Handball : TV Aldekerk feiert den Befreiungsschlag

Handball-Regionalliga der Männer: Mit einem 34:29 (15:13)-Erfolg im Derby gegen Adler Königshof sorgen die Grün-Weißen für Oktoberfeststimmung in der Vogteihalle. Trainer Nils Wallrath sieht noch Luft nach oben.

Wenn 15 gestandene Mannsbilder wie kleine Kinder im Kreis hüpfen und durch die Vogtei-Halle der Zillertaler Hochzeitsmarsch dröhnt, erübrigt sich die obligatorische Frage nach dem Ausgang des Spiels. Nach der Auftaktniederlage gegen Bonn und dem Unentschieden in Aachen hatte der TV Aldekerk am dritten Spieltag endlich Grund zur guten Laune. Mit einem verdienten 34:29-Sieg im Derby gegen Adler Königshof wurde der erste doppelte Punktgewinn in der noch jungen Saison eingefahren.

Zum Spiel: Der Gastgeber kam von Beginn an nicht in Tritt und konnte sich bei seinem Schlussmann Janik Schoemackers bedanken, der durch glänzende Reflexe die Mannschaft im Spiel hielt. Nach zwölf Minuten und einem 3:6-Rückstand reichte es ATV-Trainer Nils Wallrath – er nahm die erste Auszeit. „Das Offensivspiel hatte mir überhaupt nicht gefallen, deshalb war die Auszeit dringend nötig“, erklärte er nach dem Spiel.

Die Ansprache schien ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben – Tor für Tor arbeiteten sich die Wallrath-Schützlinge heran. Durch zwei kanonenartig abgefeuerte Geschosse von Julian Mumme und einen Treffer von Thomas Jentjens gingen die Hausherren nach 19 Minuten erstmals in Führung (8:7). Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff lag der ATV sogar mit 15:10 vorne, leistete sich dann aber Nachlässigkeiten, die mit drei Gegentreffern in Folge bestraft wurden.

„Die ersten zehn Minuten haben wir verschlafen, aber man hat auch gesehen, dass wir auf einem guten Weg sind“, meinte Spielführer Jonas Mumme nach dem Derby. Nach dem Wechsel bot sich den Zuschauern ein vollkommen anders Bild: Beide Teams hatten ihre Visiere hochgeklappt, es ging Schlag auf Schlag, Tore fielen im „30-Sekunden-Takt“. 22:22 stand’s nach 40 Minuten in einer völlig offenen Partie.

 Jentjens zeigte nun das, was man in solch einer Spielphase von einem erfahrenen Regionalliga–Spieler erwarten kann: Er hatte Mut, übernahm Verantwortung und war maßgeblich am 4:0-Lauf seiner Truppe beteiligt. Dank der blitzgescheiten Zuspiele von Julian Mumme und seiner ansatzlos aus der Hüfte abgeschossenen Würfe kam das ATV-Flaggschiff endlich in ruhigeres Fahrwasser und baute die Führung bis zehn Minuten vor Schluss auf komfortable 29:24-Tore aus.

„Aldekerk hat konstanter gespielt und wir haben den Mumme das ganze Spiel nicht in den Griff bekommen“, kommentierte Adler-Trainer Goran Sopov später den Spielverlauf. Der erst 18-jährige Joscha Schoemackers löste im Tor seinen Bruder Janik ab und Wallrath wurde für sein Vertrauen nicht enttäuscht. Nach anfänglicher Nervosität bestand der Junge seine Feuerprobe in der Regionalliga mit Bravour! Noch sieben Minuten waren zu spielen, als es sehr übersichtlich auf dem Spielfeld wurde: Es hagelte Zwei-Minuten-Strafen für den ATV. Erst für Jentjens, dann für Thomas Plhak und schließlich noch für Roman Grützner. Drei gegen Sechs – der ATV spielte clever und hielt sich schadlos. „Die meiste Zeit haben die Schiedsrichter gut gepfiffen“, kommentierte Wallrath die Entscheidungen der bundesligaerfahrenen Referees Marvin Cesnik und Jonas Konrad aus Gummersbach.

Can Greven machte mit seinen beiden Torerfolgen in den Schlussminuten endgültig den Deckel auf die Partie. „Der Sieg ist enorm wichtig. Wir sind schwach gestartet und haben es unnötig spannend gemacht. Am Zenit sind wir sicher noch nicht angelangt“, lautete die Schlussbilanz von Wallrath.

Unter dem Strich war es ein hartes Stück Arbeit und ein Sieg der Mentalität und später auch der Qualität, der dem Team das erforderliche Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben dürfte.

TV Aldekerk: Jannik Schoemackers, Joscha Schoemackers – Jentjens (8), Julian Mumme (7), Plhak (6/4), Greven (5), Jonas Mumme (2), Kleinelützum (2), Rampyapedi (1), Tobae (1), Tebyl (1), Weisz, Grützner (1), Liedtke.

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