1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern
  4. Sport Geldern und Kevelaer

Handball: TV Aldekerk baut ein Spitzenteam auf

Handball : TV Aldekerk baut ein Spitzenteam auf

Handball-Regionalligist rüstet für die nächste Saison auf. Spielmacher Julian Mumme und Kreisläufer Maxi Tobae kehren zu ihrem Heimatverein zurück. Linksaußen Christopher Tebyl rückt hoch, in Ben Köß kommt ein erfahrener Torwart.

Eine Saison im Mittelmaß kann zur Abwechslung auch einmal ihre gute Seiten haben. Die Verantwortlichen können in aller Ruhe eine erfolgreiche Zukunft planen, wenn eine Mannschaft fern von Titelträumen und Abstiegsängsten ist. So geht's zurzeit den Handballern des TV Aldekerk. Die Grün-Weißen, die in der jüngeren Vergangenheit auch schon einmal auf dem Sprung in die Dritte Liga waren, haben es sich im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga Nordrhein eingerichtet. 15:13-Punkte bedeuten aktuell Rang fünf. Eine Bilanz, die nach dem Ende der Ära von Trainer Achim Schürmann durchaus den Erwartungen entspricht.

"Wir sind sicher nicht rundum zufrieden, weil es gerne auch der eine oder andere Punkt mehr hätte sein dürfen. Wir sind aber auch nicht unzufrieden", sagt der sportliche Leiter Tobias Culm. Mit solchen Worten lässt sich Mittelmaß umschreiben. Dabei soll's natürlich nicht bleiben. Und wird's auch nicht. Denn Trainer Matthias Sommer bekommt für die kommende Saison einen Kader zur Verfügung gestellt, mit dem sich erfolgreich arbeiten lässt.

Culm hat frühzeitig seine Hausaufgaben erledigt und kann schon zum jetzigen Zeitpunkt vier echte Verstärkungen vermelden. "Königstransfer" ist sicherlich Julian Mumme. Der Spielmacher kehrt nach nur einer Saison beim designierten Drittliga-Absteiger TV Korschenbroich zu den Grün-Weißen zurück - eine Portion Heimweh dürfte dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Der jüngere Bruder von ATV-Kreisläufer Jonas Mumme hat sich hinlänglich für höhere Aufgaben empfohlen. Den torgefährlichen Spielgestalter trifft jedenfalls keine Schuld daran, dass sein aktueller Verein in Liga drei als Vorletzter schon relativ aussichtslos ins Hintertreffen geraten ist.

Beförderung: Christopher Tebyl, Linksaußen und Torjäger der Aldekerker Oberliga-Reserve, spielt in Zukunft für die Erste. Foto: Thomas Binn

Auch Neuzugang Nummer zwei ist in der Talentschmiede Vogteihalle groß geworden. Kreisläufer Maxi Tobae kehrt vom Ligarivalen Adler Königshof in die Heimat zurück und soll Jonas Mumme entlasten, der momentan am Aldekerker Kreis mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist.

Bei der dritten Verstärkung handelt es sich um einen erfahrenen Mann, der sich in den vergangenen Jahren die Bälle in höherklassigen Ligen geschnappt hat. Benjamin "Ben" Köß ist zwar mit seinen bald 38 Jahren nicht mehr der Jüngste, kommt aber beim Drittliga-Spitzenteam HSG Krefeld immer noch regelmäßig zum Einsatz.

Der vierte "Neue" kommt aus den eigenen Reihen. Linksaußen Christopher Tebyl hat in der laufenden Saison bereits einige glänzende Auftritte in der Regionalliga hingelegt, gehört aber noch zum Stammpersonal der Aldekerker Oberliga-Auswahl. "Unsere Reserve spielt als Aufsteiger eine ausgezeichnete Rolle. Wir wollen die Erfolge der Mannschaft nicht gefährden und haben deshalb darauf verzichtet, Christopher schon jetzt hochzuziehen", erklärt Culm. Auf der anderen Seite werden Stand jetzt nur zwei Spieler die Grün-Weißen verlassen. Torhüter-Urgestein Florian Lindenau schließt sich den Adlern aus Königshof an. Culm nennt das entscheidende Wechselmotiv des Schnappers: "Das ist der Verein vor Florians Haustür."

Und Fabian Schwartz, auf dessen Allrounder-Qualitäten sich der ATV in den vergangenen Jahren stets verlassen konnte, möchte endlich einen Stammplatz in der Mitte des Rückraums. Diesen gibt's in Zukunft beim Duisburger Verbandsligisten HSG Rumeln/Vennikel/Kaldenhausen.

Zum neuen Spitzenteam des TV Aldekerk gehören auch zwei Spieler, die momentan zum Zuschauen verurteilt sind. Für Linksaußen Janis Kempmann (Kreuzbandriss) und den zentralen Rückraumspieler Can Greven (Syndesmosebandriss) ist die laufende Spielzeit bereits beendet. In einer Mittelmaß-Saison lässt sich das verschmerzen. Beide sind wieder fit, wenn der TV Aldekerk im Herbst die Komfortzone verlässt und nach oben angreift.

Die Ansage von Tobias Culm: "Wir werden die Mannschaft mit Sicherheit nicht unter Druck setzen. Doch niemand hat etwas dagegen, wenn in der nächsten Saison wieder ein Platz in der Spitzengruppe herausspringt."

(RP)