Handball : ATV feiert das Ende der Durststrecke

Handball-Regionalliga: TV Korschenbroich – TV Aldekerk 30:32 (13:17). Nach sieben sieglosen Spielen in Folge sorgen die Grün-Weißen für eine Überraschung und machen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Die Grün-Weißen sind wieder da ! Der TV Aldekerk hat die Durststrecke von sieben sieglosen Spielen in Serie (sechs Niederlagen, ein Unentschieden) ausgerechnet beim Spitzenteam des TV Korschenbroich beendet. Mit 32:30 (17:13) besiegte die Mannschaft von ATV-Trainer Nils Wallrath am 22. Spieltag der Handball-Regionalliga den klar favorisierten Gastgeber. Vor 300 Zuschauern in der Waldsporthalle demonstrierten die Gäste absoluten Siegeswillen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten kamen die Aldekerker immer besser in Schwung und setzten sich schlussendlich verdient gegen die Mannschaft aus dem Rhein-Kreis Neuss durch.

Ausgelassene Freude und Erleichterung unmittelbar nach dem Abpfiff: Nach einer couragierten Vorstellung hatten die Spieler des TV Aldekerk allen Grund zur Freude. „Wenn man keine Chance hat, muss man diese dann einfach nutzen“, lautete mit einem breiten Grinsen im Gesicht der Kommentar von Nils Wallrath, als sich seine Spieler bereits hüpfend und drehend zu einem Freudentanz in der Halle bewegten. „Aldekerk hat verdient gewonnen. Wir hätte noch eine Stunde länger spielen können, da wäre nichts mehr passiert“, erklärte TVK- Trainer Dirk Wolf bei der Pressekonferenz und bemängelte dabei das schwache Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Die Vorgabe, auf jeden Fall zu punkten, war klar, die Vorzeichen dazu alles andere als günstig: Spielmacher Julian Mumme längerfristig verletzt, Bruder Jonas wegen erheblicher Meniskusschmerzen nur bedingt einsetzbar, dazu zwei Langzeitverletzte. Torwart Ben Köß klagte über muskuläre Probleme, sein Kollege Janik Schoemackers konnte die ganz Woche nicht trainieren. Somit standen sieben gesunde Feldspieler im Kader, der durch die beiden A-Jugendlichen, Joscha Schoemackers als Torhüter und Christian Menke für das Abwehrzentrum, ergänzt wurde.

Zum Spielverlauf: Die ersten Spielminuten verliefen alles andere als vielversprechend. Schnell lagen die Gäste mit 0:3-Toren hinten, ließen sich davon nicht beeindrucken und fingen sich. Mitte der ersten Halbzeit gelang der Wallrath-Truppe ein glatter 5:0-Lauf; die Führung konnte auf 13:7 ausgebaut werden. Seitenwechsel bei 17:13 zu Gunsten des ATV.

Wer nun die Befürchtung vor einem leistungsmäßigen Einbruch der Gäste hatte, sah sich getäuscht. Nach weiteren 15 Minuten und dem Treffer von Thomas Plhak lag der Außenseiter mit sechs Toren vorne. Dann wurde es mulmig: Die Gastgeber verkürzten den Abstand zehn Minuten vor Schluss bis auf zwei Tore. Das Blatt schien sich zu wenden. Julian Mumme auf der Tribüne ahnte nichts Gutes – aber er sollte sich an diesem Abend noch gewaltig täuschen. Spätestens nach dem Strafwurf-Treffer von Plhak zur 32:29-Führung 83 Sekunden vor Schluss war das Ding durch.

Der TV Aldekerk präsentierte sich mit einer ungewohnt positiven Körpersprache und belohnte sich für eine couragierte Leistung mit einem im Vorfeld für nicht möglich gehaltenen Auswärtssieg. „Meine Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie Mumm hat. Ich bin mehr als zufrieden mit der Leistungen meiner Jungs“, so ATV-Dompteur Wallrath.

Die interne Belohnung für den „Mitarbeiter des Tages“ ging an Can Greven, diese Auszeichnung hätte aber an diesem Abend auch jeder andere Spieler verdient gehabt, zum Beispiel Robin Appelhans: Der gerade erst 20-jährige Handballer, der in der Oberliga mit seiner Mannschaft um den Klassenerhalt kämpft, hatte noch das schwere Spiel bei Mettmann-Sport in den Knochen, reiste nach diesem Spiel direkt nach Korschenbroich, traf zur zweiten Halbzeit ein und streifte sich das Trikot der ersten Mannschaft über. Er übernahm gerade in der kritischen Phase des Spiels die verantwortungsvolle Rolle des Spielgestalters, löste diese Aufgabe mit Bravour und steuerte zudem zwei Treffer zum Erfolg bei.

Mit dem nötigen Biss und der wiedergewonnenen Selbstsicherheit haben die „Grün-Weißen“ im drohenden Abstiegskampf ein Ausrufezeichen an die Kontrahenten aus Homberg, Siebengebirge, Köln und Rheinbach gesetzt. Entsprechend gestärkt sollte es nun für die Mannschaft von Trainer Nils Wallrath ins Heimspiel gegen den Drittletzten VfB Homberg gehen, das am kommenden Samstag ab 19.30 Uhr in der Vogteihalle auf dem Programm steht.