Dritte Handball-Liga Der TV Aldekerk ist endgültig wieder da

Kerken · Nach dem Erfolg im Kellerduell legt die Mannschaft von Trainer Tim Gentges mit dem ersten Auswärtssieg der Saison nach. Das 30:27 beim TuS Opladen lässt die Chancen auf den Klassenerhalt sprunghaft steigen.

 Mit einer bärenstarken Anfangsphase legte Julian Mumme (Mitte) den Grundstein zum Aldekerker Auswärtssieg.

Mit einer bärenstarken Anfangsphase legte Julian Mumme (Mitte) den Grundstein zum Aldekerker Auswärtssieg.

Foto: Heinz Spütz

Der TV Aldekerk darf allmählich wieder vom Klassenerhalt in der Dritten Handball-Liga träumen. Eine Woche nach dem 40:30 im Kellerduell gegen die TSG Haßloch legte die Mannschaft am Samstag mit dem ersten Auswärtssieg der laufenden Saison nach. Die Grün-Weißen, die jetzt 6:18-Punkte auf ihrem Konto und damit den Anschluss an das untere Mittelfeld hergestellt haben, setzten sich beim favorisierten TuS 82 Opladen mit 30:27 (15:11) durch. Das Duell war nichts für schwache Nerven, entscheidenden Anteil am Resultat hatte der Opladener Trainer Fabrice Voigt.

Statt am Samstagabend „Wetten, dass ?“ zu gucken, hatten sich rund 80 Aldekerker Fans auf den Weg in Richtung Leverkusen gemacht und rund fünf Stunden geopfert, um ihre Lieblinge vor Ort tatkräftig unterstützen zu können. In der Bielert-Sporthalle erfreuten sich die Grün-Weißen einer Heimspiel-Atmosphäre. Nach ausgeglichener Anfangsphase meldete der gegnerische Trainer bereits nach 14 Minuten einen dringenden Redebedarf mit seiner Mannschaft an.

Der Grund war offensichtlich: Julian Mumme hatte gerade mit seinem fünften (!) Treffer die 7:5-Führung erzielt. Voigt ließ nun offensiver decken, um den Aktionsradius von Mumme einzuschränken. Er hatte die Rechnung ohne den besten Feldtorschützen der Liga gemacht. David „Hansi“ Hansen legte seine anfängliche Zurückhaltung ab, übernahm die Verantwortung für das Aldekerker Spiel und jagte bis zum Halbzeitpfiff den kleinen Lederball vier Mal in die Maschen. Der ATV machte im ersten Durchgang kaum was falsch, die 15:11-Pausenführung ging völlig in Ordnung. Nur elf Gegentore im ersten Abschnitt sprechen eine deutliche Sprache.

In der zweiten Hälfte robbte sich der Gastgeber heran. Der Ausgang des Spiels war völlig offen. Mit Beginn der Crunch Time gelang den Opladenern die erste Führung (23:22). Die Gentges-Truppe schüttelte sich kurz, spielte unbeirrt ihr Spiel weiter und hatte nach 57 Minuten die Nase vorne (26:25). Nach dem Geschmack der beiden Unparteiischen moserte Opladens Trainer von der Bank aus etwas zu viel. Voigt erhielt drei Minuten vor dem Abpfiff eine Zeitstrafe, die ein Feldspieler abbrummen musste – eine spielentscheidende Schwächung, wie sich herausstellen sollte. Zweimal Sjuul Rutten und einmal Hansen stellten in der zweiminütigen Überzahl den Spielstand auf 29:26. Thomas Plhak machte 30 Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer zum 30:26 den Deckel auf die Partie. Das 30:27 durch Markus Sonnenberg interessierte kaum noch jemanden – längst hatte der ATV-Chor auf den Rängen den Evergreen „Oh, wie ist das schön“ angestimmt. „Das war schon verdammt geil heute, wir sind unfassbar glücklich. In der zweiten Halbzeit haben wir uns trotz der Opladener Führung nicht aus dem Konzept bringen lassen. Es ist unglaublich wichtig, dass wir so ein enges Spiel auch mal für uns entscheiden konnten und das Quäntchen Glück auf unserer Seite war. Trotz der vielen Rückschläge hat dieses Spiel gezeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Heute wird gefeiert, ab Montag geht es weiter, denn wir haben noch einen sehr langen Weg vor uns“, sagte ATV-Trainer Tim Gentges. Am Samstag gibt die Bundesliga-Reserve der HSG Wetzlar, die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen, als Tabellensechster ihre Visitenkarte in der Vogteihalle ab.

TV Aldekerk: Keutmann, Schoemackers – Hansen (8), Julian Mumme (8), Rutten (5), Plhak (4), Jonas Mumme (3), Linden (1), Tobae (1), Kirschbaum, Gentges, Küsters, Ellwanger, Platen.

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