Handball : TV Aldekerk sorgt für Oktoberfest-Stimmung

Handball-Regionalliga: Zuschauer in der Vogteihalle bejubeln einen 42:24 (21:11)-Kantersieg gegen Schlusslicht HSG Siebengebirge.

„Wenn ich einmal Hochzeit mach, dann immer nur mit dir“, lautet die erste Textzeile des Zillertaler Hochzeitmarsches, der nach dem Triumph des TV Aldekerk durch die Vogteilhalle dröhnte. Und wenn die Wallrath-Schützlinge ihr erfrischendes und erfolgreiches Spiel den Zuschauern weiterhin so eindrucksvoll präsentieren, wird sich die Mannschaft vor Heiratsanträgen kaum retten können.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als gut: Trainer Nils Wallrath war am Donnerstag noch davon ausgegangen, dass die Mumme-Brüder Julian und Jonas sowie Strafwurf-Spezialist Thomas Plhak wegen ihrer Blessuren nicht spielen können. Entgegen seiner Befürchtung liefen die „Mummes“ auf und konnten durchspielen; Phlak trat nur zu Strafwürfen an den Siebenmeterstrich. „Es ist nicht schlecht, wenn man einen Wunderheiler kennt“, schmunzelte Wallrath vor dem Spiel. Linkshänder Thomas Jentjens musste sich allerdings wegen eines grippalen Infektes abmelden und verfolgte das Spiel zu Hause am Live-Ticker.

Zur einseitigen Begegnung: Die überforderte HSG Siebengebirge konnte am Niederrhein gerade einmal drei Minuten mithalten. Beim Spielstand von 2:3 war eine Parade von Torhüter Ben Köß die Initialzündung zu einem Aldekerker 6:0-Lauf – es sollte sich um eine frühe Vorentscheidung handeln. Die Hausherren gaben diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand und zogen in der Folgezeit kontinuierlich davon. Die Mannschaft vom Drachenfels wirkte hilflos und war den Grün-Weißen in allen Belangen unterlegen. Da nutzte es auch nichts, dass HSG-Trainer Helmut Menzel den Dirigenten des Aldekerker Spiels, Julian Mumme, der mit seinen aus dem Handgelenk gespielten Pässen die Gäste-Abwehr ein ums andere Mal vor Rätsel stellte, in Manndeckung nehmen ließ.

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Der ATV spielte seine individuelle Klasse, Cleverness und Schnelligkeit aus und war so dominant wie noch nie in der laufenden Saison. Mit zehn Toren Vorsprung ging es in die Halbzeitpause. „Wir haben einen Kader von 14 Spielern und gerade einmal acht Akteure hatte ich davon am Start. Wenn sich dann noch kurzfristig Leistungsträger abmelden, kann man doch nur einen dicken Hals bekommen“, ärgerte sich Menzel nach dem Spiel.

Bereits zum Ende der ersten Halbzeit und insbesondere nach Wiederanpfiff gönnte Trainer Wallrath seiner Startformation längere Ruhezeiten und den Alternativspielern mehr Einsatzzeiten. Robin Appelhans und Aljosha Akuinor kamen zu ihren Debüts und feierten gleichzeitig ihre ersten Tore in der Regionalliga. An der Tordifferenz änderte sich nach 45 Minuten Spielzeit nichts, die Grün-Weißen führten uneinholbar mit 28:18-Toren. Der Tabellenletzte, der lediglich mit neun Feldspielern angereist war, ging mit zunehmender Spieldauer immer mehr auf dem Zahnfleisch. Darauf nahmen die Gastgeber wenig Rücksicht und stillten ihren Torhunger. Die letzten Minuten kamen einer Demontage einer am Ende völlig demoralisierten Mannschaft aus dem Siebengebirge gleich. Den 40. Treffer erzielte Christopher Tebyl zwei Minuten vor dem Abpfiff.

„Ich bin sehr zufrieden, die Jungs haben alle gut gespielt. Aber wir sollten den Sieg nicht zu hoch bewerten. Die Gäste haben eine ganz neue Mannschaft und mussten viele Stammspieler ersetzte“, bilanzierte Wallrath das Geschehen auf dem Parkett der Vogteihalle. „Besonders hat mir gefallen, dass sich meine Mannschaft im Kollektiv stark präsentiert und so den Ausfall von Thomas Jentjens kompensiert hat.“

Die kollektive Stärke hatte an diesem Abend einen Namen: Benedikt Liedtke, der sich den Schnaps für den Mitarbeiter des Tages redlich verdient hatte. „Natürlich war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden, aber Julian hat mich oft klasse frei gespielt. Den Killepitsch lasse ich mir schmecken“, scherzte er nach dem Spiel. Was der Sieg tatsächlich wert ist, wird sich schon am nächsten Samstag in der Partie beim TV Ratingen zeigen.

TV Aldekerk: Schoemackers, Köß – Tebyl (7/1), Liedtke (6), Greven (5), Rampyapedi (5), Kleinelützum (5), Julian Mumme (5), Jonas Mumme (2), Plhak (2/2), Akuinor (2), Appelhans (2), Tobae (1).

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