser Höhe in Ordnung ging. „Opladen ist ganz einfach noch kein Maßstab für uns, soweit ist meine Mannschaft noch nicht“, bilanzierte er.

Als ob es ein Omen gewesen wäre, dass beim Einlaufen der Mannschaften „Highway to hell“ von AC/DC eingespielt wurde. Die Mannschaft vom Niederrhein schien die Auffahrt zur „Bielert-Hölle“ erwischt zu haben. Obwohl der Torreigen zum wiederholten Male von ATV-Spielmacher Julian Mumme eröffnet wurde, war die Partie im Grunde Mitte der ersten Halbzeit bei einem Spielstand von 11:4-Toren zu Gunsten der Rheinländer entschieden.

Abschlussschwächen zuhauf, reihenweise technische Fehler und sogar Fangfehler im Angriffsspiel der Gäste quittierten die Hausherren konsequent mit Gegentreffern. Der TuS 82 Opladen präsentierte sich an diesem Abend als eine komplette Mannschaft, die in allen Belangen ihrem Ruf als Meisterschaftsfavorit gerecht wurde. Bezeichnend, dass ATV-Keeper Benedikt Köß sich nach 17 Minuten durch Janik Schoemackers ersetzen ließ, der zumindest im ersten Durchgang eine bessere Figur machte.

Der ATV steckte trotz des deutlichen Rückstands nicht auf und konnte den Abstand bis zum Halbzeitpfiff auf erträgliche 15:19-Tore verkürzen. Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild: Zehn Minuten lang hielten die Gäste den Vier-Tore-Abstand, danach setzte sich der Opladener Express unaufhaltsam in Bewegung und zeichnete dem Gegner deutlich und schonungslos seine Grenzen auf. Zwei Minuten vor Schluss bejubelten die heimischen Zuschauer den 40. Treffer ihrer Mannschaft. 40 Gegentore in einer Partie – im Handballsport gleichzusetzen mit einer Höchststrafe.

Maxi Tobae, der für den angeschlagen ins Spiel gegangenen Jonas Mumme früh ins Spiel genommen wurde und im Abwehrzentrum Schwerstarbeit leisten musste, fand nach dem Spiel offene Worte: „Was nutzt es alles, wenn bei uns in der Abwehr nur phasenweise im Verbund gedeckt wird und vorne zu schnell die Bälle weggeworfen werden?“ Srdjan Nikolic, Trainer der Gastgeber aus Opladen, analysierte sachlich und zutreffend: „Wir sind auf einen starken Gegner getroffen, auf den wir uns gut eingestellt hatten. Wir haben die Aldekerker Abwehrschwächen aufgedeckt und ausgenutzt. Meine Mannschaft hat durch die Bank alle Vorgaben umgesetzt. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden.“

TV Aldekerk: Köß, Schoemackers – Julian Mumme (8), Phlak (8/2), Jentjens (4), Liedtke (3), Kleinelützum (2), Rampyapedi (2), Greven (1), Tobae(1), Tebyl (1), Jonas Mumme.

Mehr von RP ONLINE