Handball : Starker Auftritt: ATV erobert Drachenfels

Handball-Regionalliga der Männer: HSG Siebengebirge – TV Aldekerk 29:32 (12:17). Die Mannschaft um Trainer Nils Wallrath bestätigt eindrucksvoll den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen und feiert den dritten Sieg in Serie.

 So allmählich kann einem der TV Aldekerk schon ein wenig unheimlich vorkommen. Nach einem mittelprächtigen Saisonstart feierten die Grün-Weißen im dritten Spiel nach der zweiwöchigen Liga-Pause während der Herbstferien ihren dritten doppelten Punktgewinn. In der Sporthalle „Am Sonnenhügel“ im Schatten des Drachenfels gewann der Turnverein gegen die HSG Siebengebirge in einem nicht unbedingt hochklassigen, aber von beiden Kontrahenten sehr intensiv geführten Spiel letztendlich verdient mit 32:29-Toren.

Nach dem erneuten Erfolg hat der ATV jetzt 10:6-Punkte auf seinem Konto und verbesserte sich auf den fünften Tabellenplatz. Der Abstand zum Spitzenreiter TV Korschen­broich beträgt nur noch drei Punkte, auf den Tabellenzweiten, TuS Opladen, der zum zweiten Mal hintereinander verlor, zwei Zähler. Den besseren Start erwischten die Hausherren, die vor heimischer Kulisse nicht wie eine Mannschaft auftraten, die erst drei Punkte auf der Habenseite hat und das Schlusslicht der Tabelle bildet. Die Gäste fingen sich nach etwa fünf Minuten und fanden zu ihrem Spiel. Der Abwehrverbund stand nun wesentlich kompakter und griff konsequenter zu. Im Angriff wurden die Aktionen konzentrierter abgeschlossen. Grün-Weiß kam immer besser in Schwung. Nicht zuletzt dank des im ersten Durchgang überragenden Thomas Plhak ging es mit einem Vorsprung von fünf Toren (17:12) in die Halbzeitpause.

Nach zehn Minuten im zweiten Durchgang hatte die Wallrath-Truppe ihren Vorsprung auf sechs Tore (21:15) ausgebaut. Statt nun nachzulegen und die Führung weiter auszubauen, ließ sie die Zügel schleifen und die Siebengebirgler auf drei Zähler (26:23) herankommen. Der Auswärtssieg sollte jedoch nicht mehr in Gefahr geraten. Der ATV zog das Tempo an, geriet in sicheres Fahrwasser und verließ am Ende als verdienter Sieger die Halle.

HSG-Trainer Werner Klöckner stand nach dem Spiel die Enttäuschung im Gesicht geschrieben: „Was will man machen, heute wäre vielleicht mehr drin gewesen, aber die Schiedsrichter haben uns die letzte Hoffnung genommen.“ Er spielte damit auf die Tatsache an, dass der Gastgeber fünf Minuten vor Schluss nur noch drei Feldspieler auf dem Parkett hatte.

Auf der anderen Seite hätte die Laune von ATV-Coach Nils Wallrath kaum besser sein können: „Natürlich bin ich zufrieden, sehr sogar. Ich hatte nie das Gefühl, dass das Spiel noch kippen könnte.“ Bei aller Freude wies Wallrath allerdings auch auf die Mängel in der Defensivarbeit hin und fand dafür deutliche Worte: „Nach der Pause hätten wir konsequenter nachfassen müssen. Aber ich glaube, dass die Jungs so langsam ein Gefühl dafür entwickeln, wann sie einen Zahn zulegen müssen.“ Fazit: Obwohl die hochexplosiven Granaten im Aldekerker Rückraum nicht alle zündeten, trug sich jeder Kaderspieler in die Torschützenliste ein. Ein klares Zeichen für die neue Unberechenbarkeit des TV Aldekerk. Dass die Mannschaft gegen jede andere Mannschaft aus der Liga mithalten kann, hat sie in der Vergangenheit mehrfach bewiesen – aber nur phasenweise. Inzwischen deutet sich an, dass sich die Mannschaft kontinuierlich entwickelt und im Konzert der Großen mitmischen kann.

Als „Mitarbeiter des Tages“ durfte sich der 37-jährige Christoph Kleinelützum von seinen Teamgefährten feiern lassen, der in der zweiten Hälfte mit vier Treffern entscheidenden Anteil am Auswärtssieg hatte. Weiter geht’s am Samstag, 30. November, um 19.30 Uhr in der Vogteihalle gegen den TV Jahn aus Köln-Wahn.

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