TV Aldekerk enttäuscht in Rheinhausen auf ganzer Linie

Handball : Niederlage beim Abstiegskandidaten

Handball-Regionalliga der Männer: HC Wölfe Nordrhein – TV Aldekerk 31:30 (18:12). Der ATV liefert nach zuvor zwei Siegen in Folge in Rheinhausen eine enttäuschende Vorstellung. Trainer Nils Wallrath bemängelt die Einstellung.

Nach zuvor zwei Siegen in Folge zeigte der TV Aldekerk zur Abwechslung wieder einmal sein anderes Gesicht. In Rheinhausen mussten sich die Grün-Weißen gegen den Abstiegskandidaten HC Wölfe Nordrhein überraschend geschlagen geben. Die Mannschaft um Trainer Nils Wallrath bekleckerte sich beim Vorletzten, der jetzt im Kampf um den Klassenerhalt wieder glänzende Karten besitzt, nicht mit Ruhm und verlor mit einem Tor Unterschied. Die Leuchtdioden der Anzeigetafel in der Sporthalle an der Krefelder Straße zeigten nach 60 Minuten einen 31:30-Heimerfolg an.

Das knappe Ergebnis spiegelt bei weitem nicht den tatsächlichen Spielverlauf wider und brachte erneut die Bestätigung, dass ohne hundertprozentige Leistungsbereitschaft in der Regionalliga kein Blumentopf zu gewinnen ist. Der ATV ließ so ziemlich alles vermissen, was ihn in den beiden erfolgreichen Begegnungen zuvor noch ausgezeichnet hatte.

„Natürlich gibt es immer Erklärungen für Niederlagen, aber ich will die Leistung und das Ergebnis hier nicht schön reden“, meinte Wallrath nach dem Spiel. „Auf jeden Fall muss ich der Mannschaft die mangelhafte Einstellung vorwerfen. Das habe ich schon ganz anders gesehen.“ Die Aldekerker starteten erneut mit einer offensiv ausgerichteten „3:3-Deckung“. Die Rechnung schien aufzugehen – nach gerade einmal fünf Minuten lag der ATV bereits mit 4:0 vorne. Thomas Molsner, der den Gastgeber für den Rheinhausener Spielertrainer Alexander Tesch an der Seitenlinie coachte, zog die erste grüne Karte und nahm eine Auszeit. „Wir waren auf diese Deckungsvariante vorbereitet, wussten aber nicht so genau, wie es sich anfühlt, dagegen zu spielen. Da mussten wir handeln“, erklärte er.

Molsner hatte die richtigen Lösungen parat, die umtriebigen Wölfe nahmen Witterung auf und starteten ihrerseits einen 5:0-Lauf. Der Abstand wuchs stetig an. Jetzt sah sich Wallrath gezwungen, seine Abwehr umzustellen. „Ein weiteres Indiz für die Einstellung heute. Eigentlich spielen wir die Variante gerne, aber man muss sie spielen wollen. Sie erfordert viel Kraft und Einsatz“, meinte Wallrath, der im Laufe des Spiels noch mehrmals die Defensive umstellen sollte.

Die Abwehr der Wölfe um die beiden Mittelmänner Kevin Kirchner und Alex Tesch stand stabil und ließ wenig zu. Auf der anderen Seite gelangen den Gastgebern viele einfache Tore. Sowohl Janik Schoemackers als auch sein Torhüterkollege Ben Köß hatten nicht unbedingt einen Sahnetag erwischt.

„Den Grundstein für unseren Erfolg haben wir ganz klar in der ersten Halbzeit gelegt“, meinte Spielertrainer Tesch nach dem Spiel. „Mir ist es im Moment völlig egal, dass es zum Schluss noch eng wurde. Wir wollten die Punkte und haben sie bekommen.“ Die Ausfälle von Roman Grützner und Robin Appelhans, Spieler der zweiten Aldekerker Mannschaft, machten sich am Samstagabend besonders bemerkbar. Wallrath fehlten auf der Bank insbesondere für den Rückraum Alternativen, um durch taktische und personelle Veränderungen dem Spiel eine Wende geben zu können. Dort saßen zu Spielbeginn die Mittelmänner Christian Menke und Maxi Tobae sowie Rechtsaußen Matome Rampyapedi.

Die Gastgeber schienen auch im zweiten Durchgang ungefährdet ihr Ding durchzuziehen und blieben konstant mit vier Toren in Führung. Nach 45 Minuten läutete Thomas Jentjens, der bis dahin ausschließlich Fehlwürfe auf dem Konto hatte, mit einem Dreierpack die Wende ein. Rheinhausen bekam plötzlich Fracksauen und kassierte drei Minuten vor Schluss durch den besten Aldekerker, Christopher Tebyl, den Ausgleichstreffer.

Mit dem Glück des Tüchtigen setzten sich die Hausherren, die 60 Minuten lang einfach gieriger und mit der nötigen Leidenschaft aufgetreten waren, mit 31:30 durch. Die Niederlage kann der TV Aldekerk verschmerzen, da sich die Grün-Weißen zuvor einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle verschafft hatten. Für die Wölfe aus Rheinhausen ist der Sieg hingegen von großer Bedeutung. Sie verdrängten den Lokalrivalen VfB Homberg, der parallel in Opladen mit 18:33 unter die Räder kam, auf einen Abstiegsplatz.

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